Unknown User

Unknown User

HorrorThriller von 2014 aus dem Hause der Universal Pictures.

Unknown User

Story: Sechs Highschool-Freunde (Jacob Wysocki, Will Peltz, Moses Jacob Storm, Renee Olstead, Shelley Hennig und Courtney Halverson) skypen miteinander, sehen sich also ausschließlich über ihre Bildschirme. Genau ein Jahr zuvor beging ihre Mitschülerin Laura Barns (Heather Sossaman) Selbstmord. Wenige Tage vor ihrem Suizid hatte jemand ein Video im Internet gepostet, das Laura in peinlicher Situation nach einer Party zeigte. Hämische Kommentare im Netz hatten nicht lange auf sich warten lassen. Jetzt, im Chat der sechs Freunde, klinkt sich ein Nutzer namens billie227 ein, den niemand aus der Clique kennt. Er will wissen, wer damals das demütigende Video von Laura ins Internet gestellt hat – andernfalls gibt es Tote. Zunächst halten die Freunde das Ganze für einen schlechten Scherz, doch dann fängt der Unbekannte an, seine Drohungen in die Tat umzusetzen…

Regie:  Levan Gabriadze

Analyse: Die Idee einen Film komplett basierend auf der Internet-Kommunikationssoftware Skype aufzubauen klingt im ersten Moment langweilig und lahm. Dennoch ist es neu und vielleicht gerade deshalb interessant. Die Schauspieler sind fast allesamt unbekannt. Gute Schauspieler muss man in dieser Form von Film definitiv nicht haben, da die Darsteller sich ja im Prinzip selbst filmen und die Hälfte der Zeit „stockt“ das Bild (ganz wie man es halt von Skype gewohnt ist) sowieso, sodass die Schauspieler nicht viel von ihren „Fähigkeiten“ zeigen müssen. Die Darsteller sind ein zusammengewürfelter Haufen von bisher meist nur für Nebencharaktere gecasteten Schauspielern, was man ihnen leider auch anmerkt. Die Personen, die sie versuchen zu spielen, wirken leer und uninteressant, bis auf die Rolle der Blaire Lily der Hauptdarstellerin Shelley Hennig, welche ihren Job doch ganz ordentlich macht. Nun zur Geschichte. Diese ist, ehrlich gesagt, eigentlich sehr interessant. Der Geist eines Mädchens, welches sich wegen Cybermobbing in den Kopf schiesst, besucht die Freunde, welche sich per Skype die Zeit totschlagen wollten, an ihrem Jahrestag und will so rausfinden, wer das Video von ihr aufgenommen und online gestellt hat, das letztlich zu ihrem Selbstmord geführt hat. Klingt abgefahren? Ist es auch. Die Teenager versuchen alles, um die „Störung“ aus ihrem Chat zu vertreiben, scheitern aber kläglich und so fordert der Geist des armen Mädchens nach und nach ihre Leben, bis am Ende dann rauskommt, wer der Übeltäter war, der mit dem ganzen angefangen hat. Der Film spielt zu fast 100% nur auf dem Computer von Blaire Lily. So gesehen eine interessante Sache, da man nicht mehr sieht als der Hauptcharakter auch, aber trotzdem wird man das Gefühl nicht los, das man doch irgendwie mehr sehen sollte als nur den kleinen Ausschnitt des Skype Videochats. Das Programm ist nicht einmal auf Vollbildschirm geschaltet und so spielt die gesamte Handlung auf der Fläche von gerade mal höchstens einem Viertel des gesamten Bildschirmes ab. Daneben sieht man oft noch die offenen Fenster wie Spotify, Facebook und iMessage, welche auch während dem Film genutzt werden und so den Blick der Zuschauer auf die Handlungen von Blaire lenkt. Schnell mal verlieren sich die Freunde in Anschuldigungen, Lügen und Intrigen, die die Gruppe auseinander zu reissen droht. Da fängt der Film das erste Mal an, ein bisschen in Fahrt zu kommen. Trotzdem schafft er es nicht wirklich, eine richtige, schaurige Stimmung aufzubauen, die nun mal das A und O eines richtigen Horrorfilms ist. Und so würde ich den Film mehr in die Sparte der Thriller, vielleicht sogar Psychothriller einsortieren als Horror. Aber ein Horrorfilm, der ab 12 Jahren freigegeben ist? Mehr als fragwürdig. Alles in allem ist Unknown User sicherlich kein Meisterwerk, aber Levan Gabriadze wird mit diesem frischen Wind in der eintönigen Horrorszene sicherlich bald schon eine Reihe von Filmen in diesem Stil lostreten, wie es damals bei Paranormal Activity auch der Fall war. Ich kann mir dennoch nicht helfen und finde, trotz all den negativen Punkten den Film trotzdem irgendwie unterhaltsam, vielleicht gerade eben wegen seiner neuen Art.

Fazit: Ein bisschen Grusel, ein bisschen Technologie und dazu lügende Teenager – fertig ist der Film „Unknown User“.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. (Ja, tatsächlich!)

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures

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