The Revenant – Der Rückkehrer

The Revenant – Der Rückkehrer

AbenteuerThrillerWesternDrama von 2015 aus dem Hause 20th Century Fox.

Revenant - Der Rückkehrer

Story: In den 1820ern zieht der legendäre Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) durch die Weiten der USA, wo er mit einer von Captain Andrew Henry (Domhnall Gleeson) angeführten Expedition dabei ist, den Missouri River zu erforschen. Am Fluss hat er einen unachtsamen Moment – den ein Grizzly ausnutzt, ihn übel zuzurichten. Glass schwebt in Lebensgefahr. Seine Begleiter, unter ihnen der raubeinige John Fitzgerald (Tom Hardy) und der junge Jim Bridger (Will Poulter), glauben nicht, dass er den Vorfall überleben wird und als sie dann Ureinwohner in der Nähe ihres Lagers erspähen, fackeln sie nicht lange. Sie nehmen dem Schwerverwundeten Gewehr, Messer und seine weitere Ausrüstung ab und überlassen ihn sich selbst. Aber überraschend überlebt Glass doch – und schwört allen Begleitern Rache, die ihn zurückgelassen haben. Auf der Suche nach ihnen schleppt sich der verletzte Abenteurer durch die eisige Bergwelt…

Regie: Alejandro González Iñárritu

Analyse: Iñárritu, der bereits beim Oscar-prämierten Film „Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“ auf dem Regiestuhl sass, kreierte mit „The Revenant – Der Rückkehrer“ ein ganz spezielles Stück Filmgeschichte. Nach den Golden Globes (An denen The Revenant bereits als Bester Film – Drama, Leonardo DiCaprio als bester Hauptdarsteller in einem Drama und Iñárritu als bester Regisseur ausgezeichnet wurden) ist vor den Oscars. Denn an den Academy Awards ist The Revenant für sage und schreibe zwölf der Goldstatuen nominiert, unter anderem in den Kategorien ‚Beste Regie‘, ‚Bester Hauptdarsteller – Leonardo DiCaprio‘, ‚Bester Nebendarsteller – Tom Hardy‘, ‚Beste Kamera‘, ‚Bester Ton‘, ‚Beste visuelle Effekte‘ und ‚Bester Film‘. Mit der jetzt fünften Nominierung als Darsteller hofft langsam aber sicher die gesamte Filmwelt auf eine Auszeichnung für Leonardo DiCaprio. Der Schauspieler hat sich mit seiner grandiosen Verkörperung von Hugh Glass als absoluter Topfavorit im Rennen um den Oscar platziert.

Die Geschichte von Der Rückkehrer, welche auf diversen wahren Begebenheiten basiert,  wurde in aufwändige 150 Minuten verpackt, was wegen der Länge doch etwas anstrengend sein kann. Wären die Landschaftsaufnahmen gekürzt worden, wären locker 140 Minuten drin gewesen. Dennoch haben auch diese Aufnahmen ihren Reiz, nicht nur weil sie von sich aus atemberaubend schön sind, sondern weil sie so gut in die Natürlichkeit des Films passen. Denn Iñárritu setzte bei den Dreharbeiten nur auf natürliches Licht, was es der Crew nicht gerade leicht machte, so blieben an den Drehorten in Kanada nur rund 1.5 Stunden pro Tag für die Aufnahmen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Herausgekommen ist ein fast makelloses Filmereignis, dass den Zuschauer in seinen Bann zieht. Mit Leonardo DiCaprio (Titanic, Catch me if you can, Inception, The Wolf of Wall Street) und Tom Hardy (Black Hawk Down, Inception, The Dark Knight Rises, Mad Max: Fury Road) ist der Film in den Hauptrollen ausserordentlich gut besetzt, Leonardo DiCaprio zeigt eine mimische und schauspielerische Meisterleistung. Tom Hardy als sein Widersacher fühlt sich für den Zuchauer von Anfang an fremd und kalt an, das hat Hardy wunderbar umgesetzt. Auch die Nebenrollen sind mit Domhnall Gleeson (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1 & „, Anna Karenina, Ex_Machina, Star Wars – Episode VII: Das Erwachen der Macht) und Will Poulter (Die Chroniken von Narnia 3: Die Reise auf der Morgenröte, Wir sind die Millers, Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth) sehr gut besetzt worden, gehen aber neben Hardy und DiCaprio leider fast etwas unter.

Der Soundtrack von Ryuichi Sakamoto, Alva Noto und Bryce Dessner ist düster, stimmungsvoll und egal ob zu Überlebenskampf, Naturaufnahme oder Streitgespräch, die Musik passt. Über die Glaubwürdigkeit des Films kann man sich natürlich streiten, ob jemand z.B. einen Angriff von einem Bären halb Tod überleben kann und dann erst noch so schnell wieder auf den Beinen steht, das ist aber während der Film läuft kein Thema, da die Atmosphäre alles irgendwie Glaubhaft aussehen lässt. Für Zuschauer mit empfindlichem Magen ist dieser Film übrigens definitiv nicht zu empfehlen, denn auch ich als Horrorfilm-Fan hkam z.T. mit der so schamlosen Darstellung von Blut und Eingeweiden hart an meine Grenzen.

Fazit: Ein zwölffach Oscar-nominiertes, düsteres und spannendes Western-Meisterwerk mit einem überragenden Leonardo DiCaprio.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: 20th Century Fox

One Reply to “The Revenant – Der Rückkehrer”

  1. ACHTUNG! Mein Kommentar enthält Spoiler. Wer den Film noch nicht gesehen hat und sich unvoreingenommen eine Meinung bilden möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen!

    Mich hat der Film leider nicht so begeistert. Alle schwärmen davon und ich kann es leider nicht nachvollziehen. Gefühlte 2 Stunden robbt Leo „halbtot“ durch die Wildnis. Ohne Nahrung und mit kaum Wasser. Die Verletzungen wären selbst in unserer Zeit mit schneller Behndlung in der Notaufnahme, tödlich und zudem überlebt er ohne grosse Desinfektion der Wunde oder irgend einem Antibiotikum. Soweit so gut. Dann kommt die Flussszene. Jeder normalsterblich wäre im kalten Wasser nach wenigen Minuten unterkühlt gewesen. Aber Herr Glass plantsch eine halbe Ewigkeit im Wasser herum und benötigt dann nicht ein mal trockene Sachen zum Wechseln. Mir ist bewusst, dass es hier um eine Erzählung eines „Helden“ aus dem alten, wilden Westen geht, aber so viele unrealistische Dinge, haben mir das Filmvergnügen verdorben. Ich könnte noch weiterfahren, etwa die Pferdeszene. So ein Sturtz muss man auch zuerst mal überleben… Ich schätze die schauschpielerische Leistung von Leonardo DiCaprio und Tom Hardy sehr. Beide haben genial gespielt und ich frue mich, dass einer der talentiertesten Schauspieler nun endlich mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Zudem war es toll, Will Poulter mal in einer ernsteren Rolle zu sehen. Über die grandiosen Kameraführung und Bildgestaltung muss man nicht diskutieren. In meinen Augen war aber die Story und ihre Umsetzung sehr entäuschend. Aus meiner Sicht eher ein 7 von 10

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