Suicide Squad

Suicide Squad

Suicide Squad2016 • Action • Fantasy • Abenteuer • Science-Fiction • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: David Ayer • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Amanda Waller (Viola Davis) will, als Geheimprojekt der US Regierung, eine Truppe ganz besonderer Menschen zusammenstellen, um sich gegen geheimnisvolle und unbesiegbare Bedrohungen zu wappnen. Sicher ist dieses Vorhaben nicht, denn bei diesen „besonderen“ Menschen handelt es sich um die schlimmsten und gefährlichsten Verbrecher der Welt, denn diese schmoren in ihren Gefängnissen vor sich hin und haben somit nichts mehr zu verlieren. Zu den Auserwählten gehören, neben Rick Flag (Joel Kinnaman), dem Army-Spezialisten und Leiter der Gruppe, die exzentrische Harley Quinn (Margot Robbie), Deadshot (Will Smith), Captain Boomerang (Jai Courtney), Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje), El Diablo (Jay Hernandez) und June Moone/Enchantress (Cara Delevingne). Als dann genau so eine Situation eintrifft, schickt die Geheimagentin ihre, nicht ganz freiwilligen, Soldaten los, um die Welt zu retten. Doch diese stellen sich schnell mal die Frage, ob sie den Auftrag überhaupt ausführen sollen oder lieber ihren eigenen Hintern retten.

Nachdem DC Comics mit Man of Steel das DC Extended Universe 2013 eingeläutet hat, erlitt das Unternehmen mit Batman V Superman – Dawn of Justice bereits den ersten Rückschlag, nachdem die Kritiken zum Showdown der Superhelden vernichtend ausfielen. Meine Meinung nach ist es DC mit Suicide Squad gelungen, einen lockeren, leichten Weg mit ihren Filmen einzuschlagen. Der oft genannte Vergleich mit Marvels Guardians of the Galaxy ist natürlich nicht weit hergeholt, gibt dem Film aber Rückenwind und Gegenwind zugleich. Einerseits ist es schwierig an die „Art“, wie Marvel ihren Gute Laune-Superhelden-Film zeigt, heranzukommen, andererseits schafft es Suicide Squad, an einem solchen Film zu lernen, was das Publikum heute scheinbar sehen will.

Mit David Ayer wurde ein erfahrener Action-Regisseur ins Boot geholt, der u.A. Filme wie Herz aus Stahl, End of Watch oder Street Kings gedreht hat. Ayer zeichnet sich auch mitverantwortlich für das Drehbuch. Zusammen mit Autor John Ostrander erschuf er hier einen Film, der anders sein will als seine mit verschiedenen Handlungen verknüpften Vorgänger. Um der Geschichte folgen zu können muss man nicht zwingend Man of Steel oder Batman V Superman gesehen haben, denn auf die Story in diesen Filmen wird nicht wirklich gross eingegangen. Es ist erfrischend, wie die Charaktere vorgestellt werden, denn wenn man so viele neue Gesichter auf einmal sieht, wird es für einen Zuschauer schwierig sich alles gleich von Anfang an zu merken. Das ist Ayer sehr gut gelungen. Sobald die Truppe vorgestellt ist, wird der zuschauer aber dann aber auch schnell mitten in riesige Schlägeeien und Schiesserein rein geworfen, die sich praktisch durch den gesamten Film ziehen. Die vereinzelten ruhigen Minuten werden durch kleine Gesten oder Sprüche aufgelockert und somit für den zuschauer sehr attraktiv dargeboten.

Die Geschichte des Films an sich ist aber kein Wunderwerk. Denn wenn man es nüchtern betrachtet, ohne viele Spezieleffekte und interessante neue Charaktere, enttäuscht sie sogar sehr. Die aufgebaute Welt drum herum lässt das aber fast etwas in den Hintergrund rücken. Denn die optischen Effekte sind sehr schön gelungen und passen perfekt in jede Szene. Die Musik von Steven Price (Herz aus Stahl | Gravity) ist stimmungsvoll und fast schon etwas retro. DC dachte sich wohl „was die Guardians können, können wir schon lange“ und hat sich die Lockerheit und Leichtigkeit des Soundtracks etwas abgeschaut.

Die Schauspieler stehen aber über allem. Allen voran zeigt Margot Robbie (The Wolf of Wall Street | Focus | Legend of Tarzan) als verrückte Harley Quinn eine absolute Spitzenleistung. Man sieht ihr an wie sie Spass an ihrem eigenen Charakter hat und füllt eben diesen komplett aus, herrlich zum anschauen. Ebenso überzeugt hat mich Will Smith (I, Robot | Hancock | I Am Legend) als Deadshot, der mich bis zuletzt eigentlich sehr enttäuscht hat und erst mit „Focus“ wieder besser zu sehen war. Mit Viola Davis (Ender’s Game | The Help | How to get away with murder (Serie)), Joel Kinnaman (RoboCop | Darkest Hour), Jai Courtney (Unbroken | Die Bestimmung – Insurgent | Terminator 5: Genisys),  Jay Hernandez (Hostel | Hostel Part II | World Trade Center) und Cara Delevingne (Anna Karenina | Pan | Margos Spuren) wurde Suicide Squat auch in den Nebenrollen super besetzt. Jared Leto (Alexander | Mr. Nobody | Dallas Buyers Club) hatte es als neuer Joker besonders schwer, da er nach dem Tod von Publikumsliebling Heath Ledger eine grosse Rolle übernehmen musste. Dies hat er aber überzeugend gemeistert, meiner Meinung nach.

Alles in allem gab es zwar einige Negativpunkte, dennoch fühlte ich mich durch die knapp 130 Minuten sehr gut unterhalten, denn sie fühlten sich gar nicht so an. DC ist hier ein lustiger Actionfilm gelungen, der die Kritiker spaltet. Aber publicity ist ja wie man weiss gut, ob sie nun schlecht, oder eben gut ist. Schade wurde ein R-Rating durch den Regisseur ausgeschlossen, gerade Deadpool hat erst kürzlich gezeigt, wie einfach gute Unterhaltung dank einem R-Rating sein kann. PS: Ein R-Rating bedeutet in den USA, dass der Film wegen „intensiver Darstellungen von Sexualität, Gewalt oder Drogenkonsum“ nicht für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren freigegeben ist, also in etwa vergleichbar mit unserem FSK 18.

Unterhaltsame Action-Komödie, welche dank ihrer genialen Charaktere und Schauspieler die sehr flache Story wieder etwas gut machen kann.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures | DC

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