Conjuring 2

Conjuring 2

2016 • Horror • Warner Bros. Pictures • Regie: James Wan • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) sind als Dämonologen mit ihren spektakulären Aufklärungen von dämonischen Heimsuchungen mittlerweile zu echten Berühmtheiten geworden, weit über die Landesgrenzen der USA hinaus. Das führt sie nach Grossbritannien, genauer in den Londoner Stadtteil Enfield, wo die alleinerziehende Mutter Peggy Hodgson (Frances O’Connor) mit ihren vier Kindern Margaret (Lauren Esposito), Janet (Madison Wolfe), Johnny (Patrick McAuley) und Billy (Benjamin Haigh) in lebt. Aber in ihrem Haus geht irgendwas nicht mit rechten Dingen zu und etwas dunkles und böses versucht von der jüngsten Tochter Janet Besitz zu ergreifen. Um diesem Dämon die Stirn zu bieten, wird von Ed und Lorraine einiges abverlangt.

James Wan ist Fans von Horrorfilmen mittlerweile ein sehr fester Begriff, hat er sich doch nicht nur als Regisseur von „Saw“, „Insidious“ und „Conjuring – Die Heimsuchung“ einen Namen gemacht, sondern auch als Produzent der kompletten „Saw“-Reihe, „Insidious Chapter 3“ oder „Annabelle„. Bei „Conjuring 2“ zeichnet er sich darüber hinaus noch verantwortlich für die Geschichte, das Drehbuch und auch als Author. Mit der Fortsetzung zu seinem Überraschungserfolg „The Conjuring – Die Heimsuchung“, der mit knapp 120 Mio. Dollar das sechsfache seiner Produktionskosten wieder hereingeholt hat, verfilmt Wan erneut eine „wahre Geschichte“ – zugegeben, natürlich wurde sie filmisch aufgepeppt – des Geisterjägerpaares Warren aus den 1970er Jahren, welche sich mit dem berüchtigten „Enfield Poltergeist“ auseinandersetzen.

Zu der Geschichte werde ich keine grossen Worte verlieren, ansonsten wäre die Geschichte zu einfach zu hinterschauen und nicht mehr interessant. Zu sagen bleibt mir nur, dass ich für eine Fortsetzung Angst hatte, dass ich gelangweilt werden würde. Und obwohl nicht viel innovatives daherkommt, welches sich vom ersten Teil abheben kann, vermag die Story dennoch zu überzeugen und Spannung aufzubauen. So gelingen mehrere Schreckmomente wirklich ausgezeichnet, da hat Regisseur Wan seine eigene Handschrift hinterlassen. Die optischen Effekte sind gut und sehr überzeugend gelungen, was dem Film mehr Glaubwürdigkeit und Tiefe gibt. Zu beanstanden habe ich einzig die teils sehr langen Kameraaufnahmen von Gängen, Räumen und Häuser, welche den Film auf doch sehr anstrengende fast 135 Minuten ziehen. Die Länge merkt man zwar nicht so sehr während der Film äuft, hingegen sobald der Abspann beginnt merkt man schnell, wie lange man gerade im Kinosessel gesessen hat.

Die Schauspieler sind (leider) nicht wirklich erwähnenswert. Bis auf Madison Wolfe (On the Road | Joy), welche Janet Hodgson verkörpert und mich überzeugt hat, sind die anderen Darsteller wie Vera Farmiga (Departed – Unter Feinden | Up in the Air | Source Code) als Lorraine Warren, Patrick Wilson (Insidious | Prometheus | Das A-Team) als Ed Warren oder Frances O’Connor (Teuflisch | A.I. – Künstliche Intelligenz | Timeline) als Peggy Hodgson höchstens als Durchschnitt zu bezeichnen.

Conjuring 2 ist meiner Meinung nach ein sehr überzeugender Horrorfilm, nicht so innovativ wie all die Artikel und Gerüchte im Vornherein vermuten liessen, aber dennoch einer der besseren der letzten paar Jahre. Er weiss zwar nicht mit viel Innovation aufzuwarten, versteht es aber, in den entscheidenden Momenten den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, sei es mit unvorhergesehenen Schreckern oder vorhersehbaren Standard-Szenen. Erstaunlich ist auch die Spannung, welche sich wirklich von Anfang bis Ende durchzieht. Für Kinogänger interessant ist auch die Tatsache, dass der erste Teil nicht unbedingt gesehen werden muss, um diesen Film zu begreifen, es verschafft einfach etwas mehr Hintergrundwissen über die beiden Hauptcharaktere.

Ein Horrorfilm der es versteht, seine Zuschauer von Anfang bis Ende mit Spannung und Grusel in den Kinositz zu fesseln.

Trailer:

© Bild und Trailer: Warner Bros. Pictures

 

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