Kategorie: Thriller

ES

ES

2017 • HorrorThrillerDrama • Warner Bros. Pictures • Regie: Andy Muschietti • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Die Verfilmung eines Stephen King Romans an sich ist schon eine Herkulesaufgabe (siehe Der Dunkle Turm), wenn es sich aber dann noch um die Neuauflage eines Filmklassikers der 90er Jahre handelt, wird die Herausforderung für viele praktisch als unmöglich angesehen. Ich muss vorweg nehmen, ich habe den Originalfilm leider nicht gesehen. Ich kenne aber die Geschichte. Ein dämonischer Clown entführt Kinder um sie zu fressen und von ihnen zu leben. Alles was der Clown erschafft, um so einladend wie möglich zu erscheinen, können nur die Kinder sehen, die Eltern glauben ihnen die abenteuerlichen Geschichten nicht und daraufhin entscheiden sich diese, ihr Schicksal selbst in die Hand zunehmen. Ich habe mir eigentlich nicht viel von diesem Film erwartet (mehrheitlich, um nicht enttäuscht zu werden), und wurde wirklich sehr positiv überrascht. Ja, Andy Muschietti (Mama) hat ganze Arbeit geleistet. Die gesamte Atmosphäre des Films ist  absolut düster, die paar Witze und Gags, welche hie und da gestreut werden, lockern zwar die Stimmung etwas auf, nur um gleich danach nur noch schockierender zu werden, wirklich überwältigend. Man hat in jeder Minute das Gefühl, das gleich irgendetwas schlimmes passiert. Dazu beigetragen haben natürlich auch die Schauspieler, welche, ausser Bill Skarsgård als Pennywise der Clown, alle zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Nicht weil es für Kinder und Jugendliche sonst schon schwer genug ist, in einem Horrorfilm mitzuspielen, aber die Aufgabe dann auch noch so gut zu tun wie die Protagonisten Jaeden Lieberher als Bill, Finn Wolfhard als Richie, Sophia Lillis als Beverly, Wyatt Oleff als Stan, Jeremy Ray Taylor  als Ben, Chosen Jacobs als Mike, Jack Dylan Grazer als Eddie und Nicholas Hamilton als Henry, das hat mich total entzückt. Ich kann an keiner Rolle ein schlechtes Haar lassen, alle wirken authentisch und überzeugend, sowohl Mimik als auch Gestik der Schauspieler stimmen auf den Punkt, das ist bemerkenswert für ihr Alter. Hier muss man auch den Verantwortlichen für das Casting ein Kränzchen winden, sie haben einen grandiosen Job gemacht. Auch optisch vermag der Film zu erstaunen, so ist sowohl Makeup und auch Kostümdesign bemerkenswert, die CGI spielt aber eine ebenso grosse Rolle, Das Studio Warner Bros. hat da zum Glück offenbar nicht gespart. ES überzeugt mit Kings Kultgeschichte, welche auch Sozialkritische Aspekte anspricht, nahezu auf der gesamten Linie. Ein Gruselspass, nicht nur für Liebhaber des Klassikers, sondern auch für Nichtkenner des Originals.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Geostorm

Geostorm

2017 • Science-Fiction • Action • Thriller • Warner Bros. Studios • Regie: Dean Devlin • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Als ich den Namen Geostorm erstmals gelesen und den Trailer gesehen hatte, dachte ich, die Produzenten dieses Films mussten wohl grosse Fans von „The Day After Tomorrow“ sein. Nun, die Geschichte ist zwar nicht wirklich originell, auf Grund der heutigen Möglichkeiten mit CGI hatte ich mir aber doch ein bisschen etwas von diesem Film erhofft. Die Story hängt daran dass die Unwetter und somit die Gefahr auf der Erde immer mehr zunehmen. Die Menschheit will dem irgendwie entgegentreten und so schliessen sich 17 Nationen zusammen, um ein System zu entwickeln, welches Unwetter vorhersehen und neutralisieren kann. Die Lebensqualität auf der Erde wird so deutlich erhöht und die Menschen haben endlich einmal zusammengespannt und etwas grossartiges erschaffen. Nun scheint dieses System aber Fehlfunktionen zu haben, welche mehreren tausend Menschen das Leben kostet, worauf hin Jake (Gerard Butler) zur ISS fliegt, um dem Ganzen nachzugehen. Leider scheint man aber bei diesem Film nicht genau zu wissen, auf was man den Fokus legen soll. Vom Geostorm und seinen Vorläufern sieht man leider nur sehr wenig, das lässt mich etwas am Titel zweifeln. Und so wechselt man immer wieder zwischen vielen Ortschaften hin und her. Mal Cape Canaveral, mal die ISS, mal Florida, dann Hong  Kong und viele mehr. Es hätte dem Zuschauer gut getan, wenn man sich einfach mal auf zwei Standorte fixiert hätte. Denn so ist es unmöglich eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, welche hier vorkommen. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mal wirklich an die Namen erinnern. Gerard Butler war als einziger Schauspieler verlässlich, aber auch er kommt nicht über eine durchschnittliche Leistung weg. Jim Sturgess spielt Jakes Bruder Max, Abbie Cornish Max‘ Partnerin Sarah Wilson, Ed Harris verkörpert Leonard Dekkom, Alexandra Maria Lara die deutsche Wissenschaftlerin Ute Fassbinder. Allesamt schaffen es nicht, mir die Person glaubhaft zu spielen und so wirkt alles zu aufgesetzt. Zu Alexandra Maria Lara muss ich hier noch was loswerden. Ich weiss nicht, ob die Synchronsprecherin hier absichtlich eine extreme Hochdeutsche Stimme verleihen wollte da die Rolle eine Deutsche in einem Amerikanischen Film ist, aber es war alles andere als natürlich, schon eher ablenkend und verwirrend. Die eher miese schauspielerische Leistung von Lara macht das leider auch nicht mehr weg. Sie wirkt abwesend, kalt und unnahbar. Zu all diesen Negativpunkten kommt dann noch die CGI, welche im groben Durchschnitt der gut 110 Minuten einfach nur mittelmässig war. Es gab zwar einige optisch sehr beeindruckende Effekte, aber gleich danach kam dann wieder etwas was aussah wie von einem 3-jährigen gezeichnet. Für einen „Blockbuster“ alles andere als befriedigend. Abschliessend gilt es zu sagen, dass Geostorm ein Sci-Fi Film ist, der leider gegenüber den Trash-Katastrophen-Filmen auf RTL 2 nur ein wenig Vorsprung hat. Er vermag zu unterhalten, aber nicht mitzureissen.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Bullyparade – Der Film

Bullyparade – Der Film

2017 • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: Michael Bully Herbig • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Michael Bully Herbig und seine Freunde Christian Tramitz und Rick Kavanian wollen es nochmal wissen und bringen die fast schon legendäre Sketch-Comedy-Show bullyparade auf die grosse Kinoleinwand. Mit dabei sind alle wichtigen und mittlerweile zu Kult gewordenen Figuren wie die Blutsbrüder Abahachi und Old Shatterhand, die Weltall-Crew Spucki, Captain Kork und Schrotti, das Traumpaar Sissi und Kaiser Franz mit dem Feldmarschall und vielen, vielen mehr. Nun, wie bringt man all diese verschiedenen Charaktere denn in eine Geschichte rein? Die ganz einfache Antwort: Gar nicht. Der gesamte Film wird in verschiedene kleine Geschichten unterteilt, welche alle jeweils eine eigene Story vorweisen. Wobei, von richtigen Stories kann man hier (leider) nicht reden. Als die bullyparade noch von wenigen Minuten langen Sketchen, wenn nicht sogar kürzer, geprägt wurde, waren die Handlungen darin noch relativ egal, denn mit dem Humor wurde alles erzählt und es brauchte keine grosse Story. Aber diese kleinen Filmchen hier, welche sich zusammen doch auf stolze 100 Minuten belaufen, sind, und das muss ich als grosser Fan von Bully zugeben, geschichtlicher Schwachsinn. Nun, lassen wir also diese Tatsache auf uns wirken, wird klar, mit was „Bullyparade – Der Film“ hier punkten kann – und das sind, wie bereits in der Vergangenheit, die funktionierenden Gags und zwar praktisch am Laufmeter. Klar, es ist nicht die Neuerfindung des deutschen Kino-Humors, aber er funktioniert auch nach gut 15 Jahren immer noch hervorragend, finde ich jedenfalls. Und da man als Zuschauer praktisch nur darauf wartet, die nächsten Figuren zu sehen, macht das den Film doch noch irgendwie etwas spannend. Wie bereits bei den Vorgängern „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ und „Der Schuh des Manitu“ werden Auch hier die Outtakes schon fast zu einem Teil des Films. Ich muss zugeben, ich war kurz davor meine Blase nicht mehr unter Kontrolle zu halten und war mit meinen Lachanfällen schon fast die grössere Attraktion im Kinosaal als der Film selbst. Abschliessend gibt es zu sagen, dass „Bullyparade – Der Film“ keine herausragende Komödie ist. Aber für Fans der alten Comedyshow und des typischen Bully-Humors, bietet er gute Unterhaltung.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Baby Driver

Baby Driver

2017 • Action • Krimi • Thriller • Abenteuer • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Edgar Wright • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Sein Name ist Baby, er fährt Autos und das ziemlich schnell. In diesem simplen Satz ist eigentlich schon fast alles zu diesem Film gesagt. Wieso also erhält er von mir dennoch 4 von 5 Punkten? Nun, Ansel Elgort, welcher hier Baby verkörpert, mochte ich schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr. Er mag zwar nicht ein Schauspieler sein, der viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen kann, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge, dass er immer etwas abwesend wirkt. Er ist in diesem Film ganz klar das Aushängeschild, der mit seiner Coolness während den Autofahrten glänzt. Baby ist der Fluchtauto-Fahrer der aktuellen Einbruchserie und wenn man ihm nur kurz zuschaut, weiss man auch direkt wieso. Mit einer Selbstverständlichkeit schafft er es, das Auto um die engste Kurve zu bewegen und der Polizei mit Leichtigkeit zu entkommen. Wie viel Geld die Räuber dabei erbeuten, oder wer dabei zu schaden kommt, das ist ihm eigentlich ziemlich egal. Die anderen Schauspieler sind zwar präsent, wie z.B. Kevin Spacey, Lily James oder Jamie Foxx, aber mehr über ihre Charaktere erfahren wir leider nicht, da ist alles viel zu oberflächlich. Edgar Wright, der bereits bei ‚Shaun of the Dead‘ und ‚Scott Pilgrimm gegen den Rest der Welt‘ für Regie und Drehbuch verantwortlich war, inszeniert mit Baby Driver einen rasanten Thriller mit einem gewissen Extra. Musikkomponist Steven Price, der bereits für Suicide Squad, Herz aus Stahl – Fury und Gravity die Musik beisteuerte, gilt hier ein ganz besonderes Augenmerk, oder besser gesagt Ohrenmerk. Denn was Price hier mit dem Filmsoundtrack und grossen Welthits anstellt ist echt bemerkenswert. Sie sind nicht nur Hintergrundmusik, nein, sie sind Teil des Filmes und werden so auf spektakuläre Weise in jede Szene mit integriert, das gibt dem ganzen noch etwas mehr Dynamik. Einige Verfolgungsjagden haben mich leider etwas an Fast & Furious erinnert, weshalb es nicht noch mehr Punkte gab. Trotz der eher flachen Story gab es einige sehr interessante Wendungen und ich fühlte mich durch die vollen 113 Minuten bestens unterhalten. Meiner Meinung nach ein echt packender Thriller.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Girl on the Train

Girl on the Train

Girl on the Train2016 • Thriller • DramaConstantin FilmRegie: Tate Taylor • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Rachel Watson (Emily Blunt) ist geschieden, Alkoholikerin und fährt jeden Tag mit dem Zug nach Manhattan zur Arbeit. Dabei fährt sie immer an ihrem ehemaligen Haus vorbei und an dem Haus, in dem sie gerne gelebt hätte. Mittlerweile lebt aber in ihrem ehemaligen Haus ihr Exmann Tom (Justin Theroux) mit seiner neuen Frau Anna (Rebecca Ferguson) und ihrem gemeinsamen Kind. Und in ihrem Traumhaus lebt ein Paar, welches sie als die perfekte Liebe ansieht. Jeden Tag sieht sie die beiden Häuser. Doch dann sieht sie vom Zug aus etwas beängstigendes und das nächste voran sie sich erinnern kann, sind die blauen Flecken und Verletzungen an ihrem Körper und der schreckliche Kater, mit dem sie am nächsten Morgen aufwacht. Daraufhin geht die Meldung durch die Nachrichten, dass Megan (Haley Bennett), die Frau aus ihrem Traumhaus, welche die in ihren Augen perfekte Beziehung geführt hat, vermisst wird. Rachel macht sich danach auf die Suche nicht nur nach der vermissten Frau, sondern auch nach ihren Erinnerungen. Ein Gefühl sagt ihr, dass etwas schreckliches in dieser Nacht geschehen sein muss und sie will um jeden Preis herausfinden, was das war.

The Girl on the Train startet ruhig, sehr ruhig sogar. Der Beginn des Films besteht hauptsächlich aus Rachel, welche in dem Zug fährt und von der wir Gedanken (oder Monologe?) aus dem Off hören. Eine eigenwillige Art einen Film zu eröffnen. Dies zieht sich lange hin, für einige Zuschauer wohl zu lange, denn das Getuschel hie und da im Kinosaal war nicht zu überhören. Aber wer sich auf den Film einlässt, wie ich das gemacht habe, entdeckt einen sehr emotionalen und tiefgründigen Start eines Thrillers, der mit seinen Zuschauern noch Achterbahn fahren wird. Ich habe mich schnell auf die spezielle, fast schon künstlerische Art dieses Dramas eingestellt und war augenblicklich in der Geschichte drin.

Auf Humor muss der Zuschauer aber dennoch nicht verzichten, auch wenn dieser hier etwas dezenter platziert ist und nicht durch blöde Sprüche, sondern durch kluge Dialoge zustande kommt. Einen roten Faden sucht man in der Storyline übrigens vergeblich, denn habe selbst ich nicht gefunden. Girl on the Train versteht es nämlich, mit diversen Handlungssprüngen in die Vergangenheit und Ortswechseln die Zuschauer echt zu fordern und sie somit an die Leinwand regelrecht fest zu kleben. Denn wer nicht aufmerksam der Handlung folgt, gerät definitiv ins Straucheln und kommt so etwas vom geniessen eines Dramas zum dramamässigen Suchen nach dem Sinn der Story. Lassen wir die Geschichtssprünge mal aussen vor ist zu erwähnen, dass der Film bis etwa in die Häfte bzw. zwei Drittel nicht viel her gibt leider. Klar gibt es einige fesselnde Szenen, aber viel Spannung vermag der Film bis dahin nicht aufbauen. Bis dann die Finalszenen näher rücken und der Spannungsbogen gespannt wird, und gespannt wird, und gespannt wird bis der Zuschauer sich voller Schreck die Hände vors Gesicht schlägt.

Grosses Lob von mir an das Kamerateam, welches in meinen Augen einen hervorragenden Job gemacht hat und die Szenen perfekt aufgenommen hat, mit den Tiefen und Nähen der Landschaft und der Schauspieler förmlich gespielt hat. Emily Blunt (The Huntsman & the Ice Queen | Into The Woods | Der Teufel trägt Prada) als Rachel Watson ist in meinen Augen eine absolute Traumbesetzung. Sie hat es geschafft die Emotionen ihres Charakters punkt genau wiederzuspiegeln und trotzdem für den Zuschauer etwas undurchsichtig zu bleiben, eine bemerkenswerte Leistung. Haley Bennett (Mitten ins Herz | Marley & Ich | The Hole) verkörpert Megan zwar überzeugend, dennoch liess mich der Gedanke nicht los, dass sie so wirkte als ob sie diese Rolle mehr nerve als dass sie Spass daran hatte, Megan zu spielen. Rebecca Ferguson (Drowning Ghost | Hercules | Mission Impossible: 5) schafft es Anna korrekt darzustellen, war mir persönlich aber zu leblos, mit zu wenig Gefühl und Ausdruck im Gesicht, was etwas schade war. Justin Theroux (Wanderlust | Miami Vice | American Psycho) als Tom Watson und Luke Evans (Kampf der Titanen | Die drei Musketiere | Der Hobbit) als Scott, Megans Mann, hingegen schaffen er ihre Charaktere aufleben zu lassen, sei das mit Liebenswürdigkeit oder Boshaftigkeit, ich habe ihnen die Rollen abgekauft. Regisseur Tate Taylor, welcher sich bereits für das Drama „The Help“ verantwortlich zeichnete, schafft es auch hier wieder ein Drama zu inszenieren, welches als Thriller getarnt und mit einer doch etwas schwierigen Story dennoch zu unterhalten weiss.

Girl on the Train braucht einige Zeit bis Spannung aufgebaut wird, aber die knappen 113 Minuten wurden fast schon künstlerisch inszeniert und wer sich darauf einlässt erlebt einen Thriller, den es so wohl kein zweites Mal geben wird.

Video-Filmcheck:

Seid gewarnt! Ich empfehle euch, wenn möglich, den Trailer NICHT anzusehen, falls ihr euch den Film anschauen wollt. Es werden meiner Meinung nach zu viele Szenen gezeigt, die die Handlung des Films zumindest andeuten können! Wer ihn trotzdem sehen möchte, für den habe ich ihn unten verlinkt.

Trailer:

© Bild und Trailer: Constantin Film

The Purge 3: Election Year

The Purge 3: Election Year

The Purge 3 - Election Year2016 • Thriller • Horror • Action • Science-Fiction • Universal Pictures • Regie:  James DeMonaco • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Im Sinne der „neuen Gründerväter“ veranstalten die USA einmal jährlich die Purge – die Säuberung – und legalisieren in diesen zwölf Stunden alle Straftaten, inklusive Mord, um die Verbrechen an den restlichen Tagen im Jahr zu verkleinern. Aber die Bevölkerung ist gespalten. Die einen sehen in der Purge die einzige Möglichkeit, die USA zu erhalten, die anderen appellieren an den gesunden Menschenverstand und die Tatsache, dass mehrheitlich die sozial schwachen Menschen getötet werden. Zu den Gegnern der Purge zählt auch die Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Nach einer Regeländerung für die Purge-Nacht ist auch ihr Leben in Gefahr und so muss ihr Sicherheitschef Leo Barnes (Frank Grillo) alles daran setzen, Charlie sicher duch diese Purge zu bringen.

Nachdem 2013 der Originalfilm The Purge – Die Säuberung in die Kinos kam, setzen uns die Macher hier bereits den dritten Teil vor die Nase. Die Grundidee ist die gleiche wie schon zu Beginn, orientiert sich aber mehr m zweiten Teil The Purge 2 – Anarchy, denn man verbringt viel Zeit auf den grossen und weiten Strassen. Wie im Titel schon angedeutet, geht es hier um das Wahljahr, sprich die Amerikaner werden dieses Jahr einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin wählen. Inwiefern die Hersteller hier gewollt oder eben nicht auf das Wahljahr 2016 mit den echten Konkurrenten Donald Trump und Hillary Clinton anspielen, weiss ich leider nicht. Aber das mal aussen vor.

Die Geschichte ist nichts wirklich überzeugendes, vieles ist viel zu vorhersehbar und einige Handlungen sind schon fast langweilig geworden, da sie nun schon zum dritten Mal gezeigt werden. Dennoch schafft es der Film aber auch, einige Szenen wirklich gut zu verpacken und etwas überraschend rüber zu bringen. Dagegen stehen aber dann wieder die schon fast lächerlichen Logikfehler. Ein total in Licherketten getauchtes Auto z.B. sieht wirklich super genial aus, da frage ich mich dann aber, wie wollen die in dem Auto denn überhaupt etwas gesehen haben? Sowie sich die Präsidentschaftskandidatin Roan dazu entschliesst, in ihrem Haus zu bleiben während der Purge, um „Nähe“ zum Volk zu demonstrieren, dann aber ihr Haus in einen Superbunker verwandelt wird.

Wieder mit von der Partie ist Frank Grillo (Zero Dark Thirty | Gangster Squad | Captain America 3: Civil War) als Leo Barns, der seinen Job wieer ziemlich gut und überzeugend macht. Elizabeth Mitchell (Santa Clause 2 | Lost (Serie) | Running Scared) als Charlie Roan hingegen wirkt auf mich sehr unpersönlich, richtig abwesend und überhaupt nicht in ihrer Rolle. Schade, das hat dem Film leider etwas Potenzial gekostet. Die restlichen Schauspieler wie Betty Gabriel  (Beyond Skyline) als Laney Rucker, Mykelti Williamson (Species II | Lucky#Slevin | Final Destination 4) als Joe Dixon oder Joseph Julian Soria (Crank 2 | High School | Max) als Marcos machen ihre Arbeit da schon etwas besser und bringen auch mal ein paar Gefühle auf die Leinwand.

Als Regisseur ist, wie bereits bei den beiden Vorgängern, wieder James DeMonaco im Spiel, was man irgendwie durch den Film durch spürt, wenn man die anderen Teile kennt. Denn es scheint fast so, als würde DeMonaco, welcher auch alle drei Drehbücher geschrieben bzw. mitgeschrieben hat, nichts mehr einfallen. Es wirkt alles schon mal gesehen und das macht einen Film nichts gerade sehr attraktiv. Dennoch muss ich anerkennend sagen, dass, trotz der vielen Negativpunkte, ich mich durchaus unterhalten gefühlt habe (auch wenn ich dafür ein Auge zudrücken musste) und der Film teilweise echt spannend wurde. Dass man einen erfolgreichen Horrorfilm nicht ewig weiterziehen kann, wissen wir aber spätestens seit SAW III bis VII alle. Dass es trotzdem versucht wird, steht leider nur für die Geldgier der grossen Filmunternehmen.

Horror-Thriller mit durchsichtiger Story und zu abwesender Hauptdarstellerin, der der schlechteste Teil der Reihe ist, aber irgendwie trotzdem unterhaltend.

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures

NERVE

NERVE

Nerve2016 • Abenteuer • Krimi • ThrillerLions Gate Entertainment Group • Regie: Ariel Schulman und Henry Joost • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Venus, bzw. „Vee“, (Emma Roberts) steht kurz davor ans Collage zu gehen und somit ihr Zuhause in New York City zu verlassen. Sie bringt es aber nicht übers Herz, das ihrer Mutter Nancy (Juliette Lewis) zu erzählen, weil sie sich um sie Sorgen macht. Ihre beste Freundin Sydney (Emily Meade) ist da gerade auch keine grosse Hilfe, denn die hat nur noch dieses 24-Stunden Spiel namens „NERVE“ im Kopf. Bei dem Spiel gibt es Watcher und Player. Die Watcher zahlen, um den Playern dabei zuzusehen, wie sie die von den Watchern gestellten Challenges, also Herausforderungen, absolvieren. Nachdem die beiden einen Streit haben, weil Sydney eine mittlerweile ziemlich gute Playerin bei NERVE ist und Vee vorhält, sie werde nie mehr als eine Watcherin sein, beschliesst Vee, sich auch bei NERVE als Playerin anzumelden. Schnell lernt sie Ian (Dave Franco) kennen, der ebenfalls ein Player ist. Die beiden sollen, so wollen es die Watcher, zusammen einige Challenges absolvieren. Schnell werden aber aus den witzigen kleinen Challenges richtig gefährliche Aufgaben, die die beiden nahezu an ihre Grenzen stossen lassen. Und so stellt sich schnell die Frage, können sie dieses Spiel irgendwie aufhalten, bevor noch jemand dabei sein Leben verliert, wie dies vor einem Jahr bereits in Seattle passiert ist?

Nun, die Story wirkt sehr interessant, vor allem aber sehr zeitgemäss. Denn in einem Zeitalter, in dem so viele von ihrem Smartphone abhängig sind, ist ein solches Spiel nicht sehr weit entfernt. Bedenkt man dann noch die Natur des Menschen, kommt das ganze fast von selbst zusammen. Nun aber wieder zurück zum Film. Dieser fängt recht simpel, aber mit Werbung ohne Ende an. Man hätte wohl ganze A4-Seiten mit Strichen füllen können, hätte man jede Platzierung eines Produkts oder einer Marke gezählt. Das war schon mal ein kleiner Minuspunkt zum Anfang.

Die Geschichte an sich ist aber ganz okay, nichts riesiges und manchmal etwas vorausschaubar. Dennoch gibt es gegen Ende eine doch sehr grosse Bedeutung im Film, nämlich der, dass man mit seinen Daten im Netz nicht leichtfertig umgehen sollte, aber das merkt ihr selbst im Zusammenhang mit den Geschehnissen dann noch besser.

Die Schauspieler erledigen ihren Job gut. Im Falle von Emma Roberts als Venus oder besser gesagt Vee (Valentinstag | Scream 4 | Wir sind die Millers) sogar sehr gut. Man glaubt ihr diese erst zurückhaltende, dann aber aufblühende Rolle. Dave Franco (22 Jump Street | Warm Bodies | Now You See Me 2) schafft es, den undurchsichtigen Ian gut zu verkörpern, sodass man ihm zwar trauen will, aber nicht weiss, ob man das auch sollte. Emily Meade (My Soul To Take | Für immer Single? | Money Monster) spielt zwar ihre Rolle als Sydney, aber wirklich gefühlskräftig wirkt sie leider nicht, da hätte ich mir etwas mehr erwartet. Für Miles Heizer, der Vees guten Freund Tommy darstellt, ist NERVE der erste grosse Film, seit er 2007 als 13-jähriger bei „Rails & Ties“ mitspielte und nebenbei in vielen Serien wie „Bones“, „CSI: Miami“, „Ghost Whisperer“ oder „Cold Case“ als Nebendarsteller mitwirkte.

Genervt haben mich die vielen, wirklich unendlich vielen Logikfehler. So wird z.B. beim MacBook von Apple munter auf dem Display (welches nicht über eine Touch-Eingabe verfügt) umhergedrückt, um Eingaben zu bestätigen. Jedes Handy der einzelnen Charaktere ist ein gefühltes Riesentablet, auf welchem man locker eine Ananas oder eine Wassermelone hätte zerschneiden können (klar, es geht auch darum, dass die Inhalte auf diesen Displays für den Zuschauer gut zu erkennen sind, dennoch wirkt das doch viel zu künstlich, soll der Film ja „Echtheit“ rüberbringen). Die Fingerabdrücke der Besitzer solcher Riesentablets werden, so wird es dargestellt, auf dem Display gelesen, was absoluter Schwachsinn ist. Wenn jemand anruft, steht da natürlich dann „Annehmen“ oder „Ablehnen“, aber vielleicht sind den Filmemachern die kleinen Pfeile auf der Seite der Wörter nicht aufgefallen, die symbolisieren, dass, um die Aktion durchzuführen, der Finger über das Display wischen muss. Dies passiert aber nur in so ungefähr einem von zwölf Fällen.

Das Regieduo Ariel Schulman und Henry Joost, welche beide zusammen schon bei Catfish und Paranormal Activity 3 und 4 auf dem Regiestuhl Platz genommen haben, inszeniert hier einen doch sehr spannenden Krimi-Thriller, der, wenn man den Kopf etwas abstellt und sich in den Film fallen lässt, richtig fesseln kann. Die Effekte wirken, wenn überhaupt eingesetzt, nur stellenweise überzeugend, oft merkt man leider, dass z.B. der Bildschirm des Handys (oder eben des Riesentablets) per Computer im nachhinein hinzugefügt wurde. Der Soundtrack ist zwar stellenweise überzeugend und greift gut in die Szenen ein, oft ist er aber leider nur Nebensache und hätte für mich auch ein paar mal durch einfaches Rauschen ersetzt werden können.

Betrachtet man das ganze Werk an sich, stellt sich dennoch ein eher positives Ergebnis ein, denn NERVE packt die Zuschauer an einem wunden Punkt: Sicherheit im Internet. So fühlt sich irgendwie jeder angesprochen und nach dem Film gehen zahlreiche Diskussionen los, ob das auch bei uns und mit uns möglich wäre oder nicht. So gesehen hat der Film für mich doch sehr sein Ziel erreicht, um auf solche Sachen aufmerksam zu machen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass NERVE ein unterhaltsamer Krimi-Thriller ist, welcher ohne die vielen Logikfehler sicher noch stärker hätte sein können.

Kleiner Tipp am Rande: Den Trailer unten kannst du dir anschauen. Den längeren Trailer, der anstatt 1:40 dann 2:28 dauert, verrät meiner Meinung nach zu viel über den Film.

Trailer:

© Bild & Trailer: Lions Gate Entertainment Group

Now You See Me – Die Unfassbaren 2

Now You See Me – Die Unfassbaren 2

Now You See Me - Die Unfassbaren 22016 • Mystery • Thriller • Action • Krimi • KomödieAscot Elite Entertainment Group • Regie: Jon M. Chu • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Ein Jahr, nachdem das Quartett „Die Vier Reiter“ das FBI ausgetrickst und dem Versicherungs-Schwergewicht Arthur Tressler (Michael Caine) eine Menge Geld gestohlen und unter den jubelnden Zuschauern verteilt hat, wollen die Magier J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson) und Jack Wilder (Dave Franco), zusammen mit Neuling Lula (Lizzy Caplan), mit einem noch spektakuläreren Trick die fragwürdigen Praktiken eines Technik-Genies aufdecken. Doch der Trick geht nach hinten los und die Reiter befinden sich, zusammen mit FBI-Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), auf einmal in einem noch grösseren Trick, welcher von niemand geringerem als den Technik-Wunderkind Walter Mabry (Daniel Radcliffe) aufgestellt wurde. Doch was das mit ihrem ersten grossen Coup zu tun hat, wie Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) da seine Finger mit im Spiel hat und wie gefährlich das für ihr eigenes Leben wird, wird erst auf einer rasanten Verfolgungsjagd durch ganz London klar…

Nachdem Now You See Me – Die Unfassbaren 2013 als völliger Überraschungshit das gut vierfache seiner Produktionskosten wieder eingefahren hat, war relativ schnell klar, dass darauf bald eine Fortsetzung folgen würde. Nach Louis Leterrier (Transporter – The Mission | Der Unglaubliche Hulk | Kampf der Titanen) übernimmt aber beim zweiten Teil Jon M. Chu (Step Up 2 The Streets | G.I. Joe – Die Abrechnung | Jem and the Holograms) die Regie. Über den deutschen Namen des Films beschwere ich mich an dieser Stelle jetzt für einmal nicht, obwohl ich es sehr gut auf eine dreistündige Diskussion ausweiten könnte.

Die Besetzung blieb gegenüber dem ersten Teil praktisch gleich, einzig die weibliche Reiterin wurde ausgetauscht, verkörpert wird der neue Charakter „Lula“ durch Lizzy Caplan (Cloverfield | 127 Hours | The Interview). Die Schauspielerin macht ihren Job zwar nicht schlecht, dennoch kann man ihr eine kleine nervende Eigenschaft nicht abreden, aber vielleicht soll Lula auch so rüberkommen, mich jedenfalls hat das leider ein wenig gestört. Ebenfalls neu im Bunde ist Daniel Radcliffe (Harry Potter Heptalogie | Die Frau in Schwarz | Horns), welcher Walter Mabry verkörpert. Das amüsanteste daran ist wohl, dass Radcliffe, welcher in den Harry Potter Filmen den gleichnamigen Zauberschüler verkörperte, hier nicht als Magier, sondern als Gegner der eben solchen da steht. Seine Rolle verkörpert er von Anfang an gut und überzeugend. Das bereits bekannte Trio, bestehend aus Jesse Eisenberg (Zombieland | The Social Network | Batman v Superman), welcher J. Daniel Atlas spielt, Woody Harrelson (No Country for Old Men | Die Tribute von Panem | The Messenger – Die letzte Nachricht), der Merritt McKinney verkörpert und Dave Franco (Scrubs – Die Anfänger (Serie) | 21 Jump Street | Bad Neighbors), der Jack Wilder Leben einhaucht, spielt überzeugend und schafft es, das Publikum zu fesseln. Auch die „Profis“ Mark Ruffalo (Zodiac | Marvel’s The Avengers | Foxcatcher) als Dylan Rhodes, Michael Caine (Miss Undercover | Kingsman – The Secret Service | The Dark Knight Rises) als Arthur Tressler und Morgan Freeman (Bruce Allmächtig | R.E.D. – Älter, härter, besser | Lucy) als Thaddeus Bradley sind wieder mit von der Partie und bringen Standfestigkeit in den doch noch einigermassen jungen Cast rein.

Die Geschichte, welcher erzählt wird, ist schnell aufgenommen und verarbeitet, erwartet also keine zu grosse Story. Dennoch schafft es der Film, mit einigen Ecken und vielen Wendungen den Ablauf spannend zu gestalten, was dem Zuschauer Gelegenheit gibt, sich auf die vielen Tricks zu konzentrieren. Ja, auch in diesem Film wird wieder gezaubert dass sich die Jungfrauen praktisch von selbst zersägen, aber dank der Computertechnik sieht das leider oft sehr künstlich aus. Da hätte ich mir etwas mehr Budget für die gesamte CGI Abteilung gewünscht. Einige Szenen sind zwar überzeugend gelungen, im Grossen und Ganzen aber waren die Bildeffekte leider enttäuschend.

Überzeugter war ich allerdings von der Chemie in dem Film. Man merkt richtig, dass sowohl Schauspieler, als auch die Drehbuch Autoren und der Regisseur eine grosse Freude daran hatten, diesen Film zu drehen, was sich auch etwas in der Komik des Film wiederspiegelt, denn da gibt es einige gut platzierte Gags. Und dass bereits ein dritter Teil angekündigt wurde, lässt mein verzaubertes Herz noch etwas höher schlagen. Um den Film zu verstehen muss der erste Teil zwar nicht unbedingt geschaut werden, da vieles im Vorspann erklärt wird, dennoch würde ich es wärmstens empfehlen, da man so die Charaktere noch etwas besser kennenlernt.

Überzeugender Krimi-Thriller, welcher durch gute Schauspieler sehr gewinnt, aber durch die eher schlechten optischen Effekte leider wieder etwas verliert.

Noch ein letzter Tipp: Falls ihr noch keinen Trailer gesehen habt, schaut euch bitte höchstens den Teaser unten an, denn die restlichen Trailer verraten schon einiges zu viel über den Film.

Trailer:

© Bild & Trailer: Ascot Elite Entertainment Group

Money Monster

Money Monster

2016 • Krimi • Drama • Thriller • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Jodie Foster • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Lee Gates (George Clooney) ist ein waschechter Finanzguru, jedenfalls wenn es um seine Sendung „Money Monster“ im Fernsehen geht. Die Börsentipps, welche er während der Sendung immer wieder abgibt, basieren nicht immer nur auf der Qualität der Anlage, sondern sollen vor allem auch eine gute Show abgeben. Das hat ihm nicht nur Fans gebracht, wie er plötzlich selbst zuspüren bekommt. Denn Kyle (Jack O’Connell) hat auf einen Tipp von Lee hin seine gesamten Ersparnisse an der Börse verzockt und steht jetzt mit nichts mehr da. Er ist so verzweifelt, dass er sich bewaffnet auf das Set der Show Money Monster schleicht und Lee Gates als Geisel nimmt. Er droth damit den Moderator umzubringen, wenn die Sendung nicht weiter ausgestrahlt wird und er bis Börsenschluss seinen Verlust wieder zurück hat. Nun liegt es in den Händen der Anleger das Leben des Fernsehstars, seiner Crew und der Regisseurin Nancy Fenn (Julia Roberts), welche versucht die Situation zu beruhigen, zu retten, während die Geiselnahme immer mehr zum Medienspektakel wird, denn mittlerweile sieht beinahe die gesamte Welt zu.

Jodie Foster hat sich nicht nur als Schauspielerin (Das Schweigen der Lämmer | Panic Room | Der Gott des Gemetzels) einen Namen gemacht, sondern zeigt auch immer mehr als Produzentin (Die Fremde in dir) und jetzt auch als Regisseurin, was für ein Multitalent sie ist. Mit Money Monster gelingt ihr ein spannender Krimi-Thriller, welcher sich in der schwierigen und unübersichtlichen Welt der Finanzen und der Börse abspielt. Ich war mir nicht sicher, ob mir dieser Film gefallen würde, da ich mich mit der Börse und mit Aktien eigentlich so gar nicht auskenne, dennoch war die Mischung aus Julia Roberts, George Clooney und Jodie Foster zu verlockend, als dass ich es nicht versuchen würde.

Die Geschichte ist schnell erzählt, ein Typ, Kyle, verzockt an der Börse wegen  einem Tipp eines TV-Moderator sein gesamtes Geld und möchte jetzt eine Erklärung, Entschuldigung oder irgendwie eine Wiedergutmachung erreichen. Die Verkörperung dieses Typs, welche von Jack O’Connell (300: Rise of an Empire | Unbroken) vorgenommen wird, ist meiner Meinung nach wunderbar besetzt. Trotz der Tatsache, dass Kyle eigentlich ja der mit der Waffe ist, wird der Charakter im Verlauf des Films sehr sympatisch und man kann seine Argumente schnell aufnehmen und verstehen. Aber ebenso authentisch wirkt schnell auch Lee Gates, welcher von George Clooney (Ocean’s Eleven | A World Beyond | Gravity) dargestellt wird. So gesehen wirkt er aber nicht sympatisch, sondern egoistisch und eingebildet, also genau so wie man sich einen TV-Star auch vorstellt. Julia Roberts (Pretty Woman | Hook | Spieglein, Spieglein) ist nicht nur als Regisseurin der Sendung Nancy Fenn der Ruhepol der Geiselnahme, sondern auch des ganzem Filmes. So setzt sie immer wieder kleine Akzente, in denen sie es schafft den Film und die Schauspieler so zu beruhigen, sodass sich die Zuschauer noch etwas Zeit nehmen können, alles auf sich wirken zu lassen.

Meine Sorge, dass sich meine Unkenntnis und das kleine Desinteresse für die Börsen- und Aktienwelt schlecht auf den Film auswirken könnte, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Denn während des Films führen die Zuschauer viele interessante Dialoge durch das Geschehen und erklären gleichzeitig etwas über die Börse, wofür Unwissende wie ich sehr dankbar sind. Jodie Foster spielt hier mit den Vorurteilen und Vorstellungen der Zuschauer, in welcher Sie die Rolle von Gut und Böse immer wieder hin und her springen lässt.

Gut aufgefallen ist mir auch das Fehlen von viel Hintergrundmusik, denn der Fokus liegt hier ganz klar auf den Schauspielern, so war die Spannung immer sehr deutlich zu spüren und zog sich durch fast die gesamten knapp 100 Minuten durch, ohne durch eine grosse Songauswahl gestört zu werden.

Die vielen mittelmässigen oder gar schlechten Kritiken kann ich nicht wirklich nachvollziehen, mich hat der Film in seinem Gesamtbild sehr überzeugt und überraschend gut unterhalten.

Überzeugender Krimi-Thriller, der von Beginn weg bis zum Schluss mit Spannung aufwarten kann.

Trailer:

© Bild und Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

 

Captain America 3: Civil War

Captain America 3: Civil War

ActionAbenteuerScience-FictionThriller von 2016 aus dem Hause der Marvel Studios.

Captain America 3 - Civil War

Regie: Anthony Russo und Joe Russo

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Nachdem sich einige Superhelden wie Thor, Hulk oder Tony Stark alias „Iron Man“ (Robert Downey Jr.) nach den grossen Schäden, die sie angerichtet haben, von den Avengers getrennt haben, ist es nun Steve Rogers alias „Captain America“’s (Chris Evans) Aufgabe, die Welt vor dem Bösen zu schützen. Er führt die neuen Avengers an, welche noch aus Natasha Romanoff alias „Black Widow“ (Scarlett Johansson), Wanda Maximoff alias „Scarlet Witch“ (Elizabeth Olsen), Sam Wilson alias „Falcon“ (Anthony Mackie) und The Vision (Paul Bettany) bestehen. Aber einer ihrer Einsätze geht schief und das bringt das Fass zum überlaufen. Die vereinten Nationen beschliessen, dass alle Einsätze der Avengers erst durch ein Gremium bewilligt werden sollten, bevor Superhelden gleich Selbstjustiz durchführen. Tony Stark unterstützt dieses Abkommen, nachdem seine eigene Kreatur Ultron die Verwüstung in Sokovia angerichtet hat, aber Captain America weiss nur zu gut, wie eine solch mächtige Organisation missbraucht werden kann und ist deshalb entschieden gegen diese Machtverteilung der Avenegers. Die Avengers zerbrechen an diesem Abkommen und es bilden sich zwei Seiten, welche in einem wahren Bürgerkrieg aneinander geraten.

Ich lasse mich gerade zu Beginn wieder kurz über den Titel des Films aus. Aus (mir sehr unerklärlichen Gründen) entscheidet sich der deutsche Sprachraum wiedermal den originalen Titel durch einen neuen, englischen Titel zu ersetzen. Den Sinn dahinter kann man lange suchen, dennoch heisst dieser Film für mich immer noch „Captain America 3: Civil War“ und nicht „The First Avenger: Civil War“, den ersteres geht ja auch deutlich einfacher von den Lippen. Soviel dazu. Dann zurück zum Film. Ich war sehr gespannt darauf, erst recht nachdem bekannt wurde, dass die Brüder Anthony und Joe Russo auch nach Captain America 2: The Return of the First Avenger hier wieder Regie führen würden. Die beiden haben ihren Vertrag übrigens bereits um „The Avengers: Infinity War Part 1 & 2“ verlängert, aber das nur am Rande.

Captain America 3 ist so gesehen eigentlich keine Fortsetzung zu Captain America 2, sondern zu The Avengers 2: Age of Ultron, in dem die Avengers den von Tony Stark geschaffenen Ultron vernichten müssen, damit dieser nicht den gesamten Planeten zerstört. Die Verwicklung der Marvel Filme ist hierbei sehr bemerkenswert, da ein Aussenstehender, der bis jetzt keinen Marvel Film im Kino gesehen hat, der Story wohl nur schwer folgen kann. So ist es empfehlenswert, wenigstens die Story von Avengers 2 noch etwas zu kennen, damit man mithalten kann. Denn in diesem Film werden den Zuschauern die alten und neuen Charaktere praktisch um den Kopf geworfen. Auf der Leinwand geschieht so viel, dass man völlig im Film versinken kann.

Die Geschichte ist interessant ausgelegt und nicht wirklich aus der Luft gegriffen, was ihr Glaubhaftigkeit spendiert und so den Zuschauer nur noch Neugieriger macht, was als nächstes geschehen wird. Nachdem der Versuch von DC, Marvels grösstem Comic-Konkurrenten, zwei grosse Superhelden in Batman v Superman auf der Leinwand gegeneinander antreten zu lassen bei den Kritikern und auch vielen Fans total durchgefallen ist, scheint nun Marvel alles richtig zu machen. Ihre Version eines Civil War, in dem sich zwei Teams aus den Charakteren des Marvel Universums bilden und beide gegeneinander antreten, überzeugt voll und ganz. Trotzdem geht es im Grossen und Ganzen immer noch um Captain America, welcher viele Gewissensfragen beantworten muss, trotz der Hülle und Fülle der anderen Superhelden. Nicht zu kurz kommt auch Marvels bekannter Humor, welcher über den gesamten Film verteilt, egal ob eine normale Konversations-Sszene oder ein actiongeladener Kampf, den Zuschauer immer wieder zum lachen bringt, so die gesamte Stimmung auflockert und den Film authentischer wirken lässt.

Marvel gab sich grosse Mühe beim Cast und so schickten sie (fast) alle ihrer grossen Pferde ins Rennen. Chris Evans (Fantastic Four, Captain America: The First Avenger, Marvel’s The Avengers) schlägt sich als Steve Rogers aka Captain America durch die Menge. Robert Downey Jr. (Chaplin, Sherlock Holmes, Iron Man) verkörpert wieder Tony Stark, bzw. den Superhelden Iron Man. Sebastian Stan (Black Swan, Captain America 2, Once Upon A Time (Serie)) gab sein Comeback als Bucky Barnes alias „Winter Soldier“. Scarlett Johansson (Die Insel, Her, Lucy) gibt sich als Natasha Romanoff alias Black Widow alle Ehre. Elizabeth Olsen (Martha Marcy May Marlene, Godzilla, The Avengers 2) stellt Wanda Maximoff, bekannt als „Scarlet Witch“ dar. Anthony Mackie ( Tödliches Kommando – The Hurt Locker, Ganster Squad) fliegt als Sam Wilson aka Falcon durch die Lüfte. Don Cheadle (Ocean’s Eleven, L.A. Crash, Iron Man 2) kämpft sich als Jim Rhodes‘ „War Machine“ durch. Jeremy Renner (28 Weeks Later, Hänsel & Gretel – Hexenjäger, Mission: Impossible – Phantom Protokoll, Das Bourne Vermächtnis) verschiesst wieder als Clint Barton alias Hawkeye Pfeile. Paul Bettany (The Da Vinci Code – Sakrileg, Tintenherz, Transcendence, Mortdecai) verkörpert Vision, welcher ein Android mit der künstlichen Intelligenz von Iron Mans J.A.R.V.I.S. ausgestattet ist. Ebenfalls zu sehen ist Paul Rudd (Friends (Serie), Vorbilder?!, Ant-Man), welcher als Scott Langs Ant-Man in den Showdown zieht. Alle diese Schauspieler machen ihre Arbeit ausgezeichnet und überzeugen in allen Belangen.

Dieser Abschnitt wurde an sich schon deutlich zu lange, die Aufzählung der Schauspieler ist aber immer noch nicht zu Ende. Denn neu dazu stossen auch Chadwick Boseman (The Kill Hole, Get On Up, Gods of Egypt), der als Prinz T’Challa von Wakanda den „Black Panther“ spielt, oder auch Tom Holland (The Impossible, How I Live Now, Im Herzen der See) als Peter Parker, besser bekannt unter dem Namen „Spider Man“, welche ebenfalls gute Leistungen abliefern. Trotzdem war ich etwas erstaunt über das Alter des neuen Spider Man Darstellers, den mit Jahrgang 96 einen Superhelden zu verkörpern ist schon eine gute Leistung. Etwas enttäuscht war ich von Daniel Brühl (Good Bye Lenin!, Inglorious Basterds), dem ich den bösen Schurken irgendwie nicht richtig abkaufte. Vielleicht sieht er einfach etwas zu nett aus dafür.

Die Effekte sind wie gewohnt auf einem recht hohen Niveau, wie man das von Marvel ja bereits kennt. Die Kampfszenen sind gut gelungen, die Kameraführung war trotz ein paar Schlenkern während den Kämpfen dennoch überzeugend. Der 3D Effekt kommt vor allem bei den Explosionen zum Einsatzund glaubt mir, davon gibt es in diesem Film mehr als genug. Trotz der Tatsache, dass dieser Film zu einem Grossteil in Green Rooms entstanden ist, also die Umgebung nachträglich per Computer eingesetzt wurde, wirkt alles authentisch und echt. Mit seinen fast 150 Minuten ist Captain America 3: Civil War zwar ein recht langer Film geworden, der aber irgendwie wie im Flug zu vergehen scheint. Mit Ausblick auf die zukünftigen Filme des Marvel Cinematic Universe und den neuen Charakteren Black Panther und Spider Man wurde hier grosse Unterhaltung auf die Leinwand gebannt, welche fast an Guardians of the Galaxy herankommt. Ich bin begeistert.

PS: Wer sich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Filme nicht entgehen lassen will, der sollte nicht nur bis nach dem animierten Abspann, sondern auch bis zum bitteren Ende der Credits sitzen bleiben, denn Marvel-typisch gibt es da noch etwas interessantes zu sehen.

Fazit: Marvel schafft es, den Kampf von Gut gegen Gut spektakulär mit vielen grandiosen Effekten, gutem Humor und einer riesigen Palette an Charakteren zu inszenieren. Ein wahrer Augenschmaus für Fans von Superhelden-Filmen.

Bewertung: 9.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Marvel Studios