Kategorie: Krimi

Baby Driver

Baby Driver

2017 • Action • Krimi • Thriller • Abenteuer • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Edgar Wright • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Sein Name ist Baby, er fährt Autos und das ziemlich schnell. In diesem simplen Satz ist eigentlich schon fast alles zu diesem Film gesagt. Wieso also erhält er von mir dennoch 4 von 5 Punkten? Nun, Ansel Elgort, welcher hier Baby verkörpert, mochte ich schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr. Er mag zwar nicht ein Schauspieler sein, der viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen kann, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge, dass er immer etwas abwesend wirkt. Er ist in diesem Film ganz klar das Aushängeschild, der mit seiner Coolness während den Autofahrten glänzt. Baby ist der Fluchtauto-Fahrer der aktuellen Einbruchserie und wenn man ihm nur kurz zuschaut, weiss man auch direkt wieso. Mit einer Selbstverständlichkeit schafft er es, das Auto um die engste Kurve zu bewegen und der Polizei mit Leichtigkeit zu entkommen. Wie viel Geld die Räuber dabei erbeuten, oder wer dabei zu schaden kommt, das ist ihm eigentlich ziemlich egal. Die anderen Schauspieler sind zwar präsent, wie z.B. Kevin Spacey, Lily James oder Jamie Foxx, aber mehr über ihre Charaktere erfahren wir leider nicht, da ist alles viel zu oberflächlich. Edgar Wright, der bereits bei ‚Shaun of the Dead‘ und ‚Scott Pilgrimm gegen den Rest der Welt‘ für Regie und Drehbuch verantwortlich war, inszeniert mit Baby Driver einen rasanten Thriller mit einem gewissen Extra. Musikkomponist Steven Price, der bereits für Suicide Squad, Herz aus Stahl – Fury und Gravity die Musik beisteuerte, gilt hier ein ganz besonderes Augenmerk, oder besser gesagt Ohrenmerk. Denn was Price hier mit dem Filmsoundtrack und grossen Welthits anstellt ist echt bemerkenswert. Sie sind nicht nur Hintergrundmusik, nein, sie sind Teil des Filmes und werden so auf spektakuläre Weise in jede Szene mit integriert, das gibt dem ganzen noch etwas mehr Dynamik. Einige Verfolgungsjagden haben mich leider etwas an Fast & Furious erinnert, weshalb es nicht noch mehr Punkte gab. Trotz der eher flachen Story gab es einige sehr interessante Wendungen und ich fühlte mich durch die vollen 113 Minuten bestens unterhalten. Meiner Meinung nach ein echt packender Thriller.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

NERVE

NERVE

Nerve2016 • Abenteuer • Krimi • ThrillerLions Gate Entertainment Group • Regie: Ariel Schulman und Henry Joost • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Venus, bzw. „Vee“, (Emma Roberts) steht kurz davor ans Collage zu gehen und somit ihr Zuhause in New York City zu verlassen. Sie bringt es aber nicht übers Herz, das ihrer Mutter Nancy (Juliette Lewis) zu erzählen, weil sie sich um sie Sorgen macht. Ihre beste Freundin Sydney (Emily Meade) ist da gerade auch keine grosse Hilfe, denn die hat nur noch dieses 24-Stunden Spiel namens „NERVE“ im Kopf. Bei dem Spiel gibt es Watcher und Player. Die Watcher zahlen, um den Playern dabei zuzusehen, wie sie die von den Watchern gestellten Challenges, also Herausforderungen, absolvieren. Nachdem die beiden einen Streit haben, weil Sydney eine mittlerweile ziemlich gute Playerin bei NERVE ist und Vee vorhält, sie werde nie mehr als eine Watcherin sein, beschliesst Vee, sich auch bei NERVE als Playerin anzumelden. Schnell lernt sie Ian (Dave Franco) kennen, der ebenfalls ein Player ist. Die beiden sollen, so wollen es die Watcher, zusammen einige Challenges absolvieren. Schnell werden aber aus den witzigen kleinen Challenges richtig gefährliche Aufgaben, die die beiden nahezu an ihre Grenzen stossen lassen. Und so stellt sich schnell die Frage, können sie dieses Spiel irgendwie aufhalten, bevor noch jemand dabei sein Leben verliert, wie dies vor einem Jahr bereits in Seattle passiert ist?

Nun, die Story wirkt sehr interessant, vor allem aber sehr zeitgemäss. Denn in einem Zeitalter, in dem so viele von ihrem Smartphone abhängig sind, ist ein solches Spiel nicht sehr weit entfernt. Bedenkt man dann noch die Natur des Menschen, kommt das ganze fast von selbst zusammen. Nun aber wieder zurück zum Film. Dieser fängt recht simpel, aber mit Werbung ohne Ende an. Man hätte wohl ganze A4-Seiten mit Strichen füllen können, hätte man jede Platzierung eines Produkts oder einer Marke gezählt. Das war schon mal ein kleiner Minuspunkt zum Anfang.

Die Geschichte an sich ist aber ganz okay, nichts riesiges und manchmal etwas vorausschaubar. Dennoch gibt es gegen Ende eine doch sehr grosse Bedeutung im Film, nämlich der, dass man mit seinen Daten im Netz nicht leichtfertig umgehen sollte, aber das merkt ihr selbst im Zusammenhang mit den Geschehnissen dann noch besser.

Die Schauspieler erledigen ihren Job gut. Im Falle von Emma Roberts als Venus oder besser gesagt Vee (Valentinstag | Scream 4 | Wir sind die Millers) sogar sehr gut. Man glaubt ihr diese erst zurückhaltende, dann aber aufblühende Rolle. Dave Franco (22 Jump Street | Warm Bodies | Now You See Me 2) schafft es, den undurchsichtigen Ian gut zu verkörpern, sodass man ihm zwar trauen will, aber nicht weiss, ob man das auch sollte. Emily Meade (My Soul To Take | Für immer Single? | Money Monster) spielt zwar ihre Rolle als Sydney, aber wirklich gefühlskräftig wirkt sie leider nicht, da hätte ich mir etwas mehr erwartet. Für Miles Heizer, der Vees guten Freund Tommy darstellt, ist NERVE der erste grosse Film, seit er 2007 als 13-jähriger bei „Rails & Ties“ mitspielte und nebenbei in vielen Serien wie „Bones“, „CSI: Miami“, „Ghost Whisperer“ oder „Cold Case“ als Nebendarsteller mitwirkte.

Genervt haben mich die vielen, wirklich unendlich vielen Logikfehler. So wird z.B. beim MacBook von Apple munter auf dem Display (welches nicht über eine Touch-Eingabe verfügt) umhergedrückt, um Eingaben zu bestätigen. Jedes Handy der einzelnen Charaktere ist ein gefühltes Riesentablet, auf welchem man locker eine Ananas oder eine Wassermelone hätte zerschneiden können (klar, es geht auch darum, dass die Inhalte auf diesen Displays für den Zuschauer gut zu erkennen sind, dennoch wirkt das doch viel zu künstlich, soll der Film ja „Echtheit“ rüberbringen). Die Fingerabdrücke der Besitzer solcher Riesentablets werden, so wird es dargestellt, auf dem Display gelesen, was absoluter Schwachsinn ist. Wenn jemand anruft, steht da natürlich dann „Annehmen“ oder „Ablehnen“, aber vielleicht sind den Filmemachern die kleinen Pfeile auf der Seite der Wörter nicht aufgefallen, die symbolisieren, dass, um die Aktion durchzuführen, der Finger über das Display wischen muss. Dies passiert aber nur in so ungefähr einem von zwölf Fällen.

Das Regieduo Ariel Schulman und Henry Joost, welche beide zusammen schon bei Catfish und Paranormal Activity 3 und 4 auf dem Regiestuhl Platz genommen haben, inszeniert hier einen doch sehr spannenden Krimi-Thriller, der, wenn man den Kopf etwas abstellt und sich in den Film fallen lässt, richtig fesseln kann. Die Effekte wirken, wenn überhaupt eingesetzt, nur stellenweise überzeugend, oft merkt man leider, dass z.B. der Bildschirm des Handys (oder eben des Riesentablets) per Computer im nachhinein hinzugefügt wurde. Der Soundtrack ist zwar stellenweise überzeugend und greift gut in die Szenen ein, oft ist er aber leider nur Nebensache und hätte für mich auch ein paar mal durch einfaches Rauschen ersetzt werden können.

Betrachtet man das ganze Werk an sich, stellt sich dennoch ein eher positives Ergebnis ein, denn NERVE packt die Zuschauer an einem wunden Punkt: Sicherheit im Internet. So fühlt sich irgendwie jeder angesprochen und nach dem Film gehen zahlreiche Diskussionen los, ob das auch bei uns und mit uns möglich wäre oder nicht. So gesehen hat der Film für mich doch sehr sein Ziel erreicht, um auf solche Sachen aufmerksam zu machen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass NERVE ein unterhaltsamer Krimi-Thriller ist, welcher ohne die vielen Logikfehler sicher noch stärker hätte sein können.

Kleiner Tipp am Rande: Den Trailer unten kannst du dir anschauen. Den längeren Trailer, der anstatt 1:40 dann 2:28 dauert, verrät meiner Meinung nach zu viel über den Film.

Trailer:

© Bild & Trailer: Lions Gate Entertainment Group

Now You See Me – Die Unfassbaren 2

Now You See Me – Die Unfassbaren 2

Now You See Me - Die Unfassbaren 22016 • Mystery • Thriller • Action • Krimi • KomödieAscot Elite Entertainment Group • Regie: Jon M. Chu • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Ein Jahr, nachdem das Quartett „Die Vier Reiter“ das FBI ausgetrickst und dem Versicherungs-Schwergewicht Arthur Tressler (Michael Caine) eine Menge Geld gestohlen und unter den jubelnden Zuschauern verteilt hat, wollen die Magier J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson) und Jack Wilder (Dave Franco), zusammen mit Neuling Lula (Lizzy Caplan), mit einem noch spektakuläreren Trick die fragwürdigen Praktiken eines Technik-Genies aufdecken. Doch der Trick geht nach hinten los und die Reiter befinden sich, zusammen mit FBI-Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), auf einmal in einem noch grösseren Trick, welcher von niemand geringerem als den Technik-Wunderkind Walter Mabry (Daniel Radcliffe) aufgestellt wurde. Doch was das mit ihrem ersten grossen Coup zu tun hat, wie Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) da seine Finger mit im Spiel hat und wie gefährlich das für ihr eigenes Leben wird, wird erst auf einer rasanten Verfolgungsjagd durch ganz London klar…

Nachdem Now You See Me – Die Unfassbaren 2013 als völliger Überraschungshit das gut vierfache seiner Produktionskosten wieder eingefahren hat, war relativ schnell klar, dass darauf bald eine Fortsetzung folgen würde. Nach Louis Leterrier (Transporter – The Mission | Der Unglaubliche Hulk | Kampf der Titanen) übernimmt aber beim zweiten Teil Jon M. Chu (Step Up 2 The Streets | G.I. Joe – Die Abrechnung | Jem and the Holograms) die Regie. Über den deutschen Namen des Films beschwere ich mich an dieser Stelle jetzt für einmal nicht, obwohl ich es sehr gut auf eine dreistündige Diskussion ausweiten könnte.

Die Besetzung blieb gegenüber dem ersten Teil praktisch gleich, einzig die weibliche Reiterin wurde ausgetauscht, verkörpert wird der neue Charakter „Lula“ durch Lizzy Caplan (Cloverfield | 127 Hours | The Interview). Die Schauspielerin macht ihren Job zwar nicht schlecht, dennoch kann man ihr eine kleine nervende Eigenschaft nicht abreden, aber vielleicht soll Lula auch so rüberkommen, mich jedenfalls hat das leider ein wenig gestört. Ebenfalls neu im Bunde ist Daniel Radcliffe (Harry Potter Heptalogie | Die Frau in Schwarz | Horns), welcher Walter Mabry verkörpert. Das amüsanteste daran ist wohl, dass Radcliffe, welcher in den Harry Potter Filmen den gleichnamigen Zauberschüler verkörperte, hier nicht als Magier, sondern als Gegner der eben solchen da steht. Seine Rolle verkörpert er von Anfang an gut und überzeugend. Das bereits bekannte Trio, bestehend aus Jesse Eisenberg (Zombieland | The Social Network | Batman v Superman), welcher J. Daniel Atlas spielt, Woody Harrelson (No Country for Old Men | Die Tribute von Panem | The Messenger – Die letzte Nachricht), der Merritt McKinney verkörpert und Dave Franco (Scrubs – Die Anfänger (Serie) | 21 Jump Street | Bad Neighbors), der Jack Wilder Leben einhaucht, spielt überzeugend und schafft es, das Publikum zu fesseln. Auch die „Profis“ Mark Ruffalo (Zodiac | Marvel’s The Avengers | Foxcatcher) als Dylan Rhodes, Michael Caine (Miss Undercover | Kingsman – The Secret Service | The Dark Knight Rises) als Arthur Tressler und Morgan Freeman (Bruce Allmächtig | R.E.D. – Älter, härter, besser | Lucy) als Thaddeus Bradley sind wieder mit von der Partie und bringen Standfestigkeit in den doch noch einigermassen jungen Cast rein.

Die Geschichte, welcher erzählt wird, ist schnell aufgenommen und verarbeitet, erwartet also keine zu grosse Story. Dennoch schafft es der Film, mit einigen Ecken und vielen Wendungen den Ablauf spannend zu gestalten, was dem Zuschauer Gelegenheit gibt, sich auf die vielen Tricks zu konzentrieren. Ja, auch in diesem Film wird wieder gezaubert dass sich die Jungfrauen praktisch von selbst zersägen, aber dank der Computertechnik sieht das leider oft sehr künstlich aus. Da hätte ich mir etwas mehr Budget für die gesamte CGI Abteilung gewünscht. Einige Szenen sind zwar überzeugend gelungen, im Grossen und Ganzen aber waren die Bildeffekte leider enttäuschend.

Überzeugter war ich allerdings von der Chemie in dem Film. Man merkt richtig, dass sowohl Schauspieler, als auch die Drehbuch Autoren und der Regisseur eine grosse Freude daran hatten, diesen Film zu drehen, was sich auch etwas in der Komik des Film wiederspiegelt, denn da gibt es einige gut platzierte Gags. Und dass bereits ein dritter Teil angekündigt wurde, lässt mein verzaubertes Herz noch etwas höher schlagen. Um den Film zu verstehen muss der erste Teil zwar nicht unbedingt geschaut werden, da vieles im Vorspann erklärt wird, dennoch würde ich es wärmstens empfehlen, da man so die Charaktere noch etwas besser kennenlernt.

Überzeugender Krimi-Thriller, welcher durch gute Schauspieler sehr gewinnt, aber durch die eher schlechten optischen Effekte leider wieder etwas verliert.

Noch ein letzter Tipp: Falls ihr noch keinen Trailer gesehen habt, schaut euch bitte höchstens den Teaser unten an, denn die restlichen Trailer verraten schon einiges zu viel über den Film.

Trailer:

© Bild & Trailer: Ascot Elite Entertainment Group

Money Monster

Money Monster

2016 • Krimi • Drama • Thriller • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Jodie Foster • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Lee Gates (George Clooney) ist ein waschechter Finanzguru, jedenfalls wenn es um seine Sendung „Money Monster“ im Fernsehen geht. Die Börsentipps, welche er während der Sendung immer wieder abgibt, basieren nicht immer nur auf der Qualität der Anlage, sondern sollen vor allem auch eine gute Show abgeben. Das hat ihm nicht nur Fans gebracht, wie er plötzlich selbst zuspüren bekommt. Denn Kyle (Jack O’Connell) hat auf einen Tipp von Lee hin seine gesamten Ersparnisse an der Börse verzockt und steht jetzt mit nichts mehr da. Er ist so verzweifelt, dass er sich bewaffnet auf das Set der Show Money Monster schleicht und Lee Gates als Geisel nimmt. Er droth damit den Moderator umzubringen, wenn die Sendung nicht weiter ausgestrahlt wird und er bis Börsenschluss seinen Verlust wieder zurück hat. Nun liegt es in den Händen der Anleger das Leben des Fernsehstars, seiner Crew und der Regisseurin Nancy Fenn (Julia Roberts), welche versucht die Situation zu beruhigen, zu retten, während die Geiselnahme immer mehr zum Medienspektakel wird, denn mittlerweile sieht beinahe die gesamte Welt zu.

Jodie Foster hat sich nicht nur als Schauspielerin (Das Schweigen der Lämmer | Panic Room | Der Gott des Gemetzels) einen Namen gemacht, sondern zeigt auch immer mehr als Produzentin (Die Fremde in dir) und jetzt auch als Regisseurin, was für ein Multitalent sie ist. Mit Money Monster gelingt ihr ein spannender Krimi-Thriller, welcher sich in der schwierigen und unübersichtlichen Welt der Finanzen und der Börse abspielt. Ich war mir nicht sicher, ob mir dieser Film gefallen würde, da ich mich mit der Börse und mit Aktien eigentlich so gar nicht auskenne, dennoch war die Mischung aus Julia Roberts, George Clooney und Jodie Foster zu verlockend, als dass ich es nicht versuchen würde.

Die Geschichte ist schnell erzählt, ein Typ, Kyle, verzockt an der Börse wegen  einem Tipp eines TV-Moderator sein gesamtes Geld und möchte jetzt eine Erklärung, Entschuldigung oder irgendwie eine Wiedergutmachung erreichen. Die Verkörperung dieses Typs, welche von Jack O’Connell (300: Rise of an Empire | Unbroken) vorgenommen wird, ist meiner Meinung nach wunderbar besetzt. Trotz der Tatsache, dass Kyle eigentlich ja der mit der Waffe ist, wird der Charakter im Verlauf des Films sehr sympatisch und man kann seine Argumente schnell aufnehmen und verstehen. Aber ebenso authentisch wirkt schnell auch Lee Gates, welcher von George Clooney (Ocean’s Eleven | A World Beyond | Gravity) dargestellt wird. So gesehen wirkt er aber nicht sympatisch, sondern egoistisch und eingebildet, also genau so wie man sich einen TV-Star auch vorstellt. Julia Roberts (Pretty Woman | Hook | Spieglein, Spieglein) ist nicht nur als Regisseurin der Sendung Nancy Fenn der Ruhepol der Geiselnahme, sondern auch des ganzem Filmes. So setzt sie immer wieder kleine Akzente, in denen sie es schafft den Film und die Schauspieler so zu beruhigen, sodass sich die Zuschauer noch etwas Zeit nehmen können, alles auf sich wirken zu lassen.

Meine Sorge, dass sich meine Unkenntnis und das kleine Desinteresse für die Börsen- und Aktienwelt schlecht auf den Film auswirken könnte, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Denn während des Films führen die Zuschauer viele interessante Dialoge durch das Geschehen und erklären gleichzeitig etwas über die Börse, wofür Unwissende wie ich sehr dankbar sind. Jodie Foster spielt hier mit den Vorurteilen und Vorstellungen der Zuschauer, in welcher Sie die Rolle von Gut und Böse immer wieder hin und her springen lässt.

Gut aufgefallen ist mir auch das Fehlen von viel Hintergrundmusik, denn der Fokus liegt hier ganz klar auf den Schauspielern, so war die Spannung immer sehr deutlich zu spüren und zog sich durch fast die gesamten knapp 100 Minuten durch, ohne durch eine grosse Songauswahl gestört zu werden.

Die vielen mittelmässigen oder gar schlechten Kritiken kann ich nicht wirklich nachvollziehen, mich hat der Film in seinem Gesamtbild sehr überzeugt und überraschend gut unterhalten.

Überzeugender Krimi-Thriller, der von Beginn weg bis zum Schluss mit Spannung aufwarten kann.

Trailer:

© Bild und Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

 

The Nice Guys

The Nice Guys

2016 • Action • Krimi • Komödie • Concorde Film • Regie:  Shane Black • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Holland March (Ryan Gosling) kämpfts sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv im Los Angeles der 70er Jahre durchs Leben und die Situation wird nicht besser, als der Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) den Auftrag bekommt, March zu verprügeln. Das ungewöhnliche Duo erhält aber ein sehr lukratives Angebot, welches die beiden nicht ausschlagen können und sie als Partner zusammenarbeiten lässt. Denn die oberste Richterin Judith Kuttner (Kim Basinger) möchte, dass die beiden ihre Tochter Amelia (Margaret Qualley) ausfindig machen und von den Schwierigkeiten beschützen, in welche Sie durch nicht ganz jugendfreie Videos geraten ist. Mit Marchs 13-jähriger Tochter Holly (Angourie Rice) machen sich die beiden auf in ein Abenteuer, welches schon bald Dimensionen annimmt, welche sie nie zuvor geahnt hätten.

In der Zeit, in welcher die Kinos vor Fantasy und Science Fiction nur so triefen, kommt mit „The Nice Guys“ endlich mal wieder etwas alt bewährtes auf die Leinwand. Shane Black, welcher sich als Regisseur und Drehbuchautor von „Kiss, Kiss, Bang, Bang“ oder „Iron Man 3“ einen Namen machte, beschert den Zuschauern einen Film mit viel Action, Blut und einer grossen Portion Humor. Für Filmbegeisterte lässt sich durch den Stil des Films erkennen, dass Black ebenfalls Drehbuchautor für drei „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“-Filme war, denn der Humor ist sehr ähnlich.

Eine riesige Story muss man in diesem Film nicht erwarten, ebenso wenig wie tiefgründige Unterhaltungen oder grosse Spezialeffekte. Aber „The Nice Guys“ lebt von den beiden Hauptdarstellern und ihrem manchmal bzw. oft ungewollt gewollten Humor. Nicht nur auf der Leinwand wird ein Magazin nach dem anderen verschossen, auch mit Gags und Witzen schiessen die Darsteller wie wild um sich und treffen damit die Zuschauer direkt in die Lachmuskeln. So kann es schon vorkommen, dass man sich mit einem Lachanfall auf dem Kinositz zusammenkrümmt, ich rede da aus Erfahrung. Um das ganze nicht zu beeinflussen und die schönsten Pointen vorher schon zu versauen, empfehle ich auch gar keinen der Trailer anzusehen. Falls ihr das dennoch wollt, habe ich unten den kürzesten Trailer eingebettet, den ich finden konnte.

Die Darsteller, allen voran natürlich Ryan Gosling (Drive, The Ides of March, The Place beyond the Pines) als Holland March und Russel Crowe (Gladiator, A Beautiful Mind, Noah) als Jackson Healy sind ein perfektes Duo und bereichern sich ausgezeichnet, ich war sehr positiv überrascht wie die beiden interagieren und harmonieren. Angourie Rice (Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten, These Final Hours) überzeugt als pubertierende Holly ebenfalls und ergänzt die beiden auf eine wunderbare Art. Die weiteren Schauspieler überzeugen in ihren Darstellungen auch, gehen aber neben Gosling und Crowe leider schon fast komplett unter.

The Nice Guys ist ein richtiger Gute-Laune-Film, in welchen man sich komplett in die 70er Jahre fallen lassen kann, nicht zuletzt dank den hervorragenden Kulissen und den authentischen Outfits. Ebenfalls dazu beitragen kann die Musik, welche herrlich zu jeder Situation passt und von David Buckley (Jason Bourne, From Paris with Love) und John Ottman (X-Men: Apocalypse, Fantastic Four, Halloween H20) komponiert und zusammengestellt wurde. Absurde Situationen treffen hier auf Situationskomik der besonderen Art und lassen einen manchmal sogar vergessen, dass dieser Film eigentlich hauptsächlich ein Action-Krimi sein will.

Eine Action-Komödie der besonderen Art, welche mit Ryan Gosling und Russell Crowe perfekt besetzt wurde, fährt einen Grossangriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer auf. Hervorragend.

Trailer:

© Bild und Trailer: Concorde Film

 

Zoomania

Zoomania

AnimationAbenteuerFamilieKrimi von 2016 aus dem Hause der Walt Disney Pictures.

Zoomania

Story: Zoomania, eine gigantische Stadt voller Möglichkeiten: Hier leben die unterschiedlichsten Tierarten Seite an Seite, sei es in Sahara-Wolkenkratzern oder Iglu-Appartements. Für jede Vorliebe findet sich der passende Wohnraum. Mitten in den Trubel dieser Großstadt wird die junge Polizistin Judy Hopps (Stimme im Original: Ginnifer Goodwin / deutsche Fassung: Josefine Preuß) versetzt, die hofft, nun endlich einmal einen großen Fall lösen zu dürfen. Aber als kleiner Nager zwischen lauter großgewachsenen Kollegen wird sie nur belächelt und so darf Judy lediglich Parksündern nachjagen. Als ihr Chef sie endlich mit einem spannenden Auftrag betraut, stellt die clevere Häsin schnell fest, dass sie Hilfe braucht, um die mysteriöse Verschwörung aufzudecken, die die Bewohner von Zoomania in Atem hält. Notgedrungen lässt sie sich auf eine Zusammenarbeit mit dem vorlauten Fuchs und Trickbetrüger Nick Wilde (Jason Bateman) ein.

Regie: Byron Howard und Rich Moore

Analyse: Die Regisseure Byron Howard (Bolt, Rapunzel neu verföhnt) und Rich Moore (Ralph Reichts) inszenieren hier einen genialen Disney Film, der die Hoffnung auf neue Ideen in der Filmindustrie neu weckt. Denn in der langsam aber sicher langweiligen Welt der Fortsetzungen, Neuauflagen und Reboots, ist Zoomania frisch, anders und echt gut. So fiebert man als Zuschauer mit Judy Hopps (gesprochen von Josephine Preuss) und Nick Wilde (gesprochen von Jason Bateman) durch die ganze Geschichte hindurch mit. Denn Zoomania ist anders als die vielen anderen Tierfilme. Denn er schafft es tatsächlich, das Animations-Abenteuer in einen richtigen Krimi mit Spannung, Action und unerwarteten Wendungen zu verwandeln. Die Bilder welche Disney uns in diesem Film zeigt sind auf dem gewohnt hohen Disney-Niveau, wenn auch vielleicht noch etwas darüber. Mit vielen verschiedenen kleinen Charakteren schaffen es Howard und Moore, dass die zuschauer sich die Lachmuskeln wund lachen. Die Szene mit Flash dem Faultier (gesprochen von Rüdiger Hoffmann) hat hier sicherlich schon Kult-Status. Ich empfehle euch aber sicherlich, nicht den langen 2:30 Min Trailer zu sehen, sondern nur den Teaser, den ich unten eingefügt habe. Denn so macht ihr euch eine der besten Szenen des Films nicht kaputt. Ich darf mich an dieser Stelle dann wiedermal über den Titel beschweren. Obwohl ich Zoomania nicht für einen schlechten Titel halte, ist der Original-Titel „Zootopia“ irgendwie passender für den Namen einer Stadt. So schaffte es Disney scheinbar nicht, den Film überall als Zootopia zu verkaufen, und entschloss sich dafür, viele verschiedene Namen zu verwenden wie Zoomania oder Zootropolis. Wobei Zoomania ja auch englisch ist, und ich deshalb keinen wirklichen Sinn dahinter sehe. Aber genug davon.

Disney erschafft mit Zoomania nach Die Eiskönigin – Völlig unverfroren ein weiteres Rekordbrechendes Meisterwerk, denn nach dem Startwochenende des Films katapultierte sich Zoomania auf Platz drei der besten Filmstarts einer nicht adaptierten Geschichte aller Zeiten, direkt hinter Avatar – Aufbruch nach Pandora und Alles Steht Kopf, und verdrängte so sogar Die Eiskönigin, welche diesen Platz bisher für sich beanspruchte.

Fazit: Innovatives Animations-Abenteuer für Gross und Klein. Ein Genuss zum zuschauen, mitlachen und mitfiebern.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 0 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Walt Disney Pictures

Hail, Caesar!

Hail, Caesar!

KomödieMysteryMusikKrimi von 2016 aus dem Hause der Universal Pictures.

Hail, Caesar!

Story: Hollywood 1951: Capitol Pictures feiert mit Regisseuren wie Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) und Schauspielern wie Hobie Doyle (Alden Ehrenreich) einen Erfolg nach dem anderen – bis unter mysteriösen Umständen Baird Whitlock (George Clooney) verschwindet, der gerade noch für ein Prestigeprojekt des Studios vor der Kamera stand, für den Monumentalfilm „Hail, Caesar!“. Helfen soll der gewiefte Eddie Mannix (Josh Brolin), Hollywoods Problemlöser Nummer eins, für den Anliegen wie dieses nichts Ungewöhnliches sind. Jetzt ist es also an Mannix, den größten Star von Capitol Pictures zurückzuholen, ehe die Klatschreporter von der Entführung Wind bekommt, allen voran die Zwillinge Thora und Thessaly Thacker (Tilda Swinton). Whitlocks Entführer nennen sich „Die Zukunft“ und fordern einen großen Batzen Geld für die Freilassung. Mannix macht sich an die Arbeit, aber dabei geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann…

Regie: Joel und Ethan Coen

Analyse: Ich habe mir nun einige Tage Zeit genommen, um mir über diesen Film eine Meinung zu bilden. Auf ein richtiges Resultat bin ich leider dennoch nicht gekommen. Aber alles zu seiner Zeit. Erstmal zum Film selbst. Wenn ein Film ein grosses Staraufgebot vorweisen kann, steigen natürlich die Erwartungen ungemein, was auch im Falle von „Hail, Caesar!“ nicht anders war. Denn mit George Clooney (From Dusk till Dawn, Ocean’s Eleven, Gravity, A World Beyond), Ralph Fiennes (Harry Potter, Grand Budapest Hotel, James Bond 007 – Spectre), Josh Brolin (Hollow Man, No Country for old Men, Milk, True Grit), Tilda Swinton (Die Chroniken von Narnia, Constantine, Burn after Reading), Scarlett Johansson (Die Insel, Marvel’s The Avengers, Lucy) und Channing Tatum (Step Up, Magic Mike, 21 und 22 Jump Street, Foxcatcher, Jupiter Ascending) sind einige sehr klingende Namen unter dem Cast. Mit Alden Ehrenreich (Beautiful Creatures, Blue Jasmine) steht aber auch ein noch etwas unbekanntes, aber dennoch vielversprechendes Hollywood-Gesicht vor der Kamera. Wieso Jonah Hill (Die Kunst zu gewinnen – Moneyball, Superbad, 21 und 22 Jump Street, The Wolf of Wall Street) sogar auf dem Cover zu sehen ist, ist mir ein absolutes Rätsel, da er eine Rolle von nur ca. zwei Minuten hat.

Nun, die Story war mir nie wirklich klar. Weder, als ich die verschiedenen Trailer gesehen  habe, noch, als ich die Inhaltsangabe gelesen habe. Sogar als ich aufstand, um am Ende aus dem Kinosaal zu laufen, wollte mir nicht klar werden, was die Coen-Brüder mir mit diesem Film eigentlich erzählen wollten. Denn um was geht es denn eigentlich? Geht es um Baird Whitlock (Clooney)? Oder um Eddie Mannix (Brolin)? Oder schlussendlich doch um die gesamte Filmindustrie? Ich wurde daraus, bis und inklusive heute, nicht schlau. Die Geschichte ist aber, wenn auch verwirrend und nicht wirklich logisch aufgebaut, dennoch irgendwie so gestrickt, dass ich mich nie gelangweilt fühlte. Es passierte immer etwas, auch wenn im Nachhinein die Frage offen steht, ob einige Szenen nicht etwas zu überflüssig sind. Aber dass die Coen-Brüder als Regisseure den Nebendarstellern viel Zeit lassen gehört ja etwas mit zu ihrem Markenzeichen. Um nicht zu viele Details zu verraten, gehe ich (wie übrlich) nicht auf einzelne Szenen ein. Aber ich gehe davon aus, dass ihr merken werdet, welche Szenen ich meine.

Nachdem sich der Film mit meinen hohen Erwartungen etwas fallen liess, rappelte er sich wieder auf, in dem er mich nahezu ohne Unterbrechung gut unterhielt. Das ist nicht allein Clooneys oder Brolins Schuld, nein. Von Clooney hatte ich persönlich noch etwas mehr erwartet, als er gezeigt hat. Er wurde meiner Meinung nach sogar von Fiennes, Johansson und Swinton übertroffen. So beweisst Hollywood (und vorallem die Coen Brüder) mal wieder, dass ein grosser Name nicht immer auch gleich eine grosse Leistung bringt. Und dass man auch kleinen Menschen eine Chance in Hollywood geben sollte.

Fazit: Alles in Allem ist „Hail, Caesar!“ zwar sehr unterhaltsam, präsentiert aber eine undurchsichtige und fragenaufwerfende Geschichte und ist leider längst nicht so gut wie erwartet.

Bewertung: 6.5 von 10 Punkten

FSK: Ab 0 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures

Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service

ActionAbenteuerKrimiKomödie von 2014 aus dem Hause 20th Century Fox.

Kingsman - The Secret Service

Story: Harry Hart (Colin Firth) ist ein britischer Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. Die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Eines Tages wird Harry auf den Straßenjungen Eggsy (Taron Egerton) aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. Allerdings liebäugelt Eggsy auch mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin. Da Eggsys Vater Harry einst das Leben rettete, bewahrt der Agent den jungen Erwachsenen vor dem Gefängnis und schleust ihn in das harte Rekrutierungsprogramm seiner Organisation ein. Währenddessen untersucht er selbst das Verschwinden mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten und gerät dabei an den Milliardär Richmond Valentine (Samuel L. Jackson), der bei einem ominösen Plan zur Rettung der Erde vor nichts und niemandem Halt macht.

Regie: Matthew Vaughn

Analyse: Als ich das erste Mal von Kingsman gehört hatte kam sogleich der Gedanke: „Endlich wieder ein Agenten-Film!“. Das zudem noch Schauspieler wie Colin Firth und Samuel L. Jackson mit spielen, liess mein Filmherz höher schlagen. Dennoch versuchte ich meine Ansprüche tief zu halten, damit ich nicht all zu tief falle wenn der Film die Erwartungen doch nicht erfüllt. Kingsman beginnt fulminant mit viel Action, Explosionen und genialer Musik. Und bereits war mir klar: Das wird nicht irgendein Agenten-Film, nein, das wird etwas grosses… Und so wars dann auch. Kingsman ist vollgespickt mit ganz viel Humor, genialen Effekten und mitreissender Musik. Die Art, wie Matthew Vaughn die Schauspieler in Szene setzt und die Zuschauer in den Bann des Filmes mitreisst ist erstaunlich. Der Brite, der auch bereits bei X-Men: Erste Entscheidung und Kick Ass Regie geführt hat, zeigt hier wieder sein Gespür für Actionfilme. Nun zunächst zur Schauspieler-Auswahl. Colin Firth, der für seine Rolle in The King’s Speech den Oscar® 2011 als bester Hauptdarsteller gewonnen hat, hat mich bereits in so einigen Filmen überzeugt. Hier spielt er den Ausbilder Harry Hart vom jungen Eggsy ausgezeichnet. Samuel L. Jackson lisbelnd zu sehen ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch verleiht es seinem Charakter einen ungewohnten, lustigen Unterton und bringt den Zuschauer jedes Mal zum schmunzeln. Der mir noch komplett unbekannte Taron Egerton besticht nicht nur durch seine Präsenz und seine Mimik (zugegeben, schlecht sieht er definitiv nicht aus), sondern auch durch seine coolness, die dem jungen Agenten-Nachwuchs das besondere Etwas gibt. Die Geschichte ist lange sehr undurchsichtig und oftmals wird es schwierig abzusehen, wohin der Film verläuft. Viele schlagartige und unvorhergesehene Wendungen lassen die Zuschauer gebannt auf die Leinwand starren. Nicht einmal hatte ich das Gefühl, dass ich am liebsten mein Handy hervor kramen würde um lieber Nachrichten zu lesen als den Film zu schauen. Teilweise war er doch actionreicher und deutlich blutiger als ich es erwartet hatte, hatte ich doch die FSK-Kennzeichnungn von 16 Jahren nicht beachtet.

Fazit: Witziger und actionreicher Neuzeit-Agentenfilm mit wunderbaren Schauspielern.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: 20th Century Fox

Mortdecai – Der Teilzeitgauner

Mortdecai – Der Teilzeitgauner

KrimiActionKomödie von 2014 aus dem Hause der Lions Gate Entertainment Group.

Mortdecai - Der Teilzeitgauner

Story: Der einfallsreiche Kunsthändler Charlie Mortdecai (Johnny Depp) hat eigentlich alles, was man sich so wünschen kann: Er hat eine wunderschöne Frau, Johanna (Gwyneth Paltrow), an seiner Seite und lebt wie ein König – nur leider ist er auch pleite. Da kommt es ihm nur gelegen, dass ein kostbares Gemälde gestohlen wird und Inspektor Alistair Martland (Ewan McGregor) ausgerechnet ihn damit beauftragt, bei der Suche zu helfen. Mortdecai denkt sich: Wenn er das Bild schon ausfindig machen kann, dann könnte er es doch bei der Gelegenheit und mit Hilfe seines getreuen Dieners Jock (Paul Bettany) auch gleich selbst behalten. Fehlt nur noch ein ausgeklügelter Plan und natürlich viel Glück, denn die Konkurrenz in Form eines international gesuchten Terroristen und eines habgierigen amerikanischen Milliardärs schläft nicht…

Regie: David Koepp

Analyse: Dass Johnny Depp verrückte Rollen übernimmt und diese brillant spielen kann ist schon lange klar. Dieser Film lebt sogar voll und ganz von Depp, ohne ihn wäre der Film absolut langweilig und eintönig. Er verleiht der Rolle ihre Eigenständigkeit und den durchgedrehten Touch und schafft damit wieder einen neuen, sympatischen Charakter, in dem ich ein kleines bisschen Jack Sparrow – Entschuldigung – Captain Jack Sparrow entdecke. Nach seinen enttäuschenden Auftritten in Transcendence und Lone Ranger ist es erfrischend und schön, Johnny Depp wieder in einer sehr gut gelungenen Rolle zu sehen. Die anderen Schauspieler wie Gwyneth Paltrow oder Ewan McGregor gehen neben Depp komplett unter, was sehr schade ist, denn auch ihre Rollen hatten einen beeindruckenden Auftritt und spielten überzeugend… Die Geschichte selbst hat einen mehr oder weniger gut durchdachten roten Faden mit ein paar erstaunlichen Wendungen, die dann doch zu einem Ende führt, das man fast schon von beginn an erwartet. Die Gags sind Depp-typisch gut durchdacht und bringen die Bauchmuskeln der Zuschauer zum arbeiten und zucken. Mit viel Wortwitz, gelungenen Aktionen und Handlungen schafft Regisseur David Koepp mit Mortdecai eine  unterhaltende Krimi-Komödie, die Johnny Depp wieder auf seiner gewohnt hohen schauspielerischen Leistung zeigt.

Fazit: Gelungene Komödie mit viel Charme und gewohntem Johnny Depp-Humor.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

FSK: Ab 6 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Lions Gate Entertainment Group

Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

KrimiThrillerDrama von 2014 aus dem Hause Concorde Film.

Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Story: Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) hat seine ganz eigene Vorstellung vom American Dream – er ist überzeugt, dass die guten Dinge nur zu denen kommen, die sich ehrgeizig den Arsch abrackern. Seinem Motto nach kann man nur die Lotterie gewinnen, wenn man Geld für einen Lottoschein hat. Doch bei Lou will es mit dem Traumjob nicht so richtig klappen, weswegen er sich als Gauner mit kleinen Diebstählen über Wasser hält. Nach einer intensiven erfolglosen Jobsuche ist er so verzweifelt, dass er, bewaffnet mit einer Kamera, als freier Mitarbeiter Bilder von Unfällen, Verbrechen, Mord an einen lokalen TV-Sender verkauft. Nachdem seine Beiträge als Kameramann bei der Chefredakteurin Nina (Rene Russo) gut ankommen, stürzt er sich immer weiter in die Unterwelt von L.A. auf der Suche nach sensationellem und schonungslosem Bildmaterial, bei dem niemand wegsehen kann. Chaos und menschliches Leid werden in dem halsabschneiderischen Blut-und-Tränen-Business des „Nightcrawling“ in bare Münze umgerechnet. Angetrieben von einem verzweifelten Drang nach Anerkennung und Erfolg steigt Lou mit immer zwielichtigeren Methoden weiter in den Abgrund – und droht bald selbst als pikante Schlagzeile zu enden…

Regie:  Dan Gilroy

Analyse: Hollywood wagt wiedermal etwas völlig neues – und das mit grossem Erfolg! Kritiker rund um den Globus überschütten den neuen Film von Dan Gilroy, der damit sein Regiedebüt gibt, mit Lob. Und vollkommen zurecht! Mit Nightcrawler gelang ein packender Film, der nahezu 1:1 ins reale Leben übertragen werden kann, und somit absolut authentisch wirkt. Jake Gyllenhaal ist nicht gerade mein Lieblingsschauspieler, aber in diesem Film ist er eine wahre Wucht. Er spielt absolut überzeugend den erst etwas zurückgezogenen, schüchternen Lou Bloom, entfaltet aber dann eine Persönlichkeit in dieser Rolle, der einem die Nackenhaare aufstellt. Skrupellos, erfolgsorientiert, wahnsinnig, gewissenlos. Rene Russo, welche die Käuferin seiner Videos ist, ist genauso auf Erfolg, Geld und Macht versessen wie Lou selbst. Und die immer abartigeren Unfälle, die er ihr liefern kann, stacheln sie noch mehr an. Der Sound passt wunderbar zu jeder Szene, James Newton Howard hat da grossartiges geleistet. Zu der Story: Meiner Meinung nach hätte die Geschichte, welche an sich schon knappe 120 Minuten dauert, sogar noch länger sein können. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass ich gelangweilt war oder mir das Ende des Filmes wünschte. Und mit dem Ende sehe ich eventuell sogar Potenzial für eine eventuelle Fortsetzung…? Ich würde mich sicherlich darüber freuen!

Fazit: Packendes Thriller-Drama mit einem herausragenden Jake Gyllenhaal.

Bewertung: 8.5 von 10 Punkten

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Concorde Film