Kategorie: Fantasy

Coco – Lebendiger als das Leben!

Coco – Lebendiger als das Leben!

2017 • Animation • Familie • Abenteuer • Komödie • Fantasy •  Walt Disney Pixar Animation Studios • Lee Unkrich und Adrian Molina • FSK ab 0 Jahren freigegeben • Bewertung: 5 von 5 Punkten

Miguel ist in einer Familie gross geworden, die Musik nicht nur hasst, sondern abgrundtief verabscheut. Die Titelgebende Coco ist Miguels Urgrossmutter – deren Mutter Imelda hatte der Musik abgeschworen, nachdem ihr Mann sie und Coco verlassen hatte und mit Musik Karriere machen wollte. Aber Miguel kann dies nicht verstehen, er hat Rythmus im Blut und Musik ist seine Leidenschaft. Er muss dies vor seiner gesamten Familie geheim halten, vorallem vor seiner Grossmutter, der die Geschichte ihrer Familie äusserst wichtig ist. Pixar bringt mit „Coco“ die Tradition des mexikanischen Día de Muertos – dem Tag der Toten – auf die grosse Kinoleinwand. Ich muss zugeben, ich war skeptisch beim Anblick der Geschichte, dass ein Kinderfilm sich mit Leben und Tod auseinandersetzen will. Rückblickend kann ich nun sagen, es war wohl eine der besten Ideen der letzten paar Jahre. Als Miguel unbedingt seinen Traum verwirklichen will Musiker zu werden und dabei in die Welt der Toten grät, bauen Regisseure Lee Unkrich (Arlo & Spot | Findet Nemo | Die Monster AG) und Adrian Molina eine Umgebung auf, die absolut atemberaubend ist. Die Toten leben in ihrere eigenen Welt und können einmal im Jahr zum Tag der Toten (31. Oktober bis 02. November) über eine Brücke auf die echte Welt zurückkehren. Voraussetzung dafür ist, dass jemand ein Bild von ihnen auf ihre „Ofrenda“ stellt, einer Art Altar, der mit Blumen, Essen und Gaben für die Toten geschmückt wird. Damit Miguel wieder zurück in die echte Welt kann, braucht er den Segen eines Mitglieds seiner Familie, um diesen zu holen, geht er mit Hector einen Deal ein, dass er Hectors Foto auf seine Ofrenda stellen wird, damit er über die Brücke gehen kann. Dem Animationsteam von Pixar ist eine optisch wundervolle Arbeit gelungen, ich würde fast schon sagen ein kleines Meisterwerk. Ich kann beim besten Willen kein schlechtes Wort über diesen Film verlieren. Der immer wieder kleine aber feine Humor, die Geschichte von A bis Z, ich bin in den knapp 105 Minuten komplett eingetaucht und konnte vollends in dieser kleinen Welt in Mexiko aufgehen. Ein Animationsfilm, der tatsächlich Werte vermittelt, die Gesellschaftskritisch sind. Wie wir mit dem Tod umgehen und wie unsere Vergangenheit und unsere Vorfahren in Vergessenheit geraten. „Coco“ hat mich zu Tränen gerührt und wird ganz klar einen festen Platz unter meinen Lieblingsfilmen finden.

Einzig etwas speziell war der „Kurzfilm“, welcher den Namen eigentlich nicht verdient hat, von „Die Eiskönigin – Olaf taut auf“, den es als Vorschau gibt. Versteht mich nicht falsch, ich mag Die Eiskönigin sehr, und der Film ist auch echt süss, Aber die Musik wirkte etwas aufgedrängt, als ob Pixar unbedingt etwas bringen müsse. Zudem sind die gut 22 Minuten schlichtweg zu lang. Disney hat in den USA bereits Konsequenzen gezogen und streicht den Kurzfilm. Wann und ob dies auch in Europa so sein wird, ist nicht bekannt.

Trailer:

© Bild & Trailer: Walt Disney Pixar Animation Studios

Der Dunkle Turm

Der Dunkle Turm

2017 • Horror • Science-Fiction • Action • Western • Fantasy • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Nikolaj Arcel • Bewertung: 3 von 5 Punkten

Aus Bestseller-Author und Horror-König Stephen Kings achtteiliger Fantasy-Saga „Der Dunkle Turm“ wurde nun ein Film produziert und dies mit positiven und negativen Folgen. Kings Reihe dreht sich um einen dunklen Turm, welcher verschiedene Welten und Zeiten zusammenhält und vor der Dunkelheit, welche immer mehr das Universum in sich aufnimmt, beschützt. Es scheint auf einen ewigen Kampf von Gut gegen Böse hinauszulaufen, wobei mit Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club | Interstellar) als Mann in Schwarz und Idris Elba (Star Trek Beyond | Pacific Rim) als Revolvermann Roland meiner Meinung nach gute Darsteller gefunden wurden. Auch Newcomer Tom Taylor zeigt sich als Teenager Jake Chambers als eine solide Wahl. Das Problem des Films ist mehr, dass er keinen roten Faden besitzt. Man wechselt so schnell zwischen Handlungsorten und Charakteren, welche man alle noch nicht kennt, hin und her, so dass man keine Zeit hat, sich zurecht zu finden und zu orientieren. Dies macht die Story sehr schwierig und das schwächt den Film leider sehr ab. Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel versuchte hier zu sehr, viel Geschichte auf unter 100 Minuten zu drücken. Sprich, eine Buchreihe, die mittlerweile acht Teile beinhaltet, kann man nicht in einen Film reinquetschen. Also man kann, aber dann passiert, was mir und vielen anderen Zuschauern geschehen ist, nämlich dass man sich in einer bestehenden Welt vorfindet, die zwar interessant wirkt, aber zu fremd ist. Es fehlen viele Hintergrundinformationen zu Geschehnissen, Charakteren und vielem mehr. So geht die Geschichte leider nicht gross auf die Protagonisten ein, was sie kalt und unnahbar wirken lässt. Wie man es von einem Horror-Science-Fiction Spektakel im heutigen Kino gewohnt ist, ist der Film aber optisch eine Augenweide und die Effekte wirken realistisch und sind gut animiert. ‚Der Dunkle Turm‘ ist einer der wenigen Filmen der letzten Jahre, bei dem ich mir eine Aufteilung und Fortsetzung der Geschichte gewünscht hätte, das wäre der Story deutlich zu gute gekommen und hätte den Zuschauern mehr Zeit gegeben, sich in den verschiedenen Welten zurecht zu finden.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

2017 • FantasyAbenteuerActionKomödieWalt Disney PicturesRegie: Joachim Rønning und Espen Sandberg • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Jack Sparrow – oh, Entschuldigung – Captain Jack Sparrow kehrt auf die Leinwand zurück und erlebt ein neues Abenteuer. Erstmal kündige ich meine Verwirrung für den Titel an. Obwohl es online Poster zu „Pirates of the Caribbean 5: Salazar’s Revenge“ gibt, ist der Originaltitel „Dead Men Tell No Tales“ also zu Deutsch „Tote erzählen keine Geschichten“ – dies würde mit der Geschichte deutlich mehr Sinn ergeben. Aber sich über Filmnamen aufzuregen hat leider noch nie etwas gebracht. Nun zum Film. Nachdem in den Vorgeschichten u.A. nach dem Ende der Welt, dem Jenseits oder dem Jungbrunnen gesucht wurde, ist das aktuelle Ziel jetzt der Dreizack des Poseidon, der jeden Fluch der Meere brechen können soll. Henry Turner (Brenton Thwaites), Sohn von Will und Elisabeth Turner, spannt mit Carina Smith (Kaya Scodelario) zusammen, um dieses Sagenumwobene Artefakt zu finden. Beide haben ihre eigenen Gründe dafür, aber um das zu schaffen, brauchen sie die Hilfe vom guten alten Jack (Johnny Depp). Die beiden jungen Neuzugänge in dem Pirates-Universum machen ihren Job zwar nicht oscarreif, aber sie verkörpern ihre Rollen glaubwürdig. Barbossa (Geoffrey Rush) kriegt von der Schatzsuche Wind und macht sich daran, das ungewöhnliche Gespann zu finden und seinen Teil einzustreichen. Die Geschichte ist zwar nicht gerade originell, dennoch weiss sie – vor allem für Fans der Reihe – gut zu unterhalten. Es reicht nicht für viele Überraschungen, dazu ist der Gesamtplott der Story zu schnell offengelegt. Die Spezialeffekte sind optisch sehr überzeugend und der ganze Film ist sowohl kostümtechnisch als auch musikalisch wunderbar stimmig inszeniert. Der Humor greift überzeugend bei praktisch allen Gags und vermittelt ein Gefühl von Solider Unterhaltung. Der Titelgebende Widersacher von Captain Jack Sparrow, Captain Salazar (Javier Bardem), vermag es zwar die Geschichte glaubhaft zu vermitteln, mir war er aber zu flach – sprich, es war eine deutlich zu oberflächliche Rolle, die mich leider irgendwie kalt liess, was dann wiederum seine Stärke als Bösewicht etwas dämpfte. Um den Film zu verstehen muss man übrigens die vergangenen Filme zwar nicht erst letztlich gesehen haben, man sollte aber die Filme definitiv noch kennen und im Kopf haben, evt. es schadet sogar nicht wenn man die Handlung vielleicht nochmals kurz überliesst. Es werden einige Andeutungen an die Vorgänger gemacht, welche zu schade sind zum verpassen, falls man die Filme nicht kennen sollte. Kleiner Tipp am Rande: Es lohnt sich, bis ganz zum Ende, also der After Credit Scene, sitzen zu bleiben.

Wer den Trailer ansehen will, sollte sich auf den unten eingebundenen Teaser beschränken, da der Trailer an sich – wieder einmal – deutlich zu viele Details des Films zeigt.

Trailer:

© Bild & Trailer: Walt Disney Pictures | Jerry Bruckheimer Films

Spider-Man: Homecoming

Spider-Man: Homecoming

Spider-Man Homecoming2017 • Science-FictionFantasyActionAbenteuerMarvel StudiosRegie: Jon Watts • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Das schon fast volle Marvel Cinematic Universe (MCU) erhält mit ‚Spider-Man: Homecoming‘ einen Neuzugang. Nachdem in Captain America 3: Civil War der erste Auftritt des Teenagers war, bekommt er nun seine eigene Titelrolle, und wir erfahren mehr zu seinen Hintergründen. Lange hielt sich das „Gerücht“ um eine kleine Rolle von Robert Downey Jr. als Iron Man hartnäckig, jetzt in der Geschichte ergibt sein Auftritt aber einen Sinn, da er für Peter Parker (Tom Holland) eine Art Mentor darstellt. Um der Story des Films überhaupt folgen zu können, ist es definitiv von Vorteil, wenn man im MCU auf dem neusten Stand ist und mindestens Captain America 3, Avengers und Avengers: Age of Ultron gesehen hat. Nun, eigentlich sollte man alle Marvel Filme gesehen haben um alle Anspielungen zu verstehen, aber dies mal nur so am Rande. ‚Spider-Man: Homecoming‘ unterscheidet sich hier von den anderen Verfilmungen mit Tobey Maguire (Spider-Man 2002-2007) und Andrew Garfield (Amazing Spider-Man 2012-2014) vorallem durch die Unterschützung und Anlehnung an die Avengers, aber auch die Zusammenarbeit von Sony mit Marvel. Der gewohnte Marvel-Humor zieht sich auch durch diesen Film hindurch, wobei ich sagen muss, obwohl ich den Humor und die Gags seht mag, es war mir schon fast zu viel. Ja, man kann es mit Sprüchen und Witzen übertreiben. Und zwar bis zu diesem Level, an dem man der Story nicht mehr aktiv folgt und somit vielleicht potenziell wichtige Hinweise übersieht. So geschehen, als ich im Kinosaal sass und eine Wendung in der Geschichte mit komplett getroffen hat, da ich es komplett übersehen hatte. Ansonsten steht ‚Spider-Man: Homecoming‘ den weiteren Marvel Titeln in nichts nach, erst recht nicht wenn es um die optische Umsetzung und die Special Effects geht, die sind auf einem atemberaubend hohen Niveau. Marvel-typisch lohnt es sich, bis nach den Mid Credits (Animierte Credits am Ende des Films) sitzen zu bleiben, da es noch einmal eine kleine Szene zu sehen gibt, die einen weiteren Teil anteasert. Bis zum Schluss der Credits kann man sitzen bleiben wenn man will, man verpasst aber gar nichts, wenn man nach den Mid Credits geht. Richtig gelesen: ‚Spider-Man: Homecoming‘ hat zwar eine After Credit Szene, aber keine die für das MCU wichtig wäre. Eher in die Richtung der End Credit Szene von Deadpool.

Trailer:

© Bild & Trailer: Marvel Studios | Sony Pictures Entertainment Group

Suicide Squad

Suicide Squad

Suicide Squad2016 • Action • Fantasy • Abenteuer • Science-Fiction • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: David Ayer • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Amanda Waller (Viola Davis) will, als Geheimprojekt der US Regierung, eine Truppe ganz besonderer Menschen zusammenstellen, um sich gegen geheimnisvolle und unbesiegbare Bedrohungen zu wappnen. Sicher ist dieses Vorhaben nicht, denn bei diesen „besonderen“ Menschen handelt es sich um die schlimmsten und gefährlichsten Verbrecher der Welt, denn diese schmoren in ihren Gefängnissen vor sich hin und haben somit nichts mehr zu verlieren. Zu den Auserwählten gehören, neben Rick Flag (Joel Kinnaman), dem Army-Spezialisten und Leiter der Gruppe, die exzentrische Harley Quinn (Margot Robbie), Deadshot (Will Smith), Captain Boomerang (Jai Courtney), Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje), El Diablo (Jay Hernandez) und June Moone/Enchantress (Cara Delevingne). Als dann genau so eine Situation eintrifft, schickt die Geheimagentin ihre, nicht ganz freiwilligen, Soldaten los, um die Welt zu retten. Doch diese stellen sich schnell mal die Frage, ob sie den Auftrag überhaupt ausführen sollen oder lieber ihren eigenen Hintern retten.

Nachdem DC Comics mit Man of Steel das DC Extended Universe 2013 eingeläutet hat, erlitt das Unternehmen mit Batman V Superman – Dawn of Justice bereits den ersten Rückschlag, nachdem die Kritiken zum Showdown der Superhelden vernichtend ausfielen. Meine Meinung nach ist es DC mit Suicide Squad gelungen, einen lockeren, leichten Weg mit ihren Filmen einzuschlagen. Der oft genannte Vergleich mit Marvels Guardians of the Galaxy ist natürlich nicht weit hergeholt, gibt dem Film aber Rückenwind und Gegenwind zugleich. Einerseits ist es schwierig an die „Art“, wie Marvel ihren Gute Laune-Superhelden-Film zeigt, heranzukommen, andererseits schafft es Suicide Squad, an einem solchen Film zu lernen, was das Publikum heute scheinbar sehen will.

Mit David Ayer wurde ein erfahrener Action-Regisseur ins Boot geholt, der u.A. Filme wie Herz aus Stahl, End of Watch oder Street Kings gedreht hat. Ayer zeichnet sich auch mitverantwortlich für das Drehbuch. Zusammen mit Autor John Ostrander erschuf er hier einen Film, der anders sein will als seine mit verschiedenen Handlungen verknüpften Vorgänger. Um der Geschichte folgen zu können muss man nicht zwingend Man of Steel oder Batman V Superman gesehen haben, denn auf die Story in diesen Filmen wird nicht wirklich gross eingegangen. Es ist erfrischend, wie die Charaktere vorgestellt werden, denn wenn man so viele neue Gesichter auf einmal sieht, wird es für einen Zuschauer schwierig sich alles gleich von Anfang an zu merken. Das ist Ayer sehr gut gelungen. Sobald die Truppe vorgestellt ist, wird der zuschauer aber dann aber auch schnell mitten in riesige Schlägeeien und Schiesserein rein geworfen, die sich praktisch durch den gesamten Film ziehen. Die vereinzelten ruhigen Minuten werden durch kleine Gesten oder Sprüche aufgelockert und somit für den zuschauer sehr attraktiv dargeboten.

Die Geschichte des Films an sich ist aber kein Wunderwerk. Denn wenn man es nüchtern betrachtet, ohne viele Spezieleffekte und interessante neue Charaktere, enttäuscht sie sogar sehr. Die aufgebaute Welt drum herum lässt das aber fast etwas in den Hintergrund rücken. Denn die optischen Effekte sind sehr schön gelungen und passen perfekt in jede Szene. Die Musik von Steven Price (Herz aus Stahl | Gravity) ist stimmungsvoll und fast schon etwas retro. DC dachte sich wohl „was die Guardians können, können wir schon lange“ und hat sich die Lockerheit und Leichtigkeit des Soundtracks etwas abgeschaut.

Die Schauspieler stehen aber über allem. Allen voran zeigt Margot Robbie (The Wolf of Wall Street | Focus | Legend of Tarzan) als verrückte Harley Quinn eine absolute Spitzenleistung. Man sieht ihr an wie sie Spass an ihrem eigenen Charakter hat und füllt eben diesen komplett aus, herrlich zum anschauen. Ebenso überzeugt hat mich Will Smith (I, Robot | Hancock | I Am Legend) als Deadshot, der mich bis zuletzt eigentlich sehr enttäuscht hat und erst mit „Focus“ wieder besser zu sehen war. Mit Viola Davis (Ender’s Game | The Help | How to get away with murder (Serie)), Joel Kinnaman (RoboCop | Darkest Hour), Jai Courtney (Unbroken | Die Bestimmung – Insurgent | Terminator 5: Genisys),  Jay Hernandez (Hostel | Hostel Part II | World Trade Center) und Cara Delevingne (Anna Karenina | Pan | Margos Spuren) wurde Suicide Squat auch in den Nebenrollen super besetzt. Jared Leto (Alexander | Mr. Nobody | Dallas Buyers Club) hatte es als neuer Joker besonders schwer, da er nach dem Tod von Publikumsliebling Heath Ledger eine grosse Rolle übernehmen musste. Dies hat er aber überzeugend gemeistert, meiner Meinung nach.

Alles in allem gab es zwar einige Negativpunkte, dennoch fühlte ich mich durch die knapp 130 Minuten sehr gut unterhalten, denn sie fühlten sich gar nicht so an. DC ist hier ein lustiger Actionfilm gelungen, der die Kritiker spaltet. Aber publicity ist ja wie man weiss gut, ob sie nun schlecht, oder eben gut ist. Schade wurde ein R-Rating durch den Regisseur ausgeschlossen, gerade Deadpool hat erst kürzlich gezeigt, wie einfach gute Unterhaltung dank einem R-Rating sein kann. PS: Ein R-Rating bedeutet in den USA, dass der Film wegen „intensiver Darstellungen von Sexualität, Gewalt oder Drogenkonsum“ nicht für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren freigegeben ist, also in etwa vergleichbar mit unserem FSK 18.

Unterhaltsame Action-Komödie, welche dank ihrer genialen Charaktere und Schauspieler die sehr flache Story wieder etwas gut machen kann.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures | DC

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

2016 • Abenteuer • Fantasy • Familie • Walt Disney Pictures • Regie: James Bobin • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Nachdem Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) aus dem Kaninchenbau zurückgekehrt ist, hat sie einige Jahre auf See verbracht. Aber als sie endlich wieder Zuhause ankommt, ist nichts mehr so wie es vorher war. Darauf hin entdeckt sie aber den blauen Schmetterling Absolem (Alan Rickman), der sie durch einen Spiegel zurück nach Unterland führt. Da soll sie nämlich ihren alten Freunden und der weissen Königin helfen, den verrückten Hutmacher (Johnny Depp) zu retten, denn der hat sein Mehrsein verloren und nur Alice kann ihm helfen es wieder zurückzuerlangen. Alice wird losgeschickt, um die Zeit (Sacha Baron Cohen) zusuchen um mithilfe ihrer Chronosphäre in die Vergangenheit zu reisen und so den Hutmacher wieder zu heilen. Da hat sie aber die Rechnung ohne die rote Königin (Helena Bonham Carter) gemacht, sodass die Rettungsaktion wortwörtlich ein Wettlauf gegen die Zeit wird.

Sechs Jahre nachdem Tim Burton der Filmwelt seine Version von Alice im Wunderland präsentiert hat, folgt nun James Bobins Version des Unterlandes. Auffallend ist auch hier zuallererst der Titel, der im Original „Alice Through the Looking Glass“ heisst, was wörtlich etwa zu „Alice durch den Spiegel“ übersetzt wird. Da Alice im Wunderland in Europa nicht eine so verbreitete Geschichte ist wie in den USA, entschied man sich der Einfachheit halber und für den Wiedererkennungswert, den Original-Titel „Alice im Wunderland“ zu behalten und ihn durch Hinter den Spiegeln“ zu ergänzen. Ein doch einigermassen gelungener Kompromiss, wie mir scheint. Für James Bobin ist es der erste Ausflug in eine fast komplett am Computer animierte Welt als Regisseur, der seine Gesamtarbeit aber eigentlich doch ziemlich gut macht.

Im Gegensatz zu Burton, ist Bobin’s Unterland deutlich freundlicher und heller noch als vor 6 Jahren. Mir persönlich gefiel die düstere Atmosphäre besser, sie passte irgendwie mehr zur Geschichte. Rein inhaltlich gesehen dreht sich die Story ziemlich klein um sich selbst, es gibt keinen riesigen Handlungsstrang, der die Menschenmassen fesselt und wirklich durch und durch überzeugt, dennoch finde ich’s eine schöne Version für eine Fortsetzung. Für alle, die Alice im Wunderland von 2010 noch nicht gesehen haben, wird der Film nur halb so interessant sein. Viele Charaktere werde nicht erklärt und sind einfach da, für Fans es ersten Filmes ist dies natürlich sehr willkommen, für Nichtkenner aber doch eher irritierend und etwas mühsam. Da ich mich aber zu den Fans des ersten Filmes zähle, war es für micht nicht so schwierig dem Film zu folgen.

Die Charaktere, welche im Film vorkommen, haben sich gegenüber dem letzten Film praktisch nicht geändert, ausser dass Sacha Baron Cohen den Cast verstärkt hat, der die Zeit verkörpert. Eine spezielle Mischung aus einem Menschen und einer Uhr, die über die gesamte Zeit wacht. Eine spezielle Vorstellung, aber für mich war es endlich der erste Film, in dem ich die lächerlichen Rollen von Cohen wie Bruno, Borat usw. vergessen konnte und ihn nur als den Charakter sah, den er gerade verkörpert. Ebenfalls zurückgekehrt sind z.B. Mia Wasikowska (Unbeugsam, Jane Eyre, Alice im Wunderland) als Alice Kingsleigh und Johnny Depp (Charlie und die Schokoladenfabrik, Sweeney Todd, Pirates of the Caribbean) als der verrückte Hutmacher. Beide überzeugten mich zwar, jedoch fand ich ihre Leistungen im ersten Film deutlich besser. Bei Depp mag das daran liegen, dass er hier nur recht wenig zum Zug kam, und dass sein Stammregisseur, Tim Burton, nur noch als Produzent und nicht mehr als Regisseur mitwirkte.

Die anderen Schauspieler wie Helena Bonham Carter (Dark Shadows, Harry Potter, Cinderella) als die rote Königin und Anne Hathaway (Der Teufel trägt Prada, Interstellar, The Dark Knight Rises) als ihre Schwester die weisse Königin machen ihren Job sehr überzeugend. Ich muss mir den Film wohl noch auf Englisch ansehen gehen, da der Schmetterling Absolem die Stimme von Alan Rickman (Robin Hood, Harry Potter, Das Parfum) verleiht bekommt, der im Januar 2016 dem Kampf mit dem Krebs erlag. Er wird am Ende des Films im Abspann erwähnt, was mich doch mehr bewegte als ich zuerst gedacht hatte.

Im Allgemeinen wirkt Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln deutlich offener angesetzt, freundlicher sowie auch kindertauglicher als es noch der erste Film war. So gesehen  hat man hier aber zu sehr versucht allen gerecht zu werden, als dass man sich nur auf die Fans des ersten Filmes konzentriert hätte, was etwas schade ist, denn so ging etwas von der Atmosphäre der Unterlandes verloren. Die Spezialeffekte hingegen sind, wie wir das von Disney ja gewohnt sind, optisch wunderbar umgesetzt worden und verführen in eine schrill-bunte Welt des Irrsinns voller dümmlicher Kaninchen und schwebender Katzen. Der Humor ist, ganz nach dem Vorbild von 2010, sehr offen und breit gefächert, so kann über nahezu alles gelacht werden und aus jedem Satz wird in Windeseile ein Witz gezaubert. So habe ich mich doch sehr prächtig amüsiert.

Eine Fantasy-Komödie, die vor allem für Fans des ersten Films zu empfehlen ist, dem allgemeinen Publikum aber wohl zu verwirrend und mühsam zum nachvollziehen sein wird.

Trailer:

© Bild und Trailer: Walt Disney Pictures

 

X-Men: Apocalypse

X-Men: Apocalypse

ActionScience-FictionAbenteuerFantasy von 2016 aus dem Hause der 20th Century Fox.

X-Men Apocalypse

Regie: Bryan Singer

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Vor vielen Tausend Jahren herrschte ein übermächtiger Gott über die Erde, von dem man sagte, er sei der aller erste Mutant. Als „Apocalypse“ aus seinem Schlaf aufwacht, in den ihn Verräter seiner Anhänger gebracht hatten, ist er enttäuscht zu sehen, zu was sich die Erde und vor allem die Menschen un Mutanten verändert haben. Er schickt sich an, dies wieder in Ordnung zu bringen und will erneut zum Herrscher der Welt aufsteigen. Dabei ziert er sich nicht sowohl Menschen, als auch zu schwache Mutanten zu opfern. An seiner Seite hat er Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy) als seine vier „Reiter der Apocalypse“, welche er sich aus den stärksten Mutanten zusammengesucht hat. Um die Welt vor ihrem drohenden Untergang zu bewahren, verbünden sich Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy) zusammen mit ein paar jungen Mutanten zu einer Gruppe, die Apocalypse die Stirn bieten will.

Nachdem Matthew Vaughn mit „X-Men: Erste Entscheidung“ die Einleitung einer Prequel-Trilogie (Prequel=Fortsetzung, die vor der Hauptgeschichte spielt) startete, feierte Bryan Singer, der nach den Originalen „X-Men – Der Film“ und „X-Men 2“ als Regisseur zurückkehrte, mit „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ den bis dahin erfolgreichste X-Men Film. Jetzt, mit X-Men Apocalypse, will Singer diesen Erfolg natürlich wiederholen und holt sich bekannte Stars dafür an Bord. Mit einer riesigen Werbekampagne, die bereits vor dem eigentlichen Drehbeginn im Frühjahr 2015 begonnen wurde, wurden alle X-Men Fans auf diesen Moment hin vorbereitet. Ich selbst habe, nach einigen Trailern, (leider) grosse Hoffnungen und Erwartungen an diesen Film gehabt.

Zuerst mal, ich bin froh konnten Marvel udn 20th Century Fox diesen Filmtitel nicht auch noch verhunzen. Nach „First Class“, welcher zu „Erste Entscheidung“ wurde, konnte ich noch damit leben. Aber „Days of Future Past“ in „Zukunft ist Vergangenheit“ zu übersetzen klingt schon etwas komisch. Da wars mit „Apocalypse“ doch recht einfach. Die Schauspieler blieben ebenfalls nahezu alle Identisch, wurde aber durch einige wichtige Figuren ergänzt. Dann mal zum Film selbst.

Die Storyline ist grundsätzlich gesehen sehr gut. Man erfährt viele Hintergrund-Informationen und erlebt einige „AHA!“ Momente, in denen Rätsel oder Geheimnisse der bisherigen Filme aufgeklärt werden. Dennoch bliebt mir ein etwas komischer Beigeschmack hängen, und daran schuld sind, wie so oft, die Trailer. Fox hat im Vorfeld einiges an Filmmaterial auf YouTube veröffentlicht, welches den Film danach aussehen lässt, als ob alle zwei Sekunden irgendwas explodiert und wir tatsächlich die Apokalypse erleben. So aufgedreht war ich nicht darauf vorbereitet so viel Geschichte und Handlung zu sehen, dass ich mich dabei ertappte, wie ich teilweise echt etwas gelangweilt war. Im Nachhinein, wenn ich den Film mit weniger Erwartungen und Vorurteilen betrachte, ergibt er deutlich mehr Sinn und alles wirkt stimmiger und passender. Also sehr euch ja nicht zu viele Trailer an!

Die Schauspielertruppe um James McAvoy (Die Chroniken von Narnia, Wanted, X-Men: Erste Entscheidung), der Charles Xavier verkörpert, Michael Fassbender (300, Inglorious Basterds, Prometheus: Dunkle Zeichen), welcher uns wieder Erik Lensherr alias Magneto gibt und Jennifer Lawrence (X-Men: Erste Entscheidung, Die Tribute von Panem, Silver Linings), die ebenfalls erneut in die Rolle der Raven alias Mystique schlüpft, macht Oscar Isaac (Sucker Punch, Ex Machina, Star Wars: Episode VII) als En Sabah Nur (Übersetzt etwa “der Erste [seiner Art]”) aka Apocalypse sein X-Men Debut. Starke Auftritte haben ebenfalls Sophie Turner als Jean Grey, Nicholas Hoult, wie bereits bei den ersten beiden Prequels, als Hank McCoy alias Beast, Rose Byrne, die nach „X-Men: Erste Entscheidung“ als Moira MacTaggert zurückkehrt, Evan Peters, der wie in Zukunft ist Vergangenheit wieder als Peter aka Quicksilver über die Leinwand flitzt und Lucas Till, der als Alex Summers bzw. Havok zu den X-Men zurückkehrt.

Neu im X-Men Universum treten Tye Sheridan als Alex‘ Bruder Scott Summers aka Cyclops auf, Alexandra Shipp gibt sich als Ororo Munroe alias Storm die Ehre, Kodi Smit-McPhee verkörpert Kurt Wagner aka Nightcrawler, Ben Hardy fliegt als Warren Worthington III bzw. Angel durch die Lüfte und Olivia Munn schneidet sich als Betsy Braddock aka Psylocke durch den Film. Der Cast ist sehr ausgeglichen, er wirkt zwar etwas erneuert, gibt aber trotzdem ein gewisses Gefühl an Vertrautheit und so macht der Film gleich wieder mehr Spass. Hugh Jackman kehrt für seine Paraderolle als Wolverine ebenfalls zurück, aber darüber will ich nicht zu viel verraten.

Die Optischen Effekte schwankten von Oscarreif zu einem absoluten Desaster und wieder zurück, was eigentlich nicht wirklich dem Niveau eines so gross beworbenen Filmes entspricht. Der 3D Effekt pendelte sich, nach anfänglichen Geisterbildern, doch noch zu einem angenehmen Erlebnis ein, hatte aber ausser ein paar extra eingefügten 3D Szenen keinen wirklichen Vorteil. Als Komponist verantwortlich zeigte sich John Ottman, welcher u.A. bereits für die Musik von „X-Men 2“, „Gothika“ oder „Fantastic Four (2005)“ zuständig war und auch bei „X-Men: Apocalypse einen guten Job macht. Marvel typisch bewegt sich der Humor von „X-Men: Apocalypse“ auf einem sehr hohen Level, welches trotz einer ernsten Kampfszene den ein oder anderen Lacher hervorbringen kann.

Fazit: Als Abschluss der Prequel-Trilogie kommt Bryan Singer nicht mehr an „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ heran, unterhält mit seinem düsteren Bösewicht Apocalypse und vielen Handlungs-Aufklärungen der vergangenen X-Men-Filme aber doch ziemlich gut.

Bewertung: 7.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: 20th Century Fox

Gods of Egypt

Gods of Egypt

FantasyActionAbenteuer von 2016 aus dem Hause Concorde Film.

Gods of Egypt

Regie: Alex Proyas

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Set (Gerard Butler), der Gott der Wüste, will über ganz Ägypten zu herrschen und reisst den Thron von Osiris (Bryan Brown), Gott des Nils, gewaltsam an sich. Unter Set stürzt das glorreiche Ägypten bald ins Chaos und Angst macht sich unser seinem versklavten Volk breit. Damit Osiris Sohn Horus (Nikolaj Coster-Waldau), der Gott des Himmels, den Thron zurück erobern kann, geht er einen ungewöhnlichen Pakt mit dem sterblichen Dieb Bek (Brenton Thwaites) ein. Horus verspricht Bek, dass er ihm seine Geliebte Zaya (Courtney Eaton) aus dem Jenseits zurückzuholt, wenn Bek ihm im Gegenzug hilft, Set zu schwächen, damit es Horus gelingt, ihn zu töten. Ihnen zur Seite stehen ihre Gefährten Hathor (Elodie Yung), die Göttin der Liebe, und Thot (Chadwick Boseman), der Gott der Weisheit. Die abenteuerliche Reise bringt die aussergewöhnliche Gruppe von Ägypten ins Jenseits und bis in den Himmel, wo sie Sonnengott Ra (Geoffrey Rush) gegenüberstehen und um seine Hilfe bitten.

Gods of Egypt ist schlicht gesehen ein eigentlich sehr einfacher Film über die ägyptische Mythologie. Die Umsetzung letzterer ist teils richtig, teils etwas aus der Luft gegriffen, passt aber in den Film recht gut hinein. Im allgemeinen habe ich das Gefühl, da mich die ägyptische Mythologie sowieso interessiert, fand ich auch den Film spannender und packender. Ich fühlte mich wirklich in dieser golden glitzernden Welt aus Göttern, riesigen Monumenten und prachtvollen Kleidern. Aber scheinbar, wenn man die Kritiken auf anderen Webseiten liest, ist das nicht bei jedem Zuschauer der Fall. Dann gehen wir mal zum Inhalt über.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein Gott wird böse, will die Weltherrschaft an sich reissen, ein anderer Gott will ihn aufhalten und dabei hilft ihm ein Sterblicher, welcher nur seine Geliebte retten will. Damit wären wir auch schon am Ende des Films angelangt. Viel neues und innovatives bringt der Film nicht hervor, viele Handlungen sind vorauszusehen und recht einfallslos gestaltet, die obligatorische Liebesromanze ist natürlich auch vorhanden. Dennoch vermag die Story mit ihren grossen Hintergründen, der ägyptischen Mythologie, sehr gut zu packen und schafft es auch, Spannung aufzubauen, so dass ich mit den Charakteren mitfieberte. Interessant finde ich auch die Darstellung der Götter, welche als Menschen, nur irgendwie in Übergrösse, auf der Erde verweilen, sich aber in ihre „Urform“, in der sie dann auch aussehen wie die Hieroglyphen auf den alten Pyramiden aussehen.

Die optischen Effekte schwanken zwischen grandios und schlampig immer wieder hin und her. Mal wirken sie überzeugend, aber in der nächsten Szene sehen sie aus, als wäre ihnen das Geld für schöne Grafiken auf einmal ausgegangen. Von einem 3D-Film der heutigen Zeit hätte ich da deutlich besseres erwartet. Die optischen Eindrücke des 3D Effekts hingegen waren schön gemacht, lag vielleicht aber auch daran, dass animierte Bilder irgendwie immer ein besseres 3D Bild abliefern, als ein mit einer Kamera aufgenommenes Bild. Da kommt Gods of Egypt entgegen, dass vieles in einem Greenroom am Computer entstanden ist.

Die Schauspieler sind ein bunter Haufen aus jungen, aufstrebenden Talenten und alten Hollywood-Hasen. Gerard Butler (300, Olympus Has Fallen, Gesetz der Rache, P.S. Ich Liebe Dich) für einmal als Gott der Wüste in der Rolle des Bösewichts zu sehen ist erfrischend, seine Arbeit macht er ebenso gut wie Kollege Nikolaj Coster-Waldau (Mama, Black Hawk Down, Game Of Thrones (Serie)), der ihm im Film als Gott des Himmels die Stirn bietet. Elodie Yung (G.I. Joe: Die Abrechnung, Marvel’s Daredevil (Serie)) wirkte auf mich etwas abwesend und nicht ganz in ihrer Rolle als Göttin der Liebe drin. Chadwick Boseman (Get On Up, Captain America: Civil War) hingegen wirkte stark und verkörperte den Charakter des Gottes der Weisheit überzeugend. Geoffrey Rush (Fluch der Karibik, The King’s Speech) als Gott der Sonne und des Lichts zu sehen war schön, die Rolle passte sehr zu ihm. Die beiden Jungstars Brenton Thwaites  (Maleficent, Hüter der Erinnerung, The Signal) und Courtney Eaton (Mad Max: Fury Road) komplettieren die Palette noch. Wobei Thwaites sehr überzeugte, Eaton jedoch nicht wirklich in ihrer Rolle aufging.

Regisseur Alex Proyas, welcher bereits für The Crow – Die Krähe, Dark City, Knowing und I Robot auf dem Regiestuhl sass, gelang ein unterhaltsamer Fantasy Film, mit viel Action, einer Prise Romantik (manchmal vielleicht etwas zu viel Romantik), etwas schlecht gelungenen Effekten und einer vorauszusehender Story. Dennoch vermochte mich der Film ganz in seinen Bann zu ziehen, was aber wie bereits schon erwähnt wohl auf die ägyptische Mythologie zurückzuführen ist und nicht bei jedem zuschauer vorkommen wird. Dass der Film aber sehr viele so schlechte Kritiken (Durchschnittlich 3-4 Punkte von 10) finde ich nicht gerechtfertigt, denn Gods of Egypt ist echt interessant.

Fazit: Ein Fantasy-Spektakel, welches die Meinungen spaltet. Entweder man scheint ägyptische Mythologien zu mögen oder zu hassen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Concorde Film

The Huntsman & The Ice Queen

The Huntsman & The Ice Queen

ActionAbenteuerDramaFantasy von 2016 aus dem Hause der Universal Pictures.

The Huntsman & The Ice Queen

Regie: Cedric Nicolas-Troyan

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Der Film beginnt zeitlich gesehen vor den Ereignissen des ersten Teils „Snow White & The Huntsman“, überspringt dann aber den Zeitraum von Snow White und spielt dann wieder nach diesen Geschehnissen, so gesehen ist The Huntsman & The Ice Queen Prequel (Vorgeschichte) und Sequel (Fortsetzungsgeschichte) in einem. Prinzessin Freya (Emily Blunt) wird das Herz gebrochen und so entfesselt sich ihre magische Macht über das Eis. Sie verläst ihre Schwester Ravenna (Charlize Theron) und zieht los, um ihr eigenes Königreich aufzubauen. Sie beginnt damit Kinder zu Soldaten aufzuziehen und auszubilden, und macht aus ihnen ihre persönliche Legion, die Huntsman. Doch Eric (Chris Hemsworth) und Sarah (Jessica Chastain) stellen sich gegen das einzige Gesetz, welches Freya in ihrem Königreich hat: Liebe ist verboten. Und das lässt Freys Eric und Sarah sehr deutlich spüren. Eric kämpft danach mit Snow White gegen Ravenna und besiegt sie. Doch der Spiegel, der Ravenna so viel Macht verlieh, beherbergt etwas böses und wenn Freya diesen Spiegel in die Hände bekommen würde, dann wäre das gesamte Land in Gefahr.

Wie schon beim Ersten Teil des Films präsentiert sich Chris Hemsworth (Thor, Marvel’s The Avengers, Snow White & The Huntsman) wieder als Huntsman Eric und Charlize Theron (Hancock, Prometheus – Dunkle Zeichen, Snow White & The Huntsman) verkörpert die böse Hexe Ravenna. Hemsworth scheint aber in seiner Rolle nicht so richtig aufzugehen. Er spielt überzeugend, aber gibt seinem Charakter keine Tiefe, was für den Zuschauer kalt wirkt. Oscar-Preisträgerin Theron dagegen ist die geborene böse Hexe, die man am liebsten durch die Kinoleinwand anbrüllen will, dass sie endlich verschwinden soll. Die Neuzugänge wie Emily Blunt (Der Teufel trägt Prada, Der Plan, Into The Woods) als Ice Queen Freya oder Jessica Chastain (The Tree of Life, Zero Dark Thirty, Interstellar, Der Marsianer) als Huntsman Sarah überzeugen gut, vor allem Blunt verkörpert die eigentlich herzensgute, aber eiskalte Ice Queen sehr authentisch. Nennenswert sind auch die Rollen von Nick Frost und Rob Brydon (Nion & Gryff), welche den Film aufheitern und ihm eine etwas lockere Atmosphäre verleihen.

Die optischen Eindrücke von The Huntsman & The Ice Queen sind gegenüber des ersten Films deutlich verbessert worden, die Animationen und Spezialeffekte überzeugen und wirken realistisch, teils fast schon künstlerisch. Die Geschichte ist interessant, gibt aber im Grunde genommen nicht viel her, was erzählt werden muss. So gibt es hie und da einige Dialoge, welche überflüssig erscheinen und wohl nur dazu da sind, die knapp zwei Stunden Filmmaterial zusammen zu bekommen. Trotz dieses Kritikpunktes muss ich gestehen, dass mich der Film gut unterhalten hat. Er ist nicht besonders einfallsreich oder speziell innovativ, enthält aber alles was es für ordentliche Unterhaltung braucht: Etwas Romantik, actionreiche Kampfszenen, gute Spezialeffekte, ein bisschen Comedy und stimmungsvolle Musik. Letztere wurde komponiert von James Newton Howard, welcher u.A. schon The Sixth Sense, The Dark Knight oder Die Tribute von Panem – Mockingjay mit seiner wunderbaren Musik ausstattete.

Verwirrend war die Vorgehensweise des Filmstudios, eine Mischung aus Prequel und Sequel zu produzieren. Nach dem Erfolg von Snow White & The Huntsman sollte eigentlich auch (logischer Weise, wie in der Filmindustrie üblich) Teil 2 folgen, der Skandal um die Affäre zwischen Regisseur Rupert Sanders und Snow White Darstellerin Kristen Stewart brachte diese Idee jedoch zum Erliegen. Sanders verliess das Fortsetzungs-Projekt und kurze Zeit später verkündete auch Kristen Stewart, dass sie nicht mehr als Snow White zurückkehren würde. Stattdessen beschloss Universal kurzerhand, ein Prequel zu drehen, damit Hemsworth und Theron ihre Rollen behalten konnten. Als Regisseur wurde danach Cedric Nicolas-Troyan verpflichtet, der damit sein Regie-Debut gab. Aber Nicolas-Troyan war bereits als Second Unit Director an Snow White & The Huntsman und Maleficent – Die dunkle Fee beteiligt.

Fazit: Ein gut unterhaltender Fantasy-Film, mit etwas einfältiger Story aber überzeugenden Schauspielern.

Bewertung: 6.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures

The Jungle Book

The Jungle Book

AbenteuerDramaFantasyFamilie von 2016 aus dem Hause der Walt Disney Pictures.

The Jungle Book

Regie: Jon Favreau

FSK: Ab 6 Jahren freigegeben.

Story & Analyse

Disney legt seinen Klassiker „Das Dschungelbuch“ neu auf und verpasst ihm einen realistischen Look. Die Geschichte handelt vom kleinen Findelkind Mogli, der von Panther Baghira im Dschungel gefunden und in ein Wolfsrudel gebracht wird. Der Anführer des Rudels, Akela, nimmt ihn ins Rudel auf und die Wölfin Raksha zieht den jungen Mogli wie ihr eigenes Junges gross. Bald aber schon erfährt der Tiger Shir Khan von dem Menschenjungen und ist versessen darauf, Mogli zu töten. Um ihn zu beschützen, will Baghira ihn ins Menschendorf bringen. Aber Mogli denkt nicht daran, den Dschungel zu verlassen und findet mit Bär Balu einen Freund, mit dem er im Dschungel bleiben will. Aber bald darauf wird Mogli von den Affen des Königs King Louie entführt, der von Mogli das Geheimnis des Feuers erfahren will. Baghira und Balu setzen alles daran, Mogli zu retten und Shir Khan die Stirn zu bieten.

Der junge Neel Sethi musste in der Neuauflage des Klassikers von Wolfgang Reithermanns Zeichentrickfilm von 1967 viel Fantasie beweisen. Die Dreharbeiten fanden für ihn nämlich fast ausschliesslich in sogenannten „Greenrooms“ statt, sprich, der junge Schauspieler musste sich alles vorstellen, denn sowohl die Umgebung, als auch seine tierischen Freunde wurden später mit Hilfe von Computertechnik (CGI = Computer Generated Image) hinein animiert. Dafür steht Sethi überzeugend da und macht eine gute, schauspielerische Leistung. Die Tiere erhalten ihre Stimmen in der von Joachim Krol (Panther Baghira), Armin Rhode (Bär Balu), Ben Becker (Tiger Shir Khan), Jessica Schwarz (Schlange Kaa), Christian Berkel (Affe King Louie), Heike Makatsch (Wölfin Raksha) und Justus von Dohnányi (Wolf Akela). In der englischen Version verleihen u.A. Scarlett Johansson (Schlange Kaa), Idris Elba (Tiger Shir Khan) Bill Murray (Bär Balu) Lupita Nyong’o (Wölfin Raksha) Christopher Walken (Affe King Louie) und Ben Kingsley (Panther Baghira) den Charaktern ihre Stimme.

Die optische Umsetzung des Dschungels und der Landschaftsaufnahmen ist mehr als gelungen. Atemberaubend wird der Zuschauer in den indischen Dschungel gerissen und folgt den realistischen Tieren durch das Dickicht der Schlingpflanzen. Technisch kann man also Regisseur Jon Favreau, der bereits für Iron Man, Iron Man 2 und Cowboys & Aliens auf dem Regiestuhl platz nahm, nichts vorwerfen. Die geschichtliche Adaption von Rudyard Kiplings Erzählungen von 1894 lässt aber dennoch einiges zu wünschen übrig. So werden viele Fans des Disney Meisterwerks das Fehlen der vier Geier Buzzy, Dizzy, Ziggy und Flaps und vor allem die fehlende Interaktion mit den Elefanten als nicht original getreu interpretieren. So wurden auch viele Songs abgeändert, neu aufgelegt oder gar ganz gestrichen, was doch die Nostalgie des Films irgendwie schmälert. Allgemein ist „The Jungle Book“ erwachsener, reifer und dunkler geworden. Es scheint fast, als ob der Film mit seinen damaligen Zuschauern mitgewachsen wäre. Nach eigener Aussage der Macher wollten sie eine „ganz andere“ Version der berühmten Vorlage Kiplings verwirklichen und dies ist ihnen eindrucksvoll gelungen. Im Gegensatz zu den unzähligen anderen Verfilmungen, Neuauflagen und Fortsetzungen hat Jon Favreaus Film das Zeug dazu, nicht zu einem Flop zu werden.

Fazit: Die Neuauflage des Disney Klassikers wurde erwachsener, realistischer und deutlich düsterer, verpasst es aber etwas an das Original heranzukommen.

Bewertung: 7.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Walt Disney Pictures