Kategorie: Biografie

Greatest Showman

Greatest Showman

2017 • Musik • Biografie • Drama • 20th Century Fox • Regie: Michael Gracey • FSK ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 5 von 5 Punkten

Ein Film über einen Schausteller und Zirkusdirektor im 19. Jahrhundert? Ich muss ehrlich sein, ich habe tatsächlich sehr wenig von diesem Film erwartet, habe die Trailer nie richtig auf mich wirken lassen. Wir begleiten P.T. Barnum (Hugh Jackman) in diesem Film dabei, wie er zu einem Pionier der Zirkusketten und dem wahrhaft grössten Showman wird. Für alle die sich bis hierhin fragen: Ja, das ist ein Musicalfilm. Sprich: Die Charaktere werden anfangen zu singen. Es gibt Filme, die dies mühsam übertreiben, und dann gibt es Filme wie Greatest Showman, bei denen es einfach so sein muss. Würde nicht gesungen werden, der Film wäre nur halb so gut geworden. Ich kann an Greatest Showman wahrlich kein schlechtes Haar lassen. Der Cast ist wundervoll geworden – Hugh Jackman ist schlichtweg eine Wucht, seine Leidenschaft für diesen Film ist förmlich greifbar. Auch Zac Efron, den wir hier nach High School Musical (endlich?) wieder singen hören, schlüpft in seine Rolle als hätte er nie jemand anderes dargestellt als den Erben Phillip Carlyle. Michelle Williams geht als Charity Barnum zwar etwas unter, dies tut aber der Story zum Glück nicht weh. Zendaya als Anne Wheeler ist mysteriös, unnahbar und dies gibt ihrem Charakter das gewisse Etwas. Und dann gibt es da noch Keala Settle, die als bärtige Lady erst das Publikum etwas verdutzten lässt. Als sie aber beginnt zu singen, hatte ich das gefühlt sie öffnet ihr Herz den Zuschauern. Sie wirkt so zerbrechlich und gleichzeitig so stark, es ist faszinierend wie Settle diesen Balanceakt ausführen kann.

Und dann die Kostüme. Mensch, die Kostümdesignerinnen und Maskenbildner haben atemberaubendes geschaffen. Übertroffen werden diese jedoch ganz klar von der Gruppe von Menschen, welche an diesem Film mitgewirkt hat: Den Songwriterinnen und Komponisten. Ich habe in letzter Zeit selten einen Film erlebt, der so von der Musik lebt, wie es „The Greatest Showman“ tut. Nahezu jeder Song sprudelt nur so vor Zuversicht und positiver Energie. Es ist beeindruckend, wie ein Soundtrack schon fast jeden einzelnen Zuschauer nach nur wenigen Takten zum mit wippen und mit Lippen-bewegen hinreisst. Der Song „This is me“, welcher Keala Settles bärtige Lady nochmals in den Fokus rückt, ist dabei ganz klar das Aushängeschild des Films, und dies absolut zurecht. Hollywood hat endlich wieder einmal eine originale Story, über die ich euch, wie mir gerade auffällt, gar nicht so viel gesagt habe. Aber nach meiner Kritik hier sollter ihr euch den Film nun ansehen, und dann erfahrt ihr die Geschichte ja sowieso. Also, geht ins Kino, lasst euch beeindrucken und macht euch schon mal bereit, nach dem Film nach dem Soundtrack zu suchen.

Trailer:

© Bild & Trailer: 20th Century Fox

The Walk

The Walk

DramaBiografieAbenteuer von 2015 aus dem Hause der Sony Pictures Entertainment Group.

The Walk

Story: Es ist eine ebenso irrsinnige wie inspirierende Aktion, die in den späten Sechziger Jahren im Wartezimmer eines Zahnarztes ihren Anfang nimmt. Dort liest Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) vom Bau des World Trade Centers. In diesem Moment hat der tollkühne französische Akrobat die Herausforderung gefunden, auf die er sein Leben lang gewartet hat. Er entschließt sich, ein Drahtseil zwischen den Twin Towers zu spannen und darauf zu laufen. Dem verbotenen Balanceakt gehen zermürbende Vorbereitungen voraus, bei denen Petit Hilfe von internationalen Unterstützern, seiner Freundin Annie Allix (Charlotte Le Bon) und seinem Mentor Papa Rudy (Ben Kingsley) bekommt. Nach der anstrengenden Vorarbeit balanciert Petit am 7. August 1974 ganze 45 Minuten auf dem Seil, bis er von Sicherheitsleuten überwältigt wird…

Regie: Robert Zemeckis

Analyse: Die Geschichte ist, dank der Tatsache, dass si auf einer wahren Begebenheit beruht, schnell erzählt und enthält nicht viele Überraschungen. So enthalten ziemlich alle Inhaltsangaben und so ziemlich jeder Trailer das Ende, in dem Philippe Petit auf dem Seil zwischen den Twin Towers balanciert. Als Regisseur dieses Biografie-Dramas konnte mit Robert Zemeckis ein Altmeister beauftragt werden, der uns bereits mit der Zurück in die Zukunft-Trilogie, Cast Away – Verschollen und Forrest Gump beglückt hat. Die Geschichte ist, natürlich, voll und ganz auf die im Cover abgebildete Szene ausgelegt. So scheint die Vorgeschichte, leider, nur eine kleine Nebensache zu sein, bis endlich diese eine Szene auf dem Dach der World Trade Center gezeigt wird. Nicht falsch verstehen, der Film ist deshalb nicht schlecht! Dennoch wirkt alles, was nicht auf den Dächern von New York gezeigt wird, wie eine unwichtige Nebensache, was dann doch schade ist. Denn da wäre noch mehr Potenzial gewesen. Der Aufbau des Films hingegen, indem Joseph Gordon-Levitt (10 Dinge die ich an dir hasse, 500 Days of Summer, Inception, Looper) als Philippe Petit seine eigene Geschichte erzählt, ist schön umgesetzt. Man bekommt das Feeling, man lese tatsächlich seine Biografie. Gordon-Levitt setzt zudem die Rolle authentisch um, und gibt dem Zuschauer das Gefühl einer starken und gleichzeitig zerbrechlichen Rolle. Sir Ben Kingsley (Schindlers Liste, Ender’s Game, Der Medicus) überzeugt mich, wie nahezu immer, mit einer wunderbaren Rolle und beeindruckenden Gesichtsausdrücken. Dieser Mann kann scheinbar alles spielen. Die restlichen Schauspieler, wie Charlotte Le Bon (Madame Mallory und der Duft von Curry) oder James Badge Dale (World War Z) spielten ihre Rollen durchschnittlich und stachen nicht durch besonderes Können hervor. Dennoch fasziniert mich dieser Film, denn er schafft es, wenn auch nur in der Hauptsequenz und einigen kurzen Szenen vorher, Spannung aufzubauen, obwohl das Ende längst bekannt ist. So starren die Zuschauer gebannt auf die Leinwand, als Gordon-Levitt den ersten Schritt auf dem Drahtseil zwischen den Türmen macht. Beeindruckt nicht nur von der Tatsache des Drahtseilaktes selbst, sondern auch von dem optischen Eindruck, der in 3D wunderbar und sehr spektakulär aussieht. Hier hat Sonys TriStar Pictures ganze Arbeit geleistet.

Fazit: Ein optisch sehr beeindruckendes, wenn auch geschichtlich eher flaches Biografie-Drama, welches man sich unbedingt in 3D ansehen sollte!

Bewertung: 7 von 10 Punkten

FSK: Ab 6 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Sony Pictures Entertainment Group.

American Sniper

American Sniper

ActionDramaBiografie von 2014 aus dem Hause der Warner Bros. Pictures.

American Sniper

Story: US-Navy-SEAL und Scharfschütze Chris Kyle (Bradley Cooper) wird mit nur einem Auftrag in den Irak geschickt: Er soll seine Kameraden beschützen. Seine punktgenauen tödlichen Schüsse retten unzählige Leben von US-Soldaten auf dem Schlachtfeld. Als sich die Geschichten seiner unvergleichlichen Treffsicherheit verbreiten, bekommt er den Spitznamen „Legend“. Doch seine Reputation bleibt auch dem Feind nicht verborgen, die Iraker setzen ein Kopfgeld auf ihn aus. Und der Krieg ist nicht Kyles einziger Kampf. Der Scharfschütze versucht, seiner Frau Taya (Sienna Miller) ein guter Ehemann zu sein und gründet schließlich auch eine Familie. Aber trotzdem zieht es Kyle immer wieder in das Kriegsgebiet zurück: Er nimmt an insgesamt vier Einsätzen im Irak teil, die bei ihm deutliche seelische Spuren hinterlassen.

Regie: Clint Eastwood

Analyse: Die Geschichte vom Navy-Seal Chris Kyle ist tragisch, berührend und beängstigend. Dennoch konnte ich mich irgendwie nicht so sehr mit dem Film anfreunden. Nicht falsch verstehen, den Film finde ich gut! Nur seine Sichtweise nicht. Klar, es ist eine Biografie über Chris Kyle und es ist auch gut dass der Fokus auf ihm liegt, dennoch hätte ich mir mehr gewünscht. Mehr sicht auf das Umfeld, nicht nur ihn und sein Fernrohr auf dem Gewehr. Mehr von der Frau, mehr von den Freunden, mehr vom Kampf im Irak. Dennoch muss ich sagen dass Clint Eastwood wieder einmal einen tollen Film erschaffen hat. Auch wenn er mich im Kino nicht so in seinen Bann gerissen hat wie meine Freunde, die von dem Film sehr begeistert sind. Vielleicht betrachte ich das ganze auch mit einem viel zu kritischen Auge. Die sechs Oscar®-nominationen verstehe ich heir nicht. Bradley Cooper als Bester Hauptdarsteller kann ich noch verstehen. Absolut. Aber  „Bester Film“ ist er in meinem Auge definitiv nicht. Zudem war er auch für „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Bester Schnitt“, „Bester Ton“ (Gewonnen) sowie „Bester Tonschnitt“ nominiert. Bradley Cooper überzeugt mich als überpatriotischen Amerikanischen Soldaten sehr, seine Mimik und Haltung wirkt stark und entschlossen. Die eher zierliche Sienna Miller, welche seine Frau Taya spielt, hat ihren Job als besorgte Ehefrau und Mutter ebenfalls gut gemacht. Leider wirken die übrigen Nebendarsteller mehr wie eine Dekoration für die Geschichte von Chris Kyle und deshalb gehen sie fast komplett unter, was sehr schade ist. Die Effekte, also der Krieg im Irak hauptsächlich, sind sehr gut inszeniert und wirken echt, natürlich und realistisch. Keine Explosion wirkt in gewohnter Kino-Manier übertrieben, das kommt dem Film sehr zu gute. Wiederum auch gut gelungen ist die Verwandlung von Chris Kyle vom liebenswürdigen, muskulösen Traummann zum psychologischen Wrack eines Krieges. Man merkt gut und eindrücklich wie sehr ein Krieg die Soldaten nicht nur körperlich, sondern auch mental zerstört.

Fazit: Ein Meinungsspaltender Kriegsfilm mit einem überragenden Bradley Cooper.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Warner Bros. Pictures

Foxcatcher

Foxcatcher

BiografieThrillerDrama von 2014 aus dem Hause der Studiocanal GmbH.

Foxcatcher

Story: Der Ringer Mark Schultz (Channing Tatum), der 1984 die olympische Goldmedaille gewonnen hat, ist gefangen in einem Kreislauf aus täglicher Trainingsroutine und gelegentlichen Ansprachen, die er hält. Er hat den Höhepunkt seiner Karriere hinter sich, als er den sportbegeisterten Multimillionär John du Pont (Steve Carell) trifft. Dieser lädt den Sportler ein, an den Vorbereitungen des Trainings für die Olympischen Spiele 1988 teilzunehmen, die in Seoul stattfinden. Schultz nimmt das Angebot an und zieht auf du Ponts Farm, wo das Team Foxcatcher trainiert. Dort wird er vom exzentrischen du Pont gleichermaßen in Luxus gehüllt wie zu unaufhörlichem Training getrieben. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelingt es Schultz schließlich, auch seinen Bruder und Mentor Dave (Mark Ruffalo) zu überreden, dem Team beizutreten. Als jedoch der Druck auf alle Beteiligten in Seoul immer weiter zunimmt, drohen sich die aufgebauten Spannungen in einer Katastrophe zu entladen…

Regie: Bennett Miller

Analyse: Ein Film kann auch ohne viele Worte und Gespräche auskommen, Foxcatcher beweisst das sehr eindrücklich. Die Geschichte basiert auf einer Wahren Begebenheit in den USA, Ende der 1980er Jahre und schon alleine dieser Gedanke ist beängstigend. Wie sich ein niemand mit genug Geld das Vertrauen einer ganzen Nation erkaufen kann wird in diesem Drama sehr deutlich. Denn du Pont hat keine Ahnung vom Ringen und trotzdem ist er überzeugt, dass er als Coach perfekt ist und so kann er viele Menschen beeinflussen. Ich musste mehrmals hinschauen, bis ich Steve Carell als John du Pont erkannt habe, hier haben die Maskenbildner eine Meisterleistung hingelegt und wurden als Dank für einen Oscar® für das beste MakeUp und Haarstyling nominiert. Carell zeigt eine absolute Ausnahmeleistung und ist einfach nur grandios. Selten hat er so überzeugt und so klar eine Rolle eingenommen wie diese von du Pont. Absolut zurecht ist er als bester Hauptdarsteller für einen Oscar® 2015 nominiert. Channing Tatum zeigt meiner Meinung nach die beste Leistung seiner Karriere als Ringer Mark Schultz, der sich von du Pont viel zu einfach beeinflussen lässt. Mark Ruffalo, bekannt aus The Avengers und Die Unfassbaren – Now You See Me, ist für seine ebenfalls eindrückliche Leistung für einen Oscar® 2015 als bester Nebendarsteller nominiert. Regisseur Bennet Miller, der als bester Regisseur ebenfalls für einen Oscar® 2015 nominiert ist schafft mit Foxcatcher ein Drama, welches den Zuschauer mit Bildern und Atmosphäre und nicht mit Texten fesselt. Man will nichts verpassen und klebt förmlich mit den Augen an der Leinwand. Die Spannung wird über die knapp 130 Minuten bis kurz vor dem überraschenden Ende extrem hoch gehalten und dann wird der Zuschauer mit vielen Gedanken wieder ins wahre Leben entlassen. Eine weitere Oscar®-Nomination 2015 gab es für das beste adaptierte Drehbuch. Wieso Foxcatcher nicht für den besten Film nominiert wurde ist mir ein Rätsel. Dafür wurde er für einen Golden Globe 2015 in dieser Kategorie nominiert.

Fazit: Ein Drama nach einer wahren Geschichte mit herausragenden Schauspielern und absolut verdienten 5 Oscar®-Nominationen 2015.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Studiocanal GmbH

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben

BiografieThrillerDrama von 2014 aus dem Hause Ascot Elite Entertainment Group.

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Story: Nach einer unglücklichen Jugend beginnt der brillante Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch) während seines Studiums an der Cambridge-Universität, sein volles Potenzial zu entfalten. Schnell gehört er zu den führenden Denkern des Landes, besonders was seine Theorien zu Rechenmaschinen angeht. Genau diese machen auch den britischen Geheimdienst auf das Genie aufmerksam. Alan wird zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Mitglied einer geheimen Gruppe. Ihre Aufgabe: die Kommunikation der Deutschen entschlüsseln. Mit Hilfe von Joan Clarke (Keira Knightley) und Hugh Alexander (Matthew Goode) und unter der Aufsicht von Stewart Menzies (Mark Strong) sowie Commander Denniston (Charles Dance) versucht Alan, den Verschlüsselungsapparat Enigma zu knacken, um an kriegsentscheidende Informationen zu kommen…

Regie: Morten Tyldum

Analyse: Die Tatsache, dass dieser Film auf einer wahren Geschichte beruht, ist faszinierend und einschüchtern zugleich. Ohne Alan Turing und seiner Maschine, würden wir heute an keinem Computer oder Smartphone sitzen und dieser Gedanke beeindruckt doch ziemlich. Die Geschichte ist natürlich von beginn an klar, dennoch sind die einzelnen Schritte und Entscheidungen bedeutend und das macht den gesamten Film aus. Wie auch immer ich das ganze drehe und wende, ich finde keinen einzigen Makel. Ich fühlte mich volle 120 Minuten unterhalten und hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl, gelangweilt da zu sitzen oder eine Szene nicht ganz zu verstehen. Der Aufbau ist ebenso speziell, man wechselt zwischen Turings Kindheit, der Zeit während des Krieges und nach dem Krieg hin und her. So erfährt man viel aus seiner Geschichte und von den Hintergründen eines wahrhaften Genies. Der gesamte Cast wirkt echt und authentisch, was den Film zu einer wahren Freude mache. Keira Knightley, bekannt aus der Fluch der Karibik-Reihe, zeigt ihr ganzes schauspielerisches Talent und Benedict Cumberbatch, bekannt als junger Sherlock Holmes, zeigt eine brillante Leistung und wurde absolut zurecht für einen Oscar® 2015 als bester Hauptdarsteller nominiert. Insgesamt hat „The Imitation Game“ bei den Oscars® 2015 die Möglichkeit, acht begehrte Preise zu ergattern, inklusive „Bester Film“. Absolut zurecht, wenn man den Inhalt, die Umsetzung und die Kraft dieses Filmes beachtet. Alan Turing erinnert mich persönlich stark an Sheldon Cooper, das bekannte Genie aus der Fernsehserie „The Big Bang Theory“ und das macht das ganze noch spannender. Denn Turing wirkt zwar verlegen und zurückhalten, dreht danach aber immer mehr auf und zeigt was für eine starke Person er ist und wie sehr er die Welt verändern kann und will. The Imitation Game ist ein ständiges Spiel zwischen Genie und Wahnsinn und bringt dem Zuschauer viele überraschende, aber auch witzige und sehr unterhaltende Momente. Somit ist Morten Tyldums Film bereits jetzt eines meiner Highlights des noch jungen Filmjahres 2015.

Fazit: Ein achtfach Oscar®-nominiertes Meisterwerk, beruhend auf der wahren Geschichte des zweiten Weltkrieges.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Ascot Elite Entertainment Group

Der grosse Trip – Wild

Der grosse Trip – Wild

BiografieAbenteuerDrama von 2014 aus dem Hause 20th Century Fox.

Der grosse Trip - Wild

Story: Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) musste viele Schicksalsschläge erleiden. Der Verlust ihrer geliebten Mutter Bobbi (Laura Dern) und das Ende ihrer Ehe, die an Cheryls Heroinsucht zerbrach, haben sie in ein tiefes Loch fallen lassen. Frustriert, aber auch entschlossen kehrt sie ihrem alten Leben den Rücken zu und begibt sich – ohne geringste Vorkenntnisse und mit viel zu schwerem Rucksack – auf eine 2.000-Kilometer-Wanderung entlang des Pacific Crest Trails an der Westküste der USA. Auf ihrem Weg bekommt Cheryl es mit der geballten Erbarmungslosigkeit der Natur zu tun, doch sie tritt Durst, Hunger, Hitze und Kälte mit immer neuem Mut entgegen. Einmal dem Ruf der Wildnis gefolgt, übersteht sie bald auch Begegnungen mit gefährlichen Raubtieren. Durch all die neuen Erlebnisse relativieren sich die bisherigen Erfahrungen, Erfolge, Rückschläge, Hoffnungen und Ängste der Aussteigerin…

Regie: Jean-Marc Vallée

Analyse: Reese Witherspoon und 120 Minuten, die sich fast nur um sie (bzw. ihre Rolle) drehen, da wurde es mir irgendwie schon etwas übel.. Ich mag Filme nicht die sich fast nur um eine Person drehen… Nur ist „Der grosse Trip – Wild“ eine echte Ausnahme. So begleitet man Witherspoon als Cheryl Strayed zwar durch Wüste, Schnee und Berge, aber erhält gleichzeitig Einblick in ihre Gedanken und Erinnerungen. Als würde man in ihrem Kopf sitzen und das ganze mit ihren Augen betrachten. So spitzt sich die Geschichte nach und nach auch immer mehr zu und man findet heraus, wieso Cheryl diesen Trip wirklich gemacht hat. Was sie dazu anspornt weiter zu machen, selbst wenn sie fast vor dem verdursten ist. Die Rückblenden, so nenne ich sie jetzt mal, auch wenn es eigentlich Gedanken sind, wechseln von kurzen Fetzen zu ganzen Szenen und wieder zurück in einer erstaunlichen Form, welche zuerst verwirrend ist, aber sich dennoch nach und nach zu einer guten und starken Geschichte zusammen fügt. Man fühlt richtig mit den Charakteren mit und wird so in den Bann des Filmes hineingezogen. Witherspoon zeigt eine grandiose Leistung und spielt zugleich körperlich, als auch mental sehr stark. Laura Dern, welche mir vorallem aus Jurassic Park Das Schicksal ist ein mieser Verräter bekannt ist, ist ebenfalls sehr authentisch. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und dem dazu geschriebenen Buch von Cheryl Strayed. Regisseur Vallée, der bereits Dallas Buyers Club zum Erfolg führte, bringt mit Der grosse Trip einen aussergewöhnlichen Selbstfindungs-Film auf die Leinwand, der den Zuschauer fühlen, lachen und weinen lassen kann.

Fazit: Fesselndes Drama mit einer unglaublichen, wahren Geschichte.

Bewertung: 8.5 von 10 Punkten

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: 20th Century Fox

Unbroken

Unbroken

KriegBiografieDrama von 2014 aus dem Hause der Universal Pictures.

Unbroken

Story: Der amerikanische Langstreckenläufer Louis Zamperini (Jack O’Connell) nimmt als jüngstes Mitglied des US-Olympiateams 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teil. Zwar gewinnt er keine Medaille, liefert sich aber ein so packendes Finalrennen, dass Adolf Hitler ihn treffen will. Vier Jahre später gilt Zamperini als großer Favorit für die Olympischen Spiele in Tokyo, die aufgrund des ausbrechenden Zweiten Weltkrieges jedoch abgesagt werden. Zamperini zieht freiwillig als Bombenschütze in den Krieg. Nach einer Bruchlandung im Pazifik können sich er und zwei weitere Soldaten auf ein Floß retten. Dort kämpfen sie 47 Tage ums Überleben, ehe sie von der japanischen Navy aufgelesen und gefangengenommen werden. Auf dem Schiff müssen sie sadistische Folterungen über sich ergehen lassen…

Regie: Angelina Jolie

Analyse: Regisseurin Angelina Jolie? Ich muss zugeben dass ich mich mit dieser Aussage nicht anfreunden kann, aber ich habe ja ihren Erstling ja auch noch nicht gesehen… Also, ich erwartete nicht viel von diesem Film. Dennoch ist der Trailer interessant und ich war gespannt. Zu den Schauspielern. Jack O’Connell, der bereits in 300: Rise of an Empire zusehen war, ist überragend, er zeigt eine grandiose Leistung. Die anderen Schauspieler machen ihren Job sehr gut, allen voran Miyavi, der als Mutsushiro Watanabe dem Olympioniken Zamperini die Hölle heiss macht. Die Atmosphäre des Filmes ist zwar durchwegs beklemmend, dennoch fehlt immer das gewisse Etwas um es „perfekt“ zu machen. Schade eigentlich, denn da wäre viel mehr Potenzial drin gewesen… Wenn Jolie mehr auf den Charakter von Zamperini eingegangen wäre würde man als Zuschauer nicht nur auf die Leiden von ihm blicken, sondern auch erkennen und merken was es mit ihm innerlich anstellt. Zeit wäre in diesem Film ausreichend vorhanden gewesen für solche Momente, aber in den knapp 140 Minuten setzt Angelina Jolie lieber auf lange Aufnahmen, in denen nichts passiert. Diese lassen zwar Platz um sich über die Geschehnisse des Filmes Gedanken zu machen, aber verweigern den Charakteren sich auszubreiten. Ein Lob geht an die Rückblenden, welche immer in mitten einer wichtigen Szene gezeigt werden. Als ob sich Zamperini an etwas aus seiner Jugend und Kindheit erinnert. Die Tatsache dass dieser Film auf einer wahren Geschichte und der Biografie von Louis Zamperini beruht macht die Abscheulichkeiten, welche die Soldaten des zweiten Weltkrieges über sich erdulden mussten, nur noch schlimmer… Alles in allem ist „Unbroken“ aber eine gelungener Film, der einen in seinen Bann zieht.

Fazit: Berührendes, aber etwas langes Drama mit guten Schauspielern.

Bewertung: 7.5 von 10 Punkten

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures

Saving Mr. Banks

Saving Mr. Banks

BiografieDramaMusikKomödie von 2013 aus dem Hause der Walt Disney Pictures.

Saving Mr. Banks

Story: In den 1940er Jahren verspricht Walt Disney (Tom Hanks) seinen beiden Töchtern, dass er aus ihrem Lieblingsbuch „Mary Poppins“ einen Film machen wird. Allerdings durchkreuzt die Autorin des Romans, P.L. Travers (Emma Thompson), seine Pläne und weigert sich, ihm die Filmrechte zu verkaufen. Erst nach jahrelangen Verhandlungen reist Travers 1961 schließlich von London nach Hollywood, um persönlich mit dem Produzenten über dessen Vorhaben zu sprechen. Doch sie ist weiterhin kaum bereit, Kompromisse bei der Adaption ihres Buchs einzugehen und lehnt Disneys Vorhaben, ein Musical aus „Mary Poppins“ zu machen, strikt ab. Travers‘ Arbeitssitzungen mit dem Drehbuchautoren Don DaGradi (Bradley Whitford) und den Komponisten Richard (Jason Schwartzman) und Robert Sherman (B.J. Novak) sind von gegenseitigem Unverständnis geprägt. Bald zeigt sich, dass ihre Abwehrhaltung längst nicht nur rein künstlerische, sondern auch sehr persönliche Gründe hat, die mit ihren Erinnerungen an ihren Vater Travers Goff (Colin Farrell) zusammenhängen. Walt Disney ist aber nicht bereit, seinen eigenen Traum von „Mary Poppins“ aufzugeben…

Analyse: Ich hatte den Film komplett anders erwartet, aber wurde absolut positiv überrascht. Eines vorweg: Wer denkt, weil es Mary Poppins gesehen hat, kennt die ganze Geschichte und muss diesen Film nicht schauen, der irrt sich gewaltig. Saving Mr. Banks zeigt die faszinierende Geschichte von Walt Disney und seinem Versuch, Mary Poppins von P.L. Travers zu verfilmen und somit das Versprechen an seine Kinder einzulösen. Tom Hanks als Walt Disney ist schon wunderbar. Aber Emma Thompson ist einfach nur eine Wucht. Ihr Mimik, ihre Gestik, ihr Verhalten. Sie verkörpert die zurückgezogene, unsichere und einsame P.L. Travers perfekt. Die Story selbst ist durch den Trailer nicht zu erkennen. Der Film hat seinen eigenen Lauf. Ab und zu werden die bekanntesten Songs wieder ausgepackt und man erfährt, was e für ein Kampf war, bis Mary Poppins schlussendlich so verfilmt werden konnte. Wie sehr sich Misses Travers verschliesst und ihre Geschichte, die Wahrheit hinter Mary Poppins, nicht herausgeben will. Faszinierend.

Fazit: Hommage an Mary Poppins mit brillanten Schauspielern.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

FSK: Ab 0 Jahren freigegeben.

Trailer: