Captain America 3: Civil War

Captain America 3: Civil War

ActionAbenteuerScience-FictionThriller von 2016 aus dem Hause der Marvel Studios.

Captain America 3 - Civil War

Regie: Anthony Russo und Joe Russo

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Nachdem sich einige Superhelden wie Thor, Hulk oder Tony Stark alias „Iron Man“ (Robert Downey Jr.) nach den grossen Schäden, die sie angerichtet haben, von den Avengers getrennt haben, ist es nun Steve Rogers alias „Captain America“’s (Chris Evans) Aufgabe, die Welt vor dem Bösen zu schützen. Er führt die neuen Avengers an, welche noch aus Natasha Romanoff alias „Black Widow“ (Scarlett Johansson), Wanda Maximoff alias „Scarlet Witch“ (Elizabeth Olsen), Sam Wilson alias „Falcon“ (Anthony Mackie) und The Vision (Paul Bettany) bestehen. Aber einer ihrer Einsätze geht schief und das bringt das Fass zum überlaufen. Die vereinten Nationen beschliessen, dass alle Einsätze der Avengers erst durch ein Gremium bewilligt werden sollten, bevor Superhelden gleich Selbstjustiz durchführen. Tony Stark unterstützt dieses Abkommen, nachdem seine eigene Kreatur Ultron die Verwüstung in Sokovia angerichtet hat, aber Captain America weiss nur zu gut, wie eine solch mächtige Organisation missbraucht werden kann und ist deshalb entschieden gegen diese Machtverteilung der Avenegers. Die Avengers zerbrechen an diesem Abkommen und es bilden sich zwei Seiten, welche in einem wahren Bürgerkrieg aneinander geraten.

Ich lasse mich gerade zu Beginn wieder kurz über den Titel des Films aus. Aus (mir sehr unerklärlichen Gründen) entscheidet sich der deutsche Sprachraum wiedermal den originalen Titel durch einen neuen, englischen Titel zu ersetzen. Den Sinn dahinter kann man lange suchen, dennoch heisst dieser Film für mich immer noch „Captain America 3: Civil War“ und nicht „The First Avenger: Civil War“, den ersteres geht ja auch deutlich einfacher von den Lippen. Soviel dazu. Dann zurück zum Film. Ich war sehr gespannt darauf, erst recht nachdem bekannt wurde, dass die Brüder Anthony und Joe Russo auch nach Captain America 2: The Return of the First Avenger hier wieder Regie führen würden. Die beiden haben ihren Vertrag übrigens bereits um „The Avengers: Infinity War Part 1 & 2“ verlängert, aber das nur am Rande.

Captain America 3 ist so gesehen eigentlich keine Fortsetzung zu Captain America 2, sondern zu The Avengers 2: Age of Ultron, in dem die Avengers den von Tony Stark geschaffenen Ultron vernichten müssen, damit dieser nicht den gesamten Planeten zerstört. Die Verwicklung der Marvel Filme ist hierbei sehr bemerkenswert, da ein Aussenstehender, der bis jetzt keinen Marvel Film im Kino gesehen hat, der Story wohl nur schwer folgen kann. So ist es empfehlenswert, wenigstens die Story von Avengers 2 noch etwas zu kennen, damit man mithalten kann. Denn in diesem Film werden den Zuschauern die alten und neuen Charaktere praktisch um den Kopf geworfen. Auf der Leinwand geschieht so viel, dass man völlig im Film versinken kann.

Die Geschichte ist interessant ausgelegt und nicht wirklich aus der Luft gegriffen, was ihr Glaubhaftigkeit spendiert und so den Zuschauer nur noch Neugieriger macht, was als nächstes geschehen wird. Nachdem der Versuch von DC, Marvels grösstem Comic-Konkurrenten, zwei grosse Superhelden in Batman v Superman auf der Leinwand gegeneinander antreten zu lassen bei den Kritikern und auch vielen Fans total durchgefallen ist, scheint nun Marvel alles richtig zu machen. Ihre Version eines Civil War, in dem sich zwei Teams aus den Charakteren des Marvel Universums bilden und beide gegeneinander antreten, überzeugt voll und ganz. Trotzdem geht es im Grossen und Ganzen immer noch um Captain America, welcher viele Gewissensfragen beantworten muss, trotz der Hülle und Fülle der anderen Superhelden. Nicht zu kurz kommt auch Marvels bekannter Humor, welcher über den gesamten Film verteilt, egal ob eine normale Konversations-Sszene oder ein actiongeladener Kampf, den Zuschauer immer wieder zum lachen bringt, so die gesamte Stimmung auflockert und den Film authentischer wirken lässt.

Marvel gab sich grosse Mühe beim Cast und so schickten sie (fast) alle ihrer grossen Pferde ins Rennen. Chris Evans (Fantastic Four, Captain America: The First Avenger, Marvel’s The Avengers) schlägt sich als Steve Rogers aka Captain America durch die Menge. Robert Downey Jr. (Chaplin, Sherlock Holmes, Iron Man) verkörpert wieder Tony Stark, bzw. den Superhelden Iron Man. Sebastian Stan (Black Swan, Captain America 2, Once Upon A Time (Serie)) gab sein Comeback als Bucky Barnes alias „Winter Soldier“. Scarlett Johansson (Die Insel, Her, Lucy) gibt sich als Natasha Romanoff alias Black Widow alle Ehre. Elizabeth Olsen (Martha Marcy May Marlene, Godzilla, The Avengers 2) stellt Wanda Maximoff, bekannt als „Scarlet Witch“ dar. Anthony Mackie ( Tödliches Kommando – The Hurt Locker, Ganster Squad) fliegt als Sam Wilson aka Falcon durch die Lüfte. Don Cheadle (Ocean’s Eleven, L.A. Crash, Iron Man 2) kämpft sich als Jim Rhodes‘ „War Machine“ durch. Jeremy Renner (28 Weeks Later, Hänsel & Gretel – Hexenjäger, Mission: Impossible – Phantom Protokoll, Das Bourne Vermächtnis) verschiesst wieder als Clint Barton alias Hawkeye Pfeile. Paul Bettany (The Da Vinci Code – Sakrileg, Tintenherz, Transcendence, Mortdecai) verkörpert Vision, welcher ein Android mit der künstlichen Intelligenz von Iron Mans J.A.R.V.I.S. ausgestattet ist. Ebenfalls zu sehen ist Paul Rudd (Friends (Serie), Vorbilder?!, Ant-Man), welcher als Scott Langs Ant-Man in den Showdown zieht. Alle diese Schauspieler machen ihre Arbeit ausgezeichnet und überzeugen in allen Belangen.

Dieser Abschnitt wurde an sich schon deutlich zu lange, die Aufzählung der Schauspieler ist aber immer noch nicht zu Ende. Denn neu dazu stossen auch Chadwick Boseman (The Kill Hole, Get On Up, Gods of Egypt), der als Prinz T’Challa von Wakanda den „Black Panther“ spielt, oder auch Tom Holland (The Impossible, How I Live Now, Im Herzen der See) als Peter Parker, besser bekannt unter dem Namen „Spider Man“, welche ebenfalls gute Leistungen abliefern. Trotzdem war ich etwas erstaunt über das Alter des neuen Spider Man Darstellers, den mit Jahrgang 96 einen Superhelden zu verkörpern ist schon eine gute Leistung. Etwas enttäuscht war ich von Daniel Brühl (Good Bye Lenin!, Inglorious Basterds), dem ich den bösen Schurken irgendwie nicht richtig abkaufte. Vielleicht sieht er einfach etwas zu nett aus dafür.

Die Effekte sind wie gewohnt auf einem recht hohen Niveau, wie man das von Marvel ja bereits kennt. Die Kampfszenen sind gut gelungen, die Kameraführung war trotz ein paar Schlenkern während den Kämpfen dennoch überzeugend. Der 3D Effekt kommt vor allem bei den Explosionen zum Einsatzund glaubt mir, davon gibt es in diesem Film mehr als genug. Trotz der Tatsache, dass dieser Film zu einem Grossteil in Green Rooms entstanden ist, also die Umgebung nachträglich per Computer eingesetzt wurde, wirkt alles authentisch und echt. Mit seinen fast 150 Minuten ist Captain America 3: Civil War zwar ein recht langer Film geworden, der aber irgendwie wie im Flug zu vergehen scheint. Mit Ausblick auf die zukünftigen Filme des Marvel Cinematic Universe und den neuen Charakteren Black Panther und Spider Man wurde hier grosse Unterhaltung auf die Leinwand gebannt, welche fast an Guardians of the Galaxy herankommt. Ich bin begeistert.

PS: Wer sich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Filme nicht entgehen lassen will, der sollte nicht nur bis nach dem animierten Abspann, sondern auch bis zum bitteren Ende der Credits sitzen bleiben, denn Marvel-typisch gibt es da noch etwas interessantes zu sehen.

Fazit: Marvel schafft es, den Kampf von Gut gegen Gut spektakulär mit vielen grandiosen Effekten, gutem Humor und einer riesigen Palette an Charakteren zu inszenieren. Ein wahrer Augenschmaus für Fans von Superhelden-Filmen.

Bewertung: 9.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Marvel Studios

One Reply to “Captain America 3: Civil War”

  1. Das würd ich genau so unterschreiben, wie du es ausgeführt hast. Einzig in Sachen 3D fand ich den Film genauso miserabel umgesetzt wie Batman v Superman. Alles bespickt mit falschen Reflexionen, Geisterbildern, Versatz zwischen linkem und rechtem Auge. Dinge, bei denen ich mich ganz ehrlich fragen muss, wie so etwas in der Postproduktion durch die Endkontrolle kommen kann.
    Ich bin daher versucht ihn mir einfach noch ein zweites Mal in 2D anzuschauen. :D

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