Autor: Remo Zuberbühler

Bullyparade – Der Film

Bullyparade – Der Film

2017 • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: Michael Bully Herbig • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Michael Bully Herbig und seine Freunde Christian Tramitz und Rick Kavanian wollen es nochmal wissen und bringen die fast schon legendäre Sketch-Comedy-Show bullyparade auf die grosse Kinoleinwand. Mit dabei sind alle wichtigen und mittlerweile zu Kult gewordenen Figuren wie die Blutsbrüder Abahachi und Old Shatterhand, die Weltall-Crew Spucki, Captain Kork und Schrotti, das Traumpaar Sissi und Kaiser Franz mit dem Feldmarschall und vielen, vielen mehr. Nun, wie bringt man all diese verschiedenen Charaktere denn in eine Geschichte rein? Die ganz einfache Antwort: Gar nicht. Der gesamte Film wird in verschiedene kleine Geschichten unterteilt, welche alle jeweils eine eigene Story vorweisen. Wobei, von richtigen Stories kann man hier (leider) nicht reden. Als die bullyparade noch von wenigen Minuten langen Sketchen, wenn nicht sogar kürzer, geprägt wurde, waren die Handlungen darin noch relativ egal, denn mit dem Humor wurde alles erzählt und es brauchte keine grosse Story. Aber diese kleinen Filmchen hier, welche sich zusammen doch auf stolze 100 Minuten belaufen, sind, und das muss ich als grosser Fan von Bully zugeben, geschichtlicher Schwachsinn. Nun, lassen wir also diese Tatsache auf uns wirken, wird klar, mit was „Bullyparade – Der Film“ hier punkten kann – und das sind, wie bereits in der Vergangenheit, die funktionierenden Gags und zwar praktisch am Laufmeter. Klar, es ist nicht die Neuerfindung des deutschen Kino-Humors, aber er funktioniert auch nach gut 15 Jahren immer noch hervorragend, finde ich jedenfalls. Und da man als Zuschauer praktisch nur darauf wartet, die nächsten Figuren zu sehen, macht das den Film doch noch irgendwie etwas spannend. Wie bereits bei den Vorgängern „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ und „Der Schuh des Manitu“ werden Auch hier die Outtakes schon fast zu einem Teil des Films. Ich muss zugeben, ich war kurz davor meine Blase nicht mehr unter Kontrolle zu halten und war mit meinen Lachanfällen schon fast die grössere Attraktion im Kinosaal als der Film selbst. Abschliessend gibt es zu sagen, dass „Bullyparade – Der Film“ keine herausragende Komödie ist. Aber für Fans der alten Comedyshow und des typischen Bully-Humors, bietet er gute Unterhaltung.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Baby Driver

Baby Driver

2017 • Action • Krimi • Thriller • Abenteuer • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Edgar Wright • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Sein Name ist Baby, er fährt Autos und das ziemlich schnell. In diesem simplen Satz ist eigentlich schon fast alles zu diesem Film gesagt. Wieso also erhält er von mir dennoch 4 von 5 Punkten? Nun, Ansel Elgort, welcher hier Baby verkörpert, mochte ich schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr. Er mag zwar nicht ein Schauspieler sein, der viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen kann, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge, dass er immer etwas abwesend wirkt. Er ist in diesem Film ganz klar das Aushängeschild, der mit seiner Coolness während den Autofahrten glänzt. Baby ist der Fluchtauto-Fahrer der aktuellen Einbruchserie und wenn man ihm nur kurz zuschaut, weiss man auch direkt wieso. Mit einer Selbstverständlichkeit schafft er es, das Auto um die engste Kurve zu bewegen und der Polizei mit Leichtigkeit zu entkommen. Wie viel Geld die Räuber dabei erbeuten, oder wer dabei zu schaden kommt, das ist ihm eigentlich ziemlich egal. Die anderen Schauspieler sind zwar präsent, wie z.B. Kevin Spacey, Lily James oder Jamie Foxx, aber mehr über ihre Charaktere erfahren wir leider nicht, da ist alles viel zu oberflächlich. Edgar Wright, der bereits bei ‚Shaun of the Dead‘ und ‚Scott Pilgrimm gegen den Rest der Welt‘ für Regie und Drehbuch verantwortlich war, inszeniert mit Baby Driver einen rasanten Thriller mit einem gewissen Extra. Musikkomponist Steven Price, der bereits für Suicide Squad, Herz aus Stahl – Fury und Gravity die Musik beisteuerte, gilt hier ein ganz besonderes Augenmerk, oder besser gesagt Ohrenmerk. Denn was Price hier mit dem Filmsoundtrack und grossen Welthits anstellt ist echt bemerkenswert. Sie sind nicht nur Hintergrundmusik, nein, sie sind Teil des Filmes und werden so auf spektakuläre Weise in jede Szene mit integriert, das gibt dem ganzen noch etwas mehr Dynamik. Einige Verfolgungsjagden haben mich leider etwas an Fast & Furious erinnert, weshalb es nicht noch mehr Punkte gab. Trotz der eher flachen Story gab es einige sehr interessante Wendungen und ich fühlte mich durch die vollen 113 Minuten bestens unterhalten. Meiner Meinung nach ein echt packender Thriller.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Dunkirk

Dunkirk

2017 • Drama • Action • Krieg • Historie • Warner Bros. Pictures • Regie: Christopher Nolan • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben •  Bewertung: 4,75 von 5 Punkten

400’000 Armeeangehörige der Alliierten sitzen während dem zweiten Weltkrieg in der französischen Hafenstadt Dünkirchen fest, umzingelt von der deutschen Armee warten sie auf die Evakuierung durch Schiffe aus Grossbritannien. Hier seht ihr – wieder einmal – bereits die inkonsequenz der Namensgebung solcher Filme. Während auf französisch der Film mit „Dunkerque“ den original Namen der Hafenstadt bekommen hat, welche auf Englisch „Dunkirk“ heisst, verstehe ich nicht, wieso man ihn im deutschsprachigen Raum nicht „Dünkirchen“ nennt, dies würde deutlich mehr Sinn ergeben. Aber genug davon. Christopher Nolan, Regisseur der „The Dark Knight“-Trilogie, Interstellar und Inception, inszeniert mit ‚Dunkirk‘ ein packendes Kriegsdrama. Die Zuschauer begleiten verschiedene Orte, Soldaten und Zivilisten, welche bei der Schlacht um Dünkirchen irgendwie mitwirkten. Nolan verzichtet in dieser Historie auf die aktuell grössten Namen Hollywoods, dies ist aber definitiv kein Negativpunkt. Die Darsteller wie Fionn Whitehead, Mark Rylance, Kenneth Branagh, Tom Hardy oder – zu meiner Verwunderung – auch Ex-One Direction Star Harry Styles zeigen absolute Höchstleistungen in Mimik und Gestik. Viele Unterhaltungen zwischen den Charakteren gibt es in diesem Film jedoch nicht wirklich, braucht es aber auch nicht. Denn die düstere und absolut beklemmende Stimmung werden alleine schon durch die Musik des Hollywood-Stars Hans Zimmer und die Ohrenbetäubenden Schüsse, Raketen und Bomben eindrücklich aufrechterhalten, sodass ich nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte im Kino zu sitzen und dies ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Gefühle, wenn man ins Kino geht. Dunkirk braucht nicht unmengen an Kunstblut oder explizite Gewaltdarstellung, wie man es sich von anderen Kriegsfilmen gewohnt ist. Damit kann auf eine FSK-16 Freigabe verzichtet werden und der Film auf FSK-12 gebracht werden. Dies ist nicht – wie von einigen Kritikern angedeutet – ein Negativpunkt, sondern für mich ein klarer Pluspunkt. So sieht man, dass der zweite Weltkrieg zwar blutig war, aber es um viel mehr ging. Die Männer kehrten nicht nur mit blutenden Wunden zurück, sondern auch mit Traumas, und grossen psychischen Problemen.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten

Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten

2017 • Science-Fiction • Action • Abenteuer • Universum Film • Regie: Luc Besson • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Valerian ist die Verfilmung eines gut 50-Jahre alten Comic-Helden für die grosse Kinoleinwand. Die Agenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) sind auf einer Mission unterwegs, um die Weltraumstadt Alpha zu retten, in welcher tausende Spezies auf die verschiedensten Arten zusammen leben. Nachdem DeHaan mir in Chronicles ausserordentlich gut gefallen hat, war er mir hier leider nicht authentisch genug, vielleicht brauche ich noch etwas um mich ihn als Action-Helden vorzustellen. Hingegen war ich von Cara Delevingne sehr positiv überrascht, nachdem sie mir in Margos Spuren und Suicide Squad nicht wirklich gefallen hat. Die beiden Hauptdarsteller haben eine spezielle Spannung zwischen ihren Charakteren, welche viele Filmkritiker als negavit bezeichnet haben, aber ich fand es eigentlich recht stimmig. Luc Besson, welcher sich bereits als Regisseur von Léon – Der Profi, Das fünfte Element und Lucy einen grossen Namen gemacht hat, schafft es bei Valerian bildgewaltiges Spektakel auf die Leinwand zu bringen. Die optischen Eindrücke sind atemberaubend und das erschaffene Universum, in welchem sich die Geschichte abspielt, ist liebevoll und besonders detailliert dargestellt. Ich habe das Gefühl, ich müsste sicherlich noch drei Mal ins Kino, um mich auf die Hintergrundaktivitäten zu konzentrieren, um alles einzufangen, was Besson hier zeigen will. Wenn wir aber schon die Geschichte angesprochen haben, die hat mich leider so gar nicht überzeugt. Oder anders gesagt, es geschieht so viel auf einmal, man kommt mit dem verstehen gar nicht nach. Es ist einer der ganz wenigen Filme in den letzten Kinojahren, von denen ich mir sehnlichst einen Mehrteiler gewünscht hätte. Ja, ein Startfilm mit der gesamten Geschichte der Planetenstadt Alpha und dem Grundstein der Agenten Valerian und Laureline, und danach die eigentliche Story dieses Films. Also für einen Zweiteiler hätte es bei weitem gereicht. Die anderen Schauspieler gehen neben DeHaan und Delevingne schon fast unter, so auch die gross angekündigte Rihanna, welche aber sowieso nur eine kleine Nebenrolle innehat.

Trailer:

© Bild & Trailer: Universum Film

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

2017 • FantasyAbenteuerActionKomödieWalt Disney PicturesRegie: Joachim Rønning und Espen Sandberg • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Jack Sparrow – oh, Entschuldigung – Captain Jack Sparrow kehrt auf die Leinwand zurück und erlebt ein neues Abenteuer. Erstmal kündige ich meine Verwirrung für den Titel an. Obwohl es online Poster zu „Pirates of the Caribbean 5: Salazar’s Revenge“ gibt, ist der Originaltitel „Dead Men Tell No Tales“ also zu Deutsch „Tote erzählen keine Geschichten“ – dies würde mit der Geschichte deutlich mehr Sinn ergeben. Aber sich über Filmnamen aufzuregen hat leider noch nie etwas gebracht. Nun zum Film. Nachdem in den Vorgeschichten u.A. nach dem Ende der Welt, dem Jenseits oder dem Jungbrunnen gesucht wurde, ist das aktuelle Ziel jetzt der Dreizack des Poseidon, der jeden Fluch der Meere brechen können soll. Henry Turner (Brenton Thwaites), Sohn von Will und Elisabeth Turner, spannt mit Carina Smith (Kaya Scodelario) zusammen, um dieses Sagenumwobene Artefakt zu finden. Beide haben ihre eigenen Gründe dafür, aber um das zu schaffen, brauchen sie die Hilfe vom guten alten Jack (Johnny Depp). Die beiden jungen Neuzugänge in dem Pirates-Universum machen ihren Job zwar nicht oscarreif, aber sie verkörpern ihre Rollen glaubwürdig. Barbossa (Geoffrey Rush) kriegt von der Schatzsuche Wind und macht sich daran, das ungewöhnliche Gespann zu finden und seinen Teil einzustreichen. Die Geschichte ist zwar nicht gerade originell, dennoch weiss sie – vor allem für Fans der Reihe – gut zu unterhalten. Es reicht nicht für viele Überraschungen, dazu ist der Gesamtplott der Story zu schnell offengelegt. Die Spezialeffekte sind optisch sehr überzeugend und der ganze Film ist sowohl kostümtechnisch als auch musikalisch wunderbar stimmig inszeniert. Der Humor greift überzeugend bei praktisch allen Gags und vermittelt ein Gefühl von Solider Unterhaltung. Der Titelgebende Widersacher von Captain Jack Sparrow, Captain Salazar (Javier Bardem), vermag es zwar die Geschichte glaubhaft zu vermitteln, mir war er aber zu flach – sprich, es war eine deutlich zu oberflächliche Rolle, die mich leider irgendwie kalt liess, was dann wiederum seine Stärke als Bösewicht etwas dämpfte. Um den Film zu verstehen muss man übrigens die vergangenen Filme zwar nicht erst letztlich gesehen haben, man sollte aber die Filme definitiv noch kennen und im Kopf haben, evt. es schadet sogar nicht wenn man die Handlung vielleicht nochmals kurz überliesst. Es werden einige Andeutungen an die Vorgänger gemacht, welche zu schade sind zum verpassen, falls man die Filme nicht kennen sollte. Kleiner Tipp am Rande: Es lohnt sich, bis ganz zum Ende, also der After Credit Scene, sitzen zu bleiben.

Wer den Trailer ansehen will, sollte sich auf den unten eingebundenen Teaser beschränken, da der Trailer an sich – wieder einmal – deutlich zu viele Details des Films zeigt.

Trailer:

© Bild & Trailer: Walt Disney Pictures | Jerry Bruckheimer Films

Spider-Man: Homecoming

Spider-Man: Homecoming

Spider-Man Homecoming2017 • Science-FictionFantasyActionAbenteuerMarvel StudiosRegie: Jon Watts • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Das schon fast volle Marvel Cinematic Universe (MCU) erhält mit ‚Spider-Man: Homecoming‘ einen Neuzugang. Nachdem in Captain America 3: Civil War der erste Auftritt des Teenagers war, bekommt er nun seine eigene Titelrolle, und wir erfahren mehr zu seinen Hintergründen. Lange hielt sich das „Gerücht“ um eine kleine Rolle von Robert Downey Jr. als Iron Man hartnäckig, jetzt in der Geschichte ergibt sein Auftritt aber einen Sinn, da er für Peter Parker (Tom Holland) eine Art Mentor darstellt. Um der Story des Films überhaupt folgen zu können, ist es definitiv von Vorteil, wenn man im MCU auf dem neusten Stand ist und mindestens Captain America 3, Avengers und Avengers: Age of Ultron gesehen hat. Nun, eigentlich sollte man alle Marvel Filme gesehen haben um alle Anspielungen zu verstehen, aber dies mal nur so am Rande. ‚Spider-Man: Homecoming‘ unterscheidet sich hier von den anderen Verfilmungen mit Tobey Maguire (Spider-Man 2002-2007) und Andrew Garfield (Amazing Spider-Man 2012-2014) vorallem durch die Unterschützung und Anlehnung an die Avengers, aber auch die Zusammenarbeit von Sony mit Marvel. Der gewohnte Marvel-Humor zieht sich auch durch diesen Film hindurch, wobei ich sagen muss, obwohl ich den Humor und die Gags seht mag, es war mir schon fast zu viel. Ja, man kann es mit Sprüchen und Witzen übertreiben. Und zwar bis zu diesem Level, an dem man der Story nicht mehr aktiv folgt und somit vielleicht potenziell wichtige Hinweise übersieht. So geschehen, als ich im Kinosaal sass und eine Wendung in der Geschichte mit komplett getroffen hat, da ich es komplett übersehen hatte. Ansonsten steht ‚Spider-Man: Homecoming‘ den weiteren Marvel Titeln in nichts nach, erst recht nicht wenn es um die optische Umsetzung und die Special Effects geht, die sind auf einem atemberaubend hohen Niveau. Marvel-typisch lohnt es sich, bis nach den Mid Credits (Animierte Credits am Ende des Films) sitzen zu bleiben, da es noch einmal eine kleine Szene zu sehen gibt, die einen weiteren Teil anteasert. Bis zum Schluss der Credits kann man sitzen bleiben wenn man will, man verpasst aber gar nichts, wenn man nach den Mid Credits geht. Richtig gelesen: ‚Spider-Man: Homecoming‘ hat zwar eine After Credit Szene, aber keine die für das MCU wichtig wäre. Eher in die Richtung der End Credit Szene von Deadpool.

Trailer:

© Bild & Trailer: Marvel Studios | Sony Pictures Entertainment Group

Ich – Einfach unverbesserlich 3

Ich – Einfach unverbesserlich 3

Ich - Einfach unverbesserlich 32017 • Animation • Komödie • Abenteuer • Familie • Illumination Entertainment • Regie: Pierre Coffin und Kyle Balda • FSK: Ab 0 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Illumination Entertainment verpasst Gru (Oliver Rohrbeck) und seinen Minions einen dritten Teil. Die Vorgeschichte der kleinen gelben Helfer haben wir in Minions  ja bereits gesehen. Nachdem der miesepetrige Ex-Schurke im zweiten Teil auf die gute Seite gewechselt hat, und mit der Agentin Lucy Wilde (Martina Hill) die Welt rettet, steht er nun vor einer ganz anderen Herausforderung. Denn er hat einen Zwillingsbruder Dru (Oliver Rohrbeck), welcher mit Gru die Familientradition des Schurkentums wieder aufleben lassen will. Nun, die Idee ist gut, die Umsetzung der Geschichte lässt aber meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig. Die Gags zwischen Gru, den Minions und den Schurken funktionieren zwar einwandfrei, aber die Story wechselt so oft und sprunghaft, dass es anstrengend wird, dieser richtig zu folgen. Obwohl sie nicht allzu anspruchsvoll ist. Denn das Ende ist sehr schnell vorhergesehen und somit sind viele Handlungsstränge absehbar. Es gibt aber auch positive Dinge, wie z.B. der neue Superschurke Balthazar Bratt (Joko Winterscheidt), der aus nicht nachvollziehbaren Gründen in den 1980er Jahren feststeckt und den gesamten Film mit einem neuartigen und frischen Flair versieht. Mit Balthazar halten auch (ur-)alte Musikhits bei „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ Einzug, die diversen Szenen einen angenehm nostalgischen Touch geben, die aber vielleicht einige Kinder nicht ganz nachvollziehen können, falls die Musik doch zu alt ist. Im grossen und Ganzen muss man sagen, dass der dritte Teil der Reihe wirklich zu unterhalten weiss – vorausgesetzt, man mag die Minions. Denn auch hier spielen die quirligen kleinen Kerlchen eine grosse Rolle. Viele Szenen mit den Minions sind echt gut (haben bei mir Bauchschmerzen vor Lachen ausgelöst) und heben sich doch ein wenig von den letzten Filmen ab, was der ganzen Geschichte deutlich zu Gute kommt. Es gibt abschliessend zu erwähnen, dass der ganze Kinosaal herzhaft lachen konnte – sowohl Erwachsene, als auch die Kinder. Und genau darum geht es ja bei dieser Art von Filmen.

© Bild & Trailer: Illumination Entertainment | Universal Studios

Kinojahr 2016

Kinojahr 2016

Ja, ich weiss, es ist einige Zeit her seit ich das letzte Mal etwas hier gepostet habe. Aber dazwischen bin ich umgezogen und hatte – ehrlich gesagt – einfach keine Lust mehr. Ich hatte das kurz angesprochen im Post sollen und wollen auf meinem Blog „Jupiter. – Gedanken eines fremden Planeten„. Ich versuche wieder etwas Gefallen daran zu finden, und bitte euch um Verständnis, dass die Kinobilanz 2016 nun halt erst im April 2017 erscheint.

An meiner Umfrage haben dieses Jahr vom 11. Januar 2017 bis zum 29. Januar 2017 104 Personen teilgenommen, was deutlich weniger sind als noch bei der Kinobilanz von 2015, ich führe das aber auf meine Abwesenheit auf der Webseite zurück, weshalb das für mich ok ist. Ich habe dieses Jahr die Diagramme etwas angepasst, hoffentlich kann man sie jetzt etwas besser lesen und vor allem auch verstehen. Mit einem Klick auf das Bild könnt ihr die Datei vergrössern und separat ansehen.

"Was ist dein Geschlecht?"
„Was ist dein Geschlecht?“

Dieses Jahr waren 24% weiblich und 76% männlich (0% haben „anderes“ angegeben), somit waren es dieses Jahr ein paar Teilnehmerinnen mehr als noch letztes Jahr. Leider bin ich aber noch nicht auf einem ausgeglichenen Niveau, wie ich es eigentlich wünschen würde, da ich die Antworten so besser vergleichen könnte. Aber das ist ja leider kein Wunschkonzert hier. Ausser wenn ich mir wünschen könnte, dass die weiblichen Teilnehmer den Link nächstes Mal mehr unter ihren Freundinnen und Bekannten teilen.

"Wie alt bist du?"
„Wie alt bist du?“

Ich habe in dieser Umfrage eine neue Kategorie eingeführt, um etwas genauer zu sehen in welcher Altersgruppe welcher Film am beliebtesten oder am verhasstesten ist. Dabei waren 4.8% unter 18 Jährig (alle davon männlich), 60.6% 18 – 24 Jährig (davon waren knappe 63% männlich und 37% weiblich), 25 – 34 Jährig waren gut 25% (96% davon männlich und nur 4% weiblich), 8.7% der Teilnehmer waren 35-44 Jährig (11% weiblich und 89% männlich). Nur 1% war 45 – 60 Jährig (nur männlich) und keiner war über 60.

Über 60 und unter 18 finde ich hier noch etwas ausbaufähig, wobei erstere wohl etwas weniger in die Kinos gehen als letztere…

"In welchem Land lebst du?"
„In welchem Land lebst du?“

Wie im letzten Jahr ist die Beteiligung der drei Länder in etwa gleich, wobei Deutschland mit 64.1% am meisten ausmacht, die Schweiz mit 33% dahinter folgt und Österreich abgeschlagen mit 2.9% das Schlusslicht bildet.

In Deutschland waren 21% Frauen und 79% Männer dabei, in der Schweiz waren es ähnliche 29% Frauen und 71% Männer, in Österreich waren 33% weiblich und 67% männlich. Die 18-24 Jährigen waren ziemlich genau so verteilt, wie der Anteil der Länder aller Teilnehmer, nämlich mit 63.5% in Deutschland, 33.3% in der Schweiz und 3.2% in Österreich.

"Wie oft schaust du Filme im Kino?"
„Wie oft schaust du Filme im Kino?“

„Mehrmals im Jahr“ ist auch 2016 die am meisten gewählte Antwort, wenn es um die Häufigkeit der Kinobesuche geht, mit 59.6%. Gefolgt von „Mehrmals pro Monat“ (22.1%), „Einmal alle paar Jahre“ (12.5%), „Mehrmals pro Woche“ (4.8%) und „Ich schaue Kinofilme nur online“ (1%).

Mehrmals im Jahr gehen die Männer mit 71% deutlich mehr ins Kino als die Frauen mir 29%. Mit 64.5% sind die 18-24 Jährigen diejenigen, welche diese Antwort am meisten ausgefüllt haben, gefolgt von den 25-34 Jährigen mit 24.2%. Deutschland ist mit 63.6% der Vorreiter in dieser Kategorie, gefolgt von der Schweiz mit 31.1% und Österreich mit 5.3%.

Genre 2016
„Welches Filmgenre bevorzugst du?“

Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde Science-Fiction nun zum beliebtesten Filmgenre gewählt, dicht gefolgt von den Dramen und auf dem dritten Platz die Komödien, welche letztes Jahr noch gesiegt hatten. Anders als bei den Männern, welche die gleichen drei Genres auf das Podest gewählt haben, ist bei den Frauen Fantasy der Sieger, gefolgt von Drama und Science-Fiction zusammen auf dem zweiten Platz.

Bei den 18-24 Jährigen siegen die Dramen vor Science-Fiction und Fantasy, bei den 25-34 Jährigen gewinnt Science-Fiction deutlich vor den Dramen, Thriller und Animation liegen zusammen auf dem dritten Platz. Die 35-44 Jährigen wählten ebenfalls Science-Fiction auf das Siegertreppchen, gefolgt von Drama und Thriller, welche sich den zweiten Platz teilen. Die unter 18 Jährigen wählten die Komödien auf den ersten Platz, vor Drama, Science-Fiction und Action zusammen. Die 45-60 Jährigen wählten ebenfalls Science-Fiction zum Gewinner.

In Deutschland gewinnt ebenfalls das Genre Science-Fiction (25.8%), dicht gefolgt von den Dramen (24.2%) und Komödien (12.1%). In der Schweiz ist es fast die selbe Ansicht des Podests, jedoch ist Fantasy noch vor den Dramen, welche sich mit den Komödien den dritten Platz teilen. In Österreich teilen sich Science-Fiction, Drama und Fantasy alle zusammen das Siegertreppchen.

Der beste Film 2016

Letztes Jahr hat mir das Design des Kuchendiagramms selbst nicht so gut gefallen, sogar für mich, der das Ergebnis kannte, war es schwierig, aus dem Diagramm etwas einfach auszulesen. Deshalb die neue Darstellung. Auch dieses Jahr könnt ihr wieder mit einem Klick oder tippen auf das Bild die Ansicht vergrössern und in einem neuen Tab besser ansehen. Noch zur Erklärung: Da viele gesagt hatten, dass es schwierig ist sich auf einen einzigen Film festzulegen, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Jahr, sofern sie davon Gebrauch machen wollten, zwei Stimmen zur Verfügung zur Abstimmung.

Keine einzige Stimme erhalten, und somit nicht im Diagramm zu sehen, sind folgende Filme: „10 Cloverfield Lane“, „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“, „Allied – Vertraute Fremde“, „American Honey“, „Angry Birds – Der Film“, „Bad Moms“, „Batman V Superman – Dawn of Justice“, „BFG – Big Friendly Giant“, „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“, „Central Intelligence“, „Conjuring 2“, „Deep Water Horizon“, „Eddie the Eagle“, „Der Geilste Tag“, „Die glorreichen Sieben“, „The Huntsman & The Ice Queen“, „Ice Age 5: Kollision voraus!“, „Independence Day: Wiederkehr“, „Inferno“, „The Jungle Book“, „Kung Fu Panda 3“, „Lights Out“, „The Nice Guys“, „The Purge 3 – Election Year“, „Sausage Party – Es geht um die Wurst!“, „SMS für dich“, „Swiss Army Man“, „Tschick“, „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ und  „War Dogs“. Ebenfalls erwähnt wurden die Filme „The Danish Girl“, „The Big Short“ und „Dope“, welche aber alle offiziell in 2015 fertiggestellt wurden und somit leider nicht zu diesem Ranking zählen.

Bester Film 2016
„Welches ist deiner Meinung nach der beste Film des Jahres 2016?“

Der beste Film 2016 ist mit 12.8% „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, gefolgt von „Zoomania“ mit 10.9% und „Findet Dorie“ mit 6.3%.

Die Männer wählten mit 13.2% „Zoomania“ zum besten Film 2016, gefolgt von „Phantastische Tierwesen“ mit 11.6% und „The Revenant – Der Rückkehrer“ mit 6.6%. Die Frauen hingegen voteten mit 15.4% „Phantastische Tierwesen“ zum besten Film 2016, gefolgt von „Findet Dorie“ mit 12.8% und mit 10.3% „Deadpool“ und „Ein ganzes halbes Jahr“ zusammen.

Die unter 18 Jährigen konnten sich gar nicht einigen und verteilten ihre Stimmen mit 20% gleichmässig auf „Die 5. Welle“, „Findet Dorie“, „Spotlight“, „Star Trek: Beyond“ und „Sully“. Die 18-24 Jährigen stimmten mit 16%, 10% und 7% exakt nach dem Gesamtresultat ab. Die 25-34 Jährigen wählten mit 11.9% „Zoomania“ zum besten Film 2016, auf den zweiten Platz mit 9.5% „Rogue One: A Star Wars Story“ und auf dem dritten Platz wird es mit 7.1% zwischen „Spotlight“, „The Revanant“, „Phantastische Tierwesen“ und „The Hateful 8“ sehr eng. Die 35-44 Jährigen wählten mit 18.2% „Zoomania“, „The Revenant“ und „Jason Bourne“ zu den besten Filmen von 2016. „Phantastische Tierwesen“ und „Star Trek Beyond“ waren bei den 45-60 Jährigen mit je 50% die besten Filme.

In Deutschland teilen sich „Zoomania“ und „Phantastische Tierwesen“ mit je 10.9% das Siegertreppchen, gefolgt von „Findet Dorie“ mit 7.9% auf dem zweiten Platz und „Arrival“ mit 5.9% auf dem dritten Platz. Bei den wenigen Österreichern war die Meinung ziemlich geteilt, mit je 25% waren „Arrival“, „Manchester by the Sea“, „Phantastische Tierwesen“ und „Captain Fantastic“. In der Schweiz war „Phantastische Tierwesen“ mit 14.8% deutlicher Spitzenreiter, gefolgt von „Zoomania“ und „The Revenant“ mit je 9.3% auf dem Silberplatz und „Deadpool“, „Now You See Me 2“ und „Sully“ mit je 7.4% auf dem Bronzeplatz.

Der schlechteste Film 2016

Keine einzige Stimme erhalten, und somit nicht auf dem Diagramm aufgeführt, sind folgende Filme: „The Accountant“, „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“, „Allied – Vertraute Fremde“, American Honey“, „Arrival“, „Bad Moms“, „BFG – Big Friendly Giant“, „Bridget Jones‘ Baby“, „Deep Water Horizon“, „Doctor Strange“, „Don’t Breathe“, „Florence Foster Jenkins“, „Der Geilste Tag“, „Die glorreichen Sieben“, „Die Insel der besonderen Kinder“, „Kubo – Der tapfere Samurai“, „Kung Fu Panda 3“, „Lights Out“, „Manchester by the Sea“, „Money Monster“, „NERVE“, „The Nice Guys“, „Nocturnal Animals“, „Now You See Me 2“, „Raum – Room“, „Rogue One: A Star Wars Story“, „Snowden“, „Spotlight“, „Star Trek Beyond“, „Sully“, „War Dogs“ und „Zoomania“.

"Was ist deiner Meinung nach der schlechteste Film des Jahres 2016?"
„Was ist deiner Meinung nach der schlechteste Film des Jahres 2016?“

Der schlechteste Film 2016 ist mit 10,5% „Sausage Party – Es geht um die Wurst“, gefolgt von „Batman V Superman – Dawn of Justice“ mit 8,1% und „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ mit 7,3%.

Den Frauen missfiel mit 12,9% „Die Bestimmung – Allegiant“ am meisten, anschliessend „Sausage Party“ mit 9,7% und „Angry Birds – Der Film“, „Batman V Superman“, „Bibi & Tina“ und „Findet Dorie“ gemeinsam mit 6,5%. Bei den Männern wurde „Sausage Party“ mit 10,3% zum schlechtesten Film gewählt, danach „Warcraft: The Beginning“ und „Batman V Superman“ zusammen mit 8,2% und „Bibi & Tina“ mit 7,2%.

Die unter 18 Jährigen wählten mit je 40% „Bibi & Tina“ und „Tschick“ zu den schlechtesten Filmen 2016, gefolgt von „Phantastische Tierwesen“ mit 20%. Bei den 18-24 Jährigen war „Sausage Party“ mit 11,4% der schlechteste Film, gefolgt von „Angry Birds“ und „Bibi & Tina“ zusammen mit 7,6% und „Die Bestimmung – Allegiant“ mit 6,3%. Die 25-35 Jährigen gaben an, „Warcraft“ für den schlechtesten Film 2016 zu halten, gefolgt von „Batman V Superman“, „Independence Day: Wiederkehr“ und „Sausage Party mit je 9,4%. Die 35-44 Jährigen fanden mit 27,3% „Bibi & Tina“ sei der schlechteste Film, gefolgt von „Angry Birds“, „Batman V Superman“, „Ghostbusters“, „The Jungle Book“, „Sausage Party“, „SMS für dich“, „Dirty Grandpa“ und „The Shallows“ mit je 9,1%. Bei den 45-60 Jährigen gab es mit 100% einen ganz klaren Gewinner des Preises für den schlechtesten Film mit „Independence Day: Wiederkehr“.

Deutschland wählte mit 11,1% „Sausage Party“ zum schlechtesten Film, dahinter „Batman V Superman“ mit 9,9% und „Angry Birds“ mit 8,6%. In Österreich gab es einen Gleichstand, mit je 33,3% wurden „Die Bestimmung“, „Bibi & Tina“ und „Batman V Superman“ zusammen zum schlechtesten Film gewählt. In der Schweiz wurden mit je 9,3% „Sausage Party“ und „Warcraft“ auf das unrühmliche Siegertreppchen gewählt, den zweiten Platz teilen sich „Bibi & Tina“ und „Willkommen bei de Hartmanns“, auf dem dritten Platz wird es sogar noch enger, da mit 4,7% „Die 5, Welle“, „Findet Dorie“, „Hail, Caesar“ und „Pets“ zusammen landen.

Das war es dann auch mit den vielen Zahlen und Prozenten. Nun zu euren Kommentaren, womit ich mich bei euch wieder tausendmal bedanken kann, bzw. muss, für all die aufbauenden und lieben Worte die ihr nicht nur der Webseite, sondern auch mir direkt widmet. Der Hinweis, mehrere Genres anwählen zu können, werde ich sicherlich berücksichtigen, danke dafür!

Das Jahr 2016 schien allgemein ein Jahr zu sein, bei dem viele hochgehypte Filme mit ihren grossen Erwartungen nicht immer mithalten konnten, und im Gegensatz dazu viele kleine Produktionen echte Geheimtipps waren. Da es zur Sprache kam: Ich nehme Filme in die Auswahl auf, welche im entsprechenden Jahr fertiggestellt wurden. Die Auswahl, welche Filme danach hier aufgeführt werden, ist tatsächlich schlicht meine Entscheidung, obwohl ich versuche mich möglichst breit zu fassen. Mit der „Eigene Antwort“ Spalte habt ihr ja die Möglichkeit, fehlende Filme einzufügen. Eine vorherige Auswahl der Filme, welche man gesehen hat, wäre wohl irgendwie machbar, aber wohl auch sehr aufwändig und ehrlich gesagt sitze ich an diesem Artikel nun schon mehr als 5 Tage, weshalb ich auf noch mehr Daten eigentlich echt keinen Bock habe, um es mal etwas deutlich auszusprechen. Wobei ich mir das mal aufnehme, wenn es in Zukunft irgendwie schneller und angenehmer auszuwerten wäre.

Ich bedanke mich nochmals bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage, bei allen, die einen Kommentar verfasst haben und allen, welche den Artikel tatsächlich bis hier gelesen haben. Danke für eure Hilfe und Verständnis für meine Abwesenheit auf dieser Webseite.

Girl on the Train

Girl on the Train

Girl on the Train2016 • Thriller • DramaConstantin FilmRegie: Tate Taylor • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Rachel Watson (Emily Blunt) ist geschieden, Alkoholikerin und fährt jeden Tag mit dem Zug nach Manhattan zur Arbeit. Dabei fährt sie immer an ihrem ehemaligen Haus vorbei und an dem Haus, in dem sie gerne gelebt hätte. Mittlerweile lebt aber in ihrem ehemaligen Haus ihr Exmann Tom (Justin Theroux) mit seiner neuen Frau Anna (Rebecca Ferguson) und ihrem gemeinsamen Kind. Und in ihrem Traumhaus lebt ein Paar, welches sie als die perfekte Liebe ansieht. Jeden Tag sieht sie die beiden Häuser. Doch dann sieht sie vom Zug aus etwas beängstigendes und das nächste voran sie sich erinnern kann, sind die blauen Flecken und Verletzungen an ihrem Körper und der schreckliche Kater, mit dem sie am nächsten Morgen aufwacht. Daraufhin geht die Meldung durch die Nachrichten, dass Megan (Haley Bennett), die Frau aus ihrem Traumhaus, welche die in ihren Augen perfekte Beziehung geführt hat, vermisst wird. Rachel macht sich danach auf die Suche nicht nur nach der vermissten Frau, sondern auch nach ihren Erinnerungen. Ein Gefühl sagt ihr, dass etwas schreckliches in dieser Nacht geschehen sein muss und sie will um jeden Preis herausfinden, was das war.

The Girl on the Train startet ruhig, sehr ruhig sogar. Der Beginn des Films besteht hauptsächlich aus Rachel, welche in dem Zug fährt und von der wir Gedanken (oder Monologe?) aus dem Off hören. Eine eigenwillige Art einen Film zu eröffnen. Dies zieht sich lange hin, für einige Zuschauer wohl zu lange, denn das Getuschel hie und da im Kinosaal war nicht zu überhören. Aber wer sich auf den Film einlässt, wie ich das gemacht habe, entdeckt einen sehr emotionalen und tiefgründigen Start eines Thrillers, der mit seinen Zuschauern noch Achterbahn fahren wird. Ich habe mich schnell auf die spezielle, fast schon künstlerische Art dieses Dramas eingestellt und war augenblicklich in der Geschichte drin.

Auf Humor muss der Zuschauer aber dennoch nicht verzichten, auch wenn dieser hier etwas dezenter platziert ist und nicht durch blöde Sprüche, sondern durch kluge Dialoge zustande kommt. Einen roten Faden sucht man in der Storyline übrigens vergeblich, denn habe selbst ich nicht gefunden. Girl on the Train versteht es nämlich, mit diversen Handlungssprüngen in die Vergangenheit und Ortswechseln die Zuschauer echt zu fordern und sie somit an die Leinwand regelrecht fest zu kleben. Denn wer nicht aufmerksam der Handlung folgt, gerät definitiv ins Straucheln und kommt so etwas vom geniessen eines Dramas zum dramamässigen Suchen nach dem Sinn der Story. Lassen wir die Geschichtssprünge mal aussen vor ist zu erwähnen, dass der Film bis etwa in die Häfte bzw. zwei Drittel nicht viel her gibt leider. Klar gibt es einige fesselnde Szenen, aber viel Spannung vermag der Film bis dahin nicht aufbauen. Bis dann die Finalszenen näher rücken und der Spannungsbogen gespannt wird, und gespannt wird, und gespannt wird bis der Zuschauer sich voller Schreck die Hände vors Gesicht schlägt.

Grosses Lob von mir an das Kamerateam, welches in meinen Augen einen hervorragenden Job gemacht hat und die Szenen perfekt aufgenommen hat, mit den Tiefen und Nähen der Landschaft und der Schauspieler förmlich gespielt hat. Emily Blunt (The Huntsman & the Ice Queen | Into The Woods | Der Teufel trägt Prada) als Rachel Watson ist in meinen Augen eine absolute Traumbesetzung. Sie hat es geschafft die Emotionen ihres Charakters punkt genau wiederzuspiegeln und trotzdem für den Zuschauer etwas undurchsichtig zu bleiben, eine bemerkenswerte Leistung. Haley Bennett (Mitten ins Herz | Marley & Ich | The Hole) verkörpert Megan zwar überzeugend, dennoch liess mich der Gedanke nicht los, dass sie so wirkte als ob sie diese Rolle mehr nerve als dass sie Spass daran hatte, Megan zu spielen. Rebecca Ferguson (Drowning Ghost | Hercules | Mission Impossible: 5) schafft es Anna korrekt darzustellen, war mir persönlich aber zu leblos, mit zu wenig Gefühl und Ausdruck im Gesicht, was etwas schade war. Justin Theroux (Wanderlust | Miami Vice | American Psycho) als Tom Watson und Luke Evans (Kampf der Titanen | Die drei Musketiere | Der Hobbit) als Scott, Megans Mann, hingegen schaffen er ihre Charaktere aufleben zu lassen, sei das mit Liebenswürdigkeit oder Boshaftigkeit, ich habe ihnen die Rollen abgekauft. Regisseur Tate Taylor, welcher sich bereits für das Drama „The Help“ verantwortlich zeichnete, schafft es auch hier wieder ein Drama zu inszenieren, welches als Thriller getarnt und mit einer doch etwas schwierigen Story dennoch zu unterhalten weiss.

Girl on the Train braucht einige Zeit bis Spannung aufgebaut wird, aber die knappen 113 Minuten wurden fast schon künstlerisch inszeniert und wer sich darauf einlässt erlebt einen Thriller, den es so wohl kein zweites Mal geben wird.

Video-Filmcheck:

Seid gewarnt! Ich empfehle euch, wenn möglich, den Trailer NICHT anzusehen, falls ihr euch den Film anschauen wollt. Es werden meiner Meinung nach zu viele Szenen gezeigt, die die Handlung des Films zumindest andeuten können! Wer ihn trotzdem sehen möchte, für den habe ich ihn unten verlinkt.

Trailer:

© Bild und Trailer: Constantin Film

Findet Dorie

Findet Dorie

Findet Dorie2016 • Animation • Abenteuer • Komödie • Familie • Disney Pixar Regie: Andrew Stanton und Angus MacLane • FSK: Ab 0 Jahren freigegeben Bewertung: 4 von 5 Punkten

Paletten-Doktorfisch Dorie (Anke Engelke (eng. Orig.: Ellen DeGeneres)) lebt nun seit einem Jahr zusammen mit Clownfisch Nemo (Vicco Clarén (engl. Orig.: Hayden Rolence)) und dessen Vater Marlin (Christian Tramitz (eng. Orig.: Albert Brooks)). Sie schlaf-schwimmt aber immer häufiger, bis sie sich eines Tages an etwas erinnert, was in ihr eine grosse Wunde wieder aufreisst. Denn sie kann sich plötzlich wieder an ihre Eltern erinnern, nur wieso sie nicht mehr bei ihnen ist und wo sie genau sind, daran hat sie keine Erinnerung mehr. Aber sie hat fortan nur noch ein Ziel: Herauszufinden, wo ihre Eltern sind und diese wieder zu finden. Da ihre Vergesslichkeit aber dabei keine grosse Hilfe ist, verschwindet Dorie plötzlich und so machen sich Marlin und Nemo ein weiteres Mal auf in die grosse Welt des Oceans um einige bekannte Gesichter wiederzutreffen, aber auch um neue Freunde zu gewinnen, die ihnen dabei helfen, Dorie zu finden.

Nach dem riesigen Erfolg von Findet Nemo aus dem Jahr 2003 hüllte sich Pixar lange in Schweigen, ob sie eine Fortsetzung des Meeres-Abenteuers machen wollen oder nicht. Ellen DeGeneres, Sprecherin von Dorie in der Englischen Originalversion, durfte 2013, zehn Jahre nach dem ersten Teil, die Fortsetzung in ihrer „The Ellen DeGeneres Show“ ankündigen, allerdings mussten sich die Fans des Films noch bis 2016 gedulden, bis der Film endlich in die Kinos kam. Und nun ist er da, lange erwartet, viel erhofft und fast vier Monate später als in den USA. Da lief Findet Dorie nämlich schon Anfangs Juni an, in unseren Kinos aber erst Ende September, was ich bis heute immer noch nicht verstehe. Aber genug davon, wenigstens muss ich mich nicht über den Titel beschweren, da blieben die deutschen Verleiher zum Glück direkt an „Finding Dory“ dran.

Zum Film. Findet Dorie startet in den Kinos mit einem kleinen Kurzfilm, wie wir das von Pixar auch gewohnt sind. Hier haben uns die Macher mit „Piper“ einen Animations-Wunderhit präsentiert. Die Animationsart, Farben, Umsetzung, sowie auch die Geschichte war grandios, einfach nur wunderschön zum anschauen. Danach startet der Film selbst. Der Film spielt zwar ein Jahr nach den Geschehnissen aus Findet Nemo, bringt aber gleich zu Beginn eine gute Frage auf: Wieso war damals Dorie, als Marlin seinen Sohn Nemo suchte, alleine unterwegs? Diese Frage und auch die Vergangenheit rund um Dorie werden nach und nach aufgedeckt. Diese Verwicklung der Fortsetzung und des Originalfilms fand ich eine super Idee und benötigt ein grosses Lob an die Macher. Man vesetzt sich gleich wieder in dieses Ozean-Feeling mit allen alten Charakteren, die gleich zu Beginn wieder ihren Auftritt haben und es fühlt sich an wie nach Hause kommen. Die Geschichte verfolgt gleichzeitig Dorie auf ihrem Weg zu ihren Eltern, als auch den von Marlin und Nemo, die sie suchen. Dasselbe Prinzip kennen wir bereits von Findet Nemo, mich hat es nicht gestört dass Pixar dies beibehalten hat, im Gegenteil, es fühlte sich sogar richtig an. Die neuen Charaktere, vorallem der Oktopus Hank (Roland Hemmo (eng. Orig.: Ed O’Neill)) sprechen die Zuschauer an indem sie nicht nur optisch schön gemacht sind, sondern auch charakterlich hervorragend zu den bereits bestehenden Figuren passen. Einiges an der Story ist zwar vorausschaubar, dennoch schafft es Pixar wieder einmal, einige Drehungen einzuschreiben, die das ganze noch einmal spannender machen und vieles von einer neuen Sichtweise darstellen.

Ich bin Pixar dankbar, dass sie an dem Animationsstil des ersten Teils festgehalten haben und nicht „realistischer“ wurden, das hätte das gesamte Bild des Filmes verfälscht denn so bleibt alles vertraut. Nachdem schon Findet Nemo mit offenen Fragen zum Umgang der Menschen mit der Tierwelt und dem Ökosystem aufwartete, spitzen sich diese Anschuldigungen in Findet Dorie noch mehr zu. Man hört und sieht Verunreinigungen des Meeres und da sich ein grosser Teil des Films an Land abspielt, nicht mehr in den Weiten des Ozeans wie der erste Teil, liegt auch ein gewisser Fokus auf den Menschen an sich. Der Film wurde auch als etwas diskriminierend angesehen. Diese Bezeichnung kann ich zwar irgendwie verstehen, aber nicht befürworten. Denn im Zusammenhang mit dem Film finde ich diese Szenen absolut passend.

Findet Dorie lässt sich nicht als eigenständiger Film ansehen. Man muss praktisch den ersten Film sehen vorher, oder ihn wenigstens noch gut in Erinnerung haben, denn die Regisseure Andrew Stanton , der bereits bei Findet Nemo auf dem Regiestuhl sass und Angus MacLane haben die beiden Filme sehr intelligent und einzigartig verbunden. Ich empfehle euch, falls ihr euch einen Trailer ansehen wollt, nicht mehr als den Teaser, den ich unten eingefügt habe, anzuschauen. Dann habt ihr am Film definitiv noch mehr Spass, vertraut mir!

Findet Dorie ist in allen Punkten eine gelungene Fortsetzung des Kassenschlagers von 2003 mit viel Witz, einer Menge Charme, ernsten Szenen und ganz kleinem Kurzzeitgedächtnis.

Trailer:

© Bild und Trailer: Disney Pixar