Autor: Remo Zuberbühler

Kinojahr 2017

Kinojahr 2017

Ich darf mich wieder einmal dafür entschuldigen, meine Kinobilanz erst sehr spät zu veröffentlichen. Aber besser spät als gar nicht. Wie jedes Jahr könnt ihr auch hier auf die Bilder klicken, um sie zu vergrössern und besser zu lesen.

An meiner Umfrage zum Kinojahr 2017 haben zwischen dem 28. Dezember 2017 und 12. Januar 2018 insgesamt 183 Personen teilgenommen. Somit bin ich wieder in etwa auf der Höhe der Umfrageteilnehmer_innen aus dem Kinojahr 2015, das freut mich natürlich sehr.

Von den 183 teilnehmenden Personen waren insgesamt 66.1% männlich, 29.5% weiblich und 4.4% gaben „anderes“ an. Auch dieses Jahr haben wieder mehr Frauen an meiner Umfrage teilgenommen – das freut mich natürlich sehr, obwohl die Anzahl noch höher sein dürfte, damit die Umfrage ausgeglichener wird.

Mit 41.5% sind die 18-24 Jährigen immer noch die grösste Gruppe meiner Umfrage, jedoch haben die Antworten von 25-34 Jährigen zugenommen und stehen dieses Jahr bei 31.7%. Mit 12% folgen danach die 35-44 Jährigen, die 45-60 Jährigen machen 8.7% aus, die unter 18 Jährigen zeigen sich für 6% verantwortlich und über 60-jährig waren keine Teilnehmenden dabei. Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern war der grösste Anteil der Teilnehmenden mit 46.3% und 39.7% zwischen 18 und 24 Jahren alt, ebenso bei den Teilnehmenden, welche bei Geschlecht „anderes“ angaben, mit 37.5%.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen auch dieses Jahr aus Deutschland mit 67%, gefolgt von der Schweiz mit 27.5% und Österreich mit 4.9%. Ein Scherzkeks hatte „Europa“ eingegeben. Die Frauen kamen mit 53.7% und 38.9% aus Deutschland und der Schweiz, die Männer mit 71.7% und 24.2%. Die Anteile von Österreich waren erwartungsgemäss niedrig. Die 18-24-jährigen kamen zu 71.1% aus Deutschland, 22.4% der Schweiz und 6.6% aus Österreich.

Im Gegensatz zum letzen Jahr ist der Anteil der Zuschauer, welche mehrmals pro Monat ins Kino gehen, auf 17.5% gesunken, welches sich dementsprechend auf die Anzahl der Zuschauer, welche mehrmals im Jahr ins Kino geht, niederschlägt, die jetzt bei 68.9% stehen. Die Zahl der Teilnehmenden, die mehrmals pro Woche ins Kino gehen, ist nur leicht auf 4.4% gesunken. Die Männer gehen mit 65.3% meist mehrmals im Jahr ins Kino, gefolgt von 17.4%, die mehrmals im Monat ins Kino gehen. Bei den Frauen sind die Zahlen dieser beiden Kategorien mit 74.1% und 20.4% sogar noch deutlicher ausgeprägt.

Die 18-24-jährigen gehen ebenfalls mit 68.4% meist mehrmals im Jahr ins Kino, bei den 45-60-jährigen ist der Anteil mit 81.3% enorm hoch, bei den unter 18-jährigen mit 72.7% ebenfalls. Deutschland schaut Filme am häufigsten mehrmals im Jahr im Kino mit 67.2% und erst mit 18.9% mehrmals im Monat. Österreich hat mit 55.6% einen der tiefsten Anteile der Abstimmenden, die nur mehrmals im Jahr ins Kino gehen. mit 22.2% ist der Anteil der Kinogänger, die mehrmals pro Monat gehen schon höher. In der Schweiz wiederum ist mit 76% „Mehrmals im Jahr“ wieder die Top-Antwort, nur 12% gehen mehrmals im Monat ins Kino.

Einzig das Genre Western wurde nie genannt, ansonsten gab die neue Möglichkeit, zwei Genres auszuwählen, ein deutlich breiter gefächertes Ergebnis als noch im letzten Jahr. Dieses Jahr wurden die Komödien zum beliebtesten Genre gewählt, mit 15.2%, dicht gefolgt von Science-Fiction, dem letztjährigen Gewinner, mit 15% und Action mit 14.7%. Die Männer schauen mit 17% und 16.2% am liebsten Science-Fiction und Action, bei den Frauen hingegen sind mit 19% und 14.3% Komödien und Dramen am beliebtesten.

Die 18-24-jährigen favorisieren mit 22.1% Komödien, gefolgt von Action mit 14.8%. Die unter 18-jährigen konnten sich nicht zwischen Komödien, Sci-Fi, Thriller und Action entscheiden (alle 14.3%), im Alter von 25-34 Jahren mag man scheinbar Sci-Fi und Dramen am liebsten (17.2% und 13.8%). Bei den 35-44-jährigen sind Sci-Fi Filme mit 25% am beliebtesten, bei den 45-60-jährigen Action mit 22.6%.

Deutschland hat am liebsten Sci-Fi und Dramen mit 16.2% und 13.8%, Österreich hingegen mag Sci-Fi und Komödien exakt gleich gut (22.2%). In der Schweiz sind Action-Filme und Komödien mit 19.2% und 18.2% die Spitzenreiter. Geht man mehrmals im Jahr ins Kino, schaut man scheinbar meist Action-Filme oder Komödien (beide 15%), geht man hingegen mehrmals pro Monat ins Kino, sind es Sci-Fi und Action-Filme (17.2% und 14.1%).

Der beste Film 2017

Auch dieses Jahr wurde es nicht einfacher, das Kuchendiagramm einigermassen leserlich zu gestalten, da es noch eine Stimme  mehr gab als letztes Jahr. Mit insgesamt 3 Stimmen war die Auswertung der Antworten deutlich mühsamer, da es viel mehr Filme gab, die vielleicht bei einer Stimme weniger keine Stimme erhalten hätten und somit aus dem Diagramm verschwunden wären.

Keine einzige Stimme erhalten und somit nicht in diesem Diagramm eingegliedert haben folgende Filme: „Annabelle 2“, „Begabt – Die Gleichung des Lebens“, „Borg/McEnroe“, „The Bye Bye Man“, „Captain Underpants“, „Cars 3 – Evolution“, „Meine Cousine Rachel“, „Cult of Chucky“, „Daddy’sHome 2 – Mehr Väter, mehr Probleme“, „Detroit“, „The Dinner“, „Emoji – Der Film“, „Flitzer“, „Geostorm“, „Ghost in the Shell“, „A Ghost Story“, „Girl’s Night Out“, „Happy Deathday“, „Hereinspaziert!“, High Society“, „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“, „John Wick: Kapitel 2“, „Jungle“, „Justice League“, „Lasst die Alten sterben“, „Leatherface – The Source of Evil“, „The Lego Ninjago Movie“, „Life“, „My Little Pony – Der Film“, „Logan Lucky“, „Mädelstrip“, „Paddington 2“, „Power Rangers“, „Rings“, „Die Schlümpfe 3 – Das verlorene Dorf“, „Sharknado 5: Global Swarming“, „Sleepless“, „Song to Song“, „The Square“, „Transformers 5: The Last Knight“, „What Happened to Monday?“, xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“ und „Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us“. Die Zusätzlich erwähnten: „Nocturnal Animals“ wurde offiziell in 2016 fertiggestellt und „Lady Bird“ erreicht erst 2018 die Kinos hierzulande.

Der Beste Film 2017 ist mit 9.8% „Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi“, gefolgt von „ES“ auf Platz zwei mit 6.6% und „Dunkirk“ auf dem dritten Platz mit 5.7%.

Dieses Jahr war es ein sehr enges Rennen, dass „ES“ es noch in die Top 3 schafft, hätte ich nie vermutet. Star Wars, auch wenn die Kritiken gut waren, profitierte hier wohl ebenfalls davon, dass er gerade im Kino anlief, als die Umfrage losging.

Bei den Frauen ist mit 6.4% „Fack Ju Göhte 3“ und „ES“ auf dem 1. Platz, und „Dunkirk“ und „Die Schöne und das Biest“ teilen sich Platz zwei mit 5.3%. Bei den Männern sieht das Ergebnis genau gleich aus wie das Komplett-Ergebnis, jedoch sind die Prozentzahlen mit 11.3%, 6.6% und 6.1% hauptsächlich zu Gunsten von „Star Wars 8“. Wer bei Geschlecht ‚anderes‘ angab, mochte dieses Jahr mit 12.5% sowohl „Star Wars 8“, als auch „Guardians of the Galaxy – Vol. 2“ und „Wonder Woman“ gleich gut.

Die unter 18-Jährigen schauten am liebsten „ES“ mit 15.4% (Ich hoffe in erwachsener Begleitung?) und Dunkirk mit 11.5%. Die 18-24-jährigen wählten „Star Wars 8“ mit 8.4% und „ES“ mit 7.6% zu den Top 2. Die 25-34-jährigen wählten ebenfalls „Star Wars 8“ mit 11.4% auf den Thron, gefolgt von „Dunkirk“ mit 7.6% und „Wonder Woman“ und „Guardians of the Galaxy 2“ mit je 4.8%. Mit 15.8% exakt gleich stark mochten die 35-44-jährigen sowohl „Star Wars“ als auch „Bladerunner 2049“, hier spielt wohl die lange Geschichte der Bladerunner Filme mit, danach schaffen es mit 7.9% auch „ES“ und „Baby Driver“ aufs Treppchen. Die 45-60-jährigen konnten sich nicht zwischen „Kingsman 2: The Golden Circle“ und „Mord im Orient Express“ entscheiden (beide 8.7%).

In Deutschland wurde mit „Star Wars 8“ (10.7%), „ES“ (7.9%) und „Dunkirk“ (5.6%) das Podest erwartungsgemäss besetzt. In Österreich ist mit 13.6% überraschender Weise „Bullyparade – Der Film“ auf Platz Nr. 1 gelandet, gefolgt von „Mord im Orient Express“, „ES“ und „Dunkirk“ mit je 9.1%. In der Schweiz wurde die Heimproduktion „Die Göttliche Ordnung“, welche die Unterdrückung der Frauen in der Schweiz thematisiert, mit 6% Sieger (Oder besser Siegerin?), mit je 4.8% wurden „Dunkirk“, „Kingsman 2“, „Logan – The Wolverine“ und „Star Wars 8“ allesamt zweite.

Der Schlechteste Film 2017

Keine einzige Stimme erhalten, und somit nicht auf dem Diagramm sichtbar, haben folgende Filme: „Barry Seal – Only in America“, „Battle of the Sexes“, „Begabt – Die Gleichung des Lebens“, „The Big Sick“, „Captain Underpants“, „Coco – Lebendiger als das Leben“, „Meine Cousine Rachel“, „Detroit“, „The Dinner“, „Du neben mir“, „Ferdinand – Geht stierisch ab!“, „A Ghost Story“, „Girls Night Out“, „Greatest Showman“, „Die göttliche Ordnung“, „Hereinspaziert!“, „Jungle“, „Kingsman 2: The Golden Circle“, „Killer’s Bodyguard“, „Die Mumie“, „Lasst die Alten sterben“, „Leatherface – The Source of Evil“, „Logan Lucky“, „Mädelstrip“, „Die Schöne und das Biest“, „Sleepless“, „Song to Song“, „Suburbicon“, „Thor 3: Tag der Entscheidung (Ragnarok)“, „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. In den Kommentaren erwähnt wurden „Casino Undercover“ und „Lux – Krieger des Lichts“, drei Kommentatoren gaben an, sich nicht entscheiden zu können oder keinen schlechten Film gesehen zu haben.

Unangefochten auf Platz 1 landet, wer hätte es erwartet, „Emoji – Der Film“ mit niederschmetternden 16.9% aller Stimmen, mit weitem Abstand gefolgt von „Baywatch“ mit 7.3% und sowohl „Fifty Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe“ und „Bullyparade – Der Film“ mit je 5.4%.

Die Frauen gaben „Emoji“ 14.7% ihrer Stimmen, gefolgt von 6.7% für „Bullyparade“ und 5.3% für „Baywatch“. Bei den Männern war „Emoji“ mit 18.2% sogar noch unbeliebter, danach kamen Baywatch mit 8.5% und „Bullyparade“ mit 5.1%. Wer unter Geschlecht ‚anderes‘ angab, mochte mit 28.6% „Fifty Shades 2“ am wenigsten, gefolgt von „Atomic Blonde“ und Mord im Orient Express“ mit je 14.3%.

Die unter 18-jährigen wählten mit 15.8% ebenfalls „Emoji“ zum Sieger“, danach kamen mit je 10.5% „Annabelle 2“, „Atomic Blonde“ und „Ich – Einfach unverbesserlich 3“. Bei den 18-24-jährigen war die Entscheidung für „Emoji“ mit 19.8% ebenfalls überdeutlich, „Bullyparade“ und „Fifty Shades 2“ erhielten mit je 5.4% jeweils fast nur einen Viertel der Stimmen von „Emoji“. Die 25-34-jährigen wählten ebenfalls „Emoji“ zum schlechtesten Film mit 17.3%, „Baywatch“ mit 8.6% auf Platz 2 und „Fifty Shades 2“ mit 7.4% auf Platz 3. Bei den 35-44-jährigen war überraschender Weise „Baywatch“ mit 15.6% Spitzenreiter, ’nur‘ auf Platz zwei schaffte es „Emoji“ mit 12.5%, Platz 3 teilen sich „Fack Ju Göhte“, „Bullyparade“ und „Transformers 5: The Last Knight“ mit je 6.3%. Die 45-60-jährigen mochten mit 27.3% „Baywatch“ am wenigsten, gefolgt von 9.1% für „Alien: Covenant“ und 4.5% für „mother!“.

In Deutschland führt „Emoji“ die Rangliste mit 14% ebenfalls an, „Baywatch“ erhielt 6.7% und „Bullyparade“ 6.2%. Österreich mochte die „Emojis“ ebenfalls nicht und dies mit 23.1%, „Fifty Shades 2“ erhielt 15.4% und „Fast & Furious 8“ 7.7%. Auch in der Schweiz sieht die Bilanz für „Emoji“ nicht besser aus, mit 22.5% führ auch hier der Animationsfilm die Rangliste an, „Baywatch“ folgte mit 9.9% und „Fack Ju Göhte 3“ mit 5.6%.

So, ich habe nun genug mit Zahlen und Prozenten um mich geworfen, danke an alle, die bis hierhin gelesen haben. Zu den Kommentaren, welche nach der Umfrage abgegeben wurden.

Es gab einige, die vermerkten, dass 2017 viele gute Filme in die Kinos kamen, dem kann ich definitiv zustimmen. Oder dass sie nicht viele Filme gesehen haben, und deswegen die Wahl des schlechtesten Filmes schwierig fanden. Andere waren von Filmen enttäuscht, von denen sie mehr erwartet hatten wie „Mord im Orient Express“. Es wurde auch erwähnt, dass ich meine Kritiken (wenn ich denn welche schreibe) zu ’nett‘ schreibe. Dies kann ich etwas nachvollziehen, in meinen nächsten Kritiken versuche ich dies im Hinterkopf zu halten.

Vielen Dank nochmals an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage und allen, die sich die Mühe gemacht haben, einen Kommentar zu verfassen.

Greatest Showman

Greatest Showman

2017 • Musik • Biografie • Drama • 20th Century Fox • Regie: Michael Gracey • FSK ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 5 von 5 Punkten

Ein Film über einen Schausteller und Zirkusdirektor im 19. Jahrhundert? Ich muss ehrlich sein, ich habe tatsächlich sehr wenig von diesem Film erwartet, habe die Trailer nie richtig auf mich wirken lassen. Wir begleiten P.T. Barnum (Hugh Jackman) in diesem Film dabei, wie er zu einem Pionier der Zirkusketten und dem wahrhaft grössten Showman wird. Für alle die sich bis hierhin fragen: Ja, das ist ein Musicalfilm. Sprich: Die Charaktere werden anfangen zu singen. Es gibt Filme, die dies mühsam übertreiben, und dann gibt es Filme wie Greatest Showman, bei denen es einfach so sein muss. Würde nicht gesungen werden, der Film wäre nur halb so gut geworden. Ich kann an Greatest Showman wahrlich kein schlechtes Haar lassen. Der Cast ist wundervoll geworden – Hugh Jackman ist schlichtweg eine Wucht, seine Leidenschaft für diesen Film ist förmlich greifbar. Auch Zac Efron, den wir hier nach High School Musical (endlich?) wieder singen hören, schlüpft in seine Rolle als hätte er nie jemand anderes dargestellt als den Erben Phillip Carlyle. Michelle Williams geht als Charity Barnum zwar etwas unter, dies tut aber der Story zum Glück nicht weh. Zendaya als Anne Wheeler ist mysteriös, unnahbar und dies gibt ihrem Charakter das gewisse Etwas. Und dann gibt es da noch Keala Settle, die als bärtige Lady erst das Publikum etwas verdutzten lässt. Als sie aber beginnt zu singen, hatte ich das gefühlt sie öffnet ihr Herz den Zuschauern. Sie wirkt so zerbrechlich und gleichzeitig so stark, es ist faszinierend wie Settle diesen Balanceakt ausführen kann.

Und dann die Kostüme. Mensch, die Kostümdesignerinnen und Maskenbildner haben atemberaubendes geschaffen. Übertroffen werden diese jedoch ganz klar von der Gruppe von Menschen, welche an diesem Film mitgewirkt hat: Den Songwriterinnen und Komponisten. Ich habe in letzter Zeit selten einen Film erlebt, der so von der Musik lebt, wie es „The Greatest Showman“ tut. Nahezu jeder Song sprudelt nur so vor Zuversicht und positiver Energie. Es ist beeindruckend, wie ein Soundtrack schon fast jeden einzelnen Zuschauer nach nur wenigen Takten zum mit wippen und mit Lippen-bewegen hinreisst. Der Song „This is me“, welcher Keala Settles bärtige Lady nochmals in den Fokus rückt, ist dabei ganz klar das Aushängeschild des Films, und dies absolut zurecht. Hollywood hat endlich wieder einmal eine originale Story, über die ich euch, wie mir gerade auffällt, gar nicht so viel gesagt habe. Aber nach meiner Kritik hier sollter ihr euch den Film nun ansehen, und dann erfahrt ihr die Geschichte ja sowieso. Also, geht ins Kino, lasst euch beeindrucken und macht euch schon mal bereit, nach dem Film nach dem Soundtrack zu suchen.

Trailer:

© Bild & Trailer: 20th Century Fox

Coco – Lebendiger als das Leben!

Coco – Lebendiger als das Leben!

2017 • Animation • Familie • Abenteuer • Komödie • Fantasy •  Walt Disney Pixar Animation Studios • Lee Unkrich und Adrian Molina • FSK ab 0 Jahren freigegeben • Bewertung: 5 von 5 Punkten

Miguel ist in einer Familie gross geworden, die Musik nicht nur hasst, sondern abgrundtief verabscheut. Die Titelgebende Coco ist Miguels Urgrossmutter – deren Mutter Imelda hatte der Musik abgeschworen, nachdem ihr Mann sie und Coco verlassen hatte und mit Musik Karriere machen wollte. Aber Miguel kann dies nicht verstehen, er hat Rythmus im Blut und Musik ist seine Leidenschaft. Er muss dies vor seiner gesamten Familie geheim halten, vorallem vor seiner Grossmutter, der die Geschichte ihrer Familie äusserst wichtig ist. Pixar bringt mit „Coco“ die Tradition des mexikanischen Día de Muertos – dem Tag der Toten – auf die grosse Kinoleinwand. Ich muss zugeben, ich war skeptisch beim Anblick der Geschichte, dass ein Kinderfilm sich mit Leben und Tod auseinandersetzen will. Rückblickend kann ich nun sagen, es war wohl eine der besten Ideen der letzten paar Jahre. Als Miguel unbedingt seinen Traum verwirklichen will Musiker zu werden und dabei in die Welt der Toten grät, bauen Regisseure Lee Unkrich (Arlo & Spot | Findet Nemo | Die Monster AG) und Adrian Molina eine Umgebung auf, die absolut atemberaubend ist. Die Toten leben in ihrere eigenen Welt und können einmal im Jahr zum Tag der Toten (31. Oktober bis 02. November) über eine Brücke auf die echte Welt zurückkehren. Voraussetzung dafür ist, dass jemand ein Bild von ihnen auf ihre „Ofrenda“ stellt, einer Art Altar, der mit Blumen, Essen und Gaben für die Toten geschmückt wird. Damit Miguel wieder zurück in die echte Welt kann, braucht er den Segen eines Mitglieds seiner Familie, um diesen zu holen, geht er mit Hector einen Deal ein, dass er Hectors Foto auf seine Ofrenda stellen wird, damit er über die Brücke gehen kann. Dem Animationsteam von Pixar ist eine optisch wundervolle Arbeit gelungen, ich würde fast schon sagen ein kleines Meisterwerk. Ich kann beim besten Willen kein schlechtes Wort über diesen Film verlieren. Der immer wieder kleine aber feine Humor, die Geschichte von A bis Z, ich bin in den knapp 105 Minuten komplett eingetaucht und konnte vollends in dieser kleinen Welt in Mexiko aufgehen. Ein Animationsfilm, der tatsächlich Werte vermittelt, die Gesellschaftskritisch sind. Wie wir mit dem Tod umgehen und wie unsere Vergangenheit und unsere Vorfahren in Vergessenheit geraten. „Coco“ hat mich zu Tränen gerührt und wird ganz klar einen festen Platz unter meinen Lieblingsfilmen finden.

Einzig etwas speziell war der „Kurzfilm“, welcher den Namen eigentlich nicht verdient hat, von „Die Eiskönigin – Olaf taut auf“, den es als Vorschau gibt. Versteht mich nicht falsch, ich mag Die Eiskönigin sehr, und der Film ist auch echt süss, Aber die Musik wirkte etwas aufgedrängt, als ob Pixar unbedingt etwas bringen müsse. Zudem sind die gut 22 Minuten schlichtweg zu lang. Disney hat in den USA bereits Konsequenzen gezogen und streicht den Kurzfilm. Wann und ob dies auch in Europa so sein wird, ist nicht bekannt.

Trailer:

© Bild & Trailer: Walt Disney Pixar Animation Studios

ES

ES

2017 • HorrorThrillerDrama • Warner Bros. Pictures • Regie: Andy Muschietti • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Die Verfilmung eines Stephen King Romans an sich ist schon eine Herkulesaufgabe (siehe Der Dunkle Turm), wenn es sich aber dann noch um die Neuauflage eines Filmklassikers der 90er Jahre handelt, wird die Herausforderung für viele praktisch als unmöglich angesehen. Ich muss vorweg nehmen, ich habe den Originalfilm leider nicht gesehen. Ich kenne aber die Geschichte. Ein dämonischer Clown entführt Kinder um sie zu fressen und von ihnen zu leben. Alles was der Clown erschafft, um so einladend wie möglich zu erscheinen, können nur die Kinder sehen, die Eltern glauben ihnen die abenteuerlichen Geschichten nicht und daraufhin entscheiden sich diese, ihr Schicksal selbst in die Hand zunehmen. Ich habe mir eigentlich nicht viel von diesem Film erwartet (mehrheitlich, um nicht enttäuscht zu werden), und wurde wirklich sehr positiv überrascht. Ja, Andy Muschietti (Mama) hat ganze Arbeit geleistet. Die gesamte Atmosphäre des Films ist  absolut düster, die paar Witze und Gags, welche hie und da gestreut werden, lockern zwar die Stimmung etwas auf, nur um gleich danach nur noch schockierender zu werden, wirklich überwältigend. Man hat in jeder Minute das Gefühl, das gleich irgendetwas schlimmes passiert. Dazu beigetragen haben natürlich auch die Schauspieler, welche, ausser Bill Skarsgård als Pennywise der Clown, alle zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Nicht weil es für Kinder und Jugendliche sonst schon schwer genug ist, in einem Horrorfilm mitzuspielen, aber die Aufgabe dann auch noch so gut zu tun wie die Protagonisten Jaeden Lieberher als Bill, Finn Wolfhard als Richie, Sophia Lillis als Beverly, Wyatt Oleff als Stan, Jeremy Ray Taylor  als Ben, Chosen Jacobs als Mike, Jack Dylan Grazer als Eddie und Nicholas Hamilton als Henry, das hat mich total entzückt. Ich kann an keiner Rolle ein schlechtes Haar lassen, alle wirken authentisch und überzeugend, sowohl Mimik als auch Gestik der Schauspieler stimmen auf den Punkt, das ist bemerkenswert für ihr Alter. Hier muss man auch den Verantwortlichen für das Casting ein Kränzchen winden, sie haben einen grandiosen Job gemacht. Auch optisch vermag der Film zu erstaunen, so ist sowohl Makeup und auch Kostümdesign bemerkenswert, die CGI spielt aber eine ebenso grosse Rolle, Das Studio Warner Bros. hat da zum Glück offenbar nicht gespart. ES überzeugt mit Kings Kultgeschichte, welche auch Sozialkritische Aspekte anspricht, nahezu auf der gesamten Linie. Ein Gruselspass, nicht nur für Liebhaber des Klassikers, sondern auch für Nichtkenner des Originals.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Geostorm

Geostorm

2017 • Science-Fiction • Action • Thriller • Warner Bros. Studios • Regie: Dean Devlin • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben • Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Als ich den Namen Geostorm erstmals gelesen und den Trailer gesehen hatte, dachte ich, die Produzenten dieses Films mussten wohl grosse Fans von „The Day After Tomorrow“ sein. Nun, die Geschichte ist zwar nicht wirklich originell, auf Grund der heutigen Möglichkeiten mit CGI hatte ich mir aber doch ein bisschen etwas von diesem Film erhofft. Die Story hängt daran dass die Unwetter und somit die Gefahr auf der Erde immer mehr zunehmen. Die Menschheit will dem irgendwie entgegentreten und so schliessen sich 17 Nationen zusammen, um ein System zu entwickeln, welches Unwetter vorhersehen und neutralisieren kann. Die Lebensqualität auf der Erde wird so deutlich erhöht und die Menschen haben endlich einmal zusammengespannt und etwas grossartiges erschaffen. Nun scheint dieses System aber Fehlfunktionen zu haben, welche mehreren tausend Menschen das Leben kostet, worauf hin Jake (Gerard Butler) zur ISS fliegt, um dem Ganzen nachzugehen. Leider scheint man aber bei diesem Film nicht genau zu wissen, auf was man den Fokus legen soll. Vom Geostorm und seinen Vorläufern sieht man leider nur sehr wenig, das lässt mich etwas am Titel zweifeln. Und so wechselt man immer wieder zwischen vielen Ortschaften hin und her. Mal Cape Canaveral, mal die ISS, mal Florida, dann Hong  Kong und viele mehr. Es hätte dem Zuschauer gut getan, wenn man sich einfach mal auf zwei Standorte fixiert hätte. Denn so ist es unmöglich eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, welche hier vorkommen. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mal wirklich an die Namen erinnern. Gerard Butler war als einziger Schauspieler verlässlich, aber auch er kommt nicht über eine durchschnittliche Leistung weg. Jim Sturgess spielt Jakes Bruder Max, Abbie Cornish Max‘ Partnerin Sarah Wilson, Ed Harris verkörpert Leonard Dekkom, Alexandra Maria Lara die deutsche Wissenschaftlerin Ute Fassbinder. Allesamt schaffen es nicht, mir die Person glaubhaft zu spielen und so wirkt alles zu aufgesetzt. Zu Alexandra Maria Lara muss ich hier noch was loswerden. Ich weiss nicht, ob die Synchronsprecherin hier absichtlich eine extreme Hochdeutsche Stimme verleihen wollte da die Rolle eine Deutsche in einem Amerikanischen Film ist, aber es war alles andere als natürlich, schon eher ablenkend und verwirrend. Die eher miese schauspielerische Leistung von Lara macht das leider auch nicht mehr weg. Sie wirkt abwesend, kalt und unnahbar. Zu all diesen Negativpunkten kommt dann noch die CGI, welche im groben Durchschnitt der gut 110 Minuten einfach nur mittelmässig war. Es gab zwar einige optisch sehr beeindruckende Effekte, aber gleich danach kam dann wieder etwas was aussah wie von einem 3-jährigen gezeichnet. Für einen „Blockbuster“ alles andere als befriedigend. Abschliessend gilt es zu sagen, dass Geostorm ein Sci-Fi Film ist, der leider gegenüber den Trash-Katastrophen-Filmen auf RTL 2 nur ein wenig Vorsprung hat. Er vermag zu unterhalten, aber nicht mitzureissen.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Der Dunkle Turm

Der Dunkle Turm

2017 • Horror • Science-Fiction • Action • Western • Fantasy • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Nikolaj Arcel • Bewertung: 3 von 5 Punkten

Aus Bestseller-Author und Horror-König Stephen Kings achtteiliger Fantasy-Saga „Der Dunkle Turm“ wurde nun ein Film produziert und dies mit positiven und negativen Folgen. Kings Reihe dreht sich um einen dunklen Turm, welcher verschiedene Welten und Zeiten zusammenhält und vor der Dunkelheit, welche immer mehr das Universum in sich aufnimmt, beschützt. Es scheint auf einen ewigen Kampf von Gut gegen Böse hinauszulaufen, wobei mit Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club | Interstellar) als Mann in Schwarz und Idris Elba (Star Trek Beyond | Pacific Rim) als Revolvermann Roland meiner Meinung nach gute Darsteller gefunden wurden. Auch Newcomer Tom Taylor zeigt sich als Teenager Jake Chambers als eine solide Wahl. Das Problem des Films ist mehr, dass er keinen roten Faden besitzt. Man wechselt so schnell zwischen Handlungsorten und Charakteren, welche man alle noch nicht kennt, hin und her, so dass man keine Zeit hat, sich zurecht zu finden und zu orientieren. Dies macht die Story sehr schwierig und das schwächt den Film leider sehr ab. Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel versuchte hier zu sehr, viel Geschichte auf unter 100 Minuten zu drücken. Sprich, eine Buchreihe, die mittlerweile acht Teile beinhaltet, kann man nicht in einen Film reinquetschen. Also man kann, aber dann passiert, was mir und vielen anderen Zuschauern geschehen ist, nämlich dass man sich in einer bestehenden Welt vorfindet, die zwar interessant wirkt, aber zu fremd ist. Es fehlen viele Hintergrundinformationen zu Geschehnissen, Charakteren und vielem mehr. So geht die Geschichte leider nicht gross auf die Protagonisten ein, was sie kalt und unnahbar wirken lässt. Wie man es von einem Horror-Science-Fiction Spektakel im heutigen Kino gewohnt ist, ist der Film aber optisch eine Augenweide und die Effekte wirken realistisch und sind gut animiert. ‚Der Dunkle Turm‘ ist einer der wenigen Filmen der letzten Jahre, bei dem ich mir eine Aufteilung und Fortsetzung der Geschichte gewünscht hätte, das wäre der Story deutlich zu gute gekommen und hätte den Zuschauern mehr Zeit gegeben, sich in den verschiedenen Welten zurecht zu finden.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Emoji – Der Film

Emoji – Der Film

2017 • Animation • Abenteuer • Komödie • Familie • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Anthony Leondis • FSK: Ab 0 Jahren freigegeben • Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

Ein Film über Emojis. Ja, ihr lest richtig, ich habe mir „Emoji – Der Film“ angesehen und ich habe selbst Mitleid mit mir. Aber wir fangen mal etwas objektiver an. Hollywood macht sich mittlerweile daran, alles, aber auch alles zu Geld machen zu wollen, heute noch mehr als vor ein paar Jahren. Die nächste grosse Idee: Ein Film, in dem das Emoji Gene (dt. Stimme: Tim Oliver Schultz) sein bestimmtes Aussehen nicht annehmen kann und von der Chefin der Emojis, Smiler (Dt. Stimme: Anja Kling) , verstossen wird und sich seinen Platz in der Welt des Smartphones sucht. Er trifft auf High Five (dt. Stimme: Christoph Maria Herbst), der aus den Favoriten-Emojis rausgeflogen ist und macht sich mit ihm auf die Suche nach Jailbreak (dt. Stimme: Joyce Ilg), um sich umprogrammieren zu lassen, damit er seine Aufgabe als „Meh“-Emoji voll und ganz einnehmen kann. Randnotiz: Ich empfinde das Emoji weniger als „Meh“, als als „Ugh“, weshalb ich die ersten 30 Minuten des Films damit verbracht habe mir zu überlegen, welches Emoji mit „Meh“ eigentlich gemeint werden soll. Es ist leider, egal wie objektiv ich darauf schaue, nicht wirklich eine tolle Story. Gut, die Animationen sind optisch ansprechend gelungen, aber das war es dann auch schon so ziemlich mit dem Lob. Die Geschichte ergibt von Anfang an leider keinen Sinn, und es wird von Minute zu Minute schlimmer. Während den knapp 90 Minuten konnte ich ganze 15 Mal lächeln, 3 Mal sogar kichern. Korrekt, ich habe tatsächlich mitgezählt. Aber wisst ihr, was das traurige ist? Der gesamte Kinosaal, welcher hauptsächlich von Familien mit Kindern gefüllt war, reagierte ziemlich ähnlich wie ich. So wirklich zum Lachen gebracht hat keiner der Gags jemanden, und nach einer gewissen Zeit sassen alle Zuschauer irgendwie abwesend und gelangweilt in ihren Sitzen. Das Problem? Niemand konnte mit den Charakteren und der Story so richtig etwas anfangen, wie sollten sie auch? Es geht hier ja schliesslich um Emojis und die altbackene Geschichte um jemanden, der sich nicht zugehörig fühlt und seinen Platz in der Welt findet.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Bullyparade – Der Film

Bullyparade – Der Film

2017 • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: Michael Bully Herbig • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Michael Bully Herbig und seine Freunde Christian Tramitz und Rick Kavanian wollen es nochmal wissen und bringen die fast schon legendäre Sketch-Comedy-Show bullyparade auf die grosse Kinoleinwand. Mit dabei sind alle wichtigen und mittlerweile zu Kult gewordenen Figuren wie die Blutsbrüder Abahachi und Old Shatterhand, die Weltall-Crew Spucki, Captain Kork und Schrotti, das Traumpaar Sissi und Kaiser Franz mit dem Feldmarschall und vielen, vielen mehr. Nun, wie bringt man all diese verschiedenen Charaktere denn in eine Geschichte rein? Die ganz einfache Antwort: Gar nicht. Der gesamte Film wird in verschiedene kleine Geschichten unterteilt, welche alle jeweils eine eigene Story vorweisen. Wobei, von richtigen Stories kann man hier (leider) nicht reden. Als die bullyparade noch von wenigen Minuten langen Sketchen, wenn nicht sogar kürzer, geprägt wurde, waren die Handlungen darin noch relativ egal, denn mit dem Humor wurde alles erzählt und es brauchte keine grosse Story. Aber diese kleinen Filmchen hier, welche sich zusammen doch auf stolze 100 Minuten belaufen, sind, und das muss ich als grosser Fan von Bully zugeben, geschichtlicher Schwachsinn. Nun, lassen wir also diese Tatsache auf uns wirken, wird klar, mit was „Bullyparade – Der Film“ hier punkten kann – und das sind, wie bereits in der Vergangenheit, die funktionierenden Gags und zwar praktisch am Laufmeter. Klar, es ist nicht die Neuerfindung des deutschen Kino-Humors, aber er funktioniert auch nach gut 15 Jahren immer noch hervorragend, finde ich jedenfalls. Und da man als Zuschauer praktisch nur darauf wartet, die nächsten Figuren zu sehen, macht das den Film doch noch irgendwie etwas spannend. Wie bereits bei den Vorgängern „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ und „Der Schuh des Manitu“ werden Auch hier die Outtakes schon fast zu einem Teil des Films. Ich muss zugeben, ich war kurz davor meine Blase nicht mehr unter Kontrolle zu halten und war mit meinen Lachanfällen schon fast die grössere Attraktion im Kinosaal als der Film selbst. Abschliessend gibt es zu sagen, dass „Bullyparade – Der Film“ keine herausragende Komödie ist. Aber für Fans der alten Comedyshow und des typischen Bully-Humors, bietet er gute Unterhaltung.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Baby Driver

Baby Driver

2017 • Action • Krimi • Thriller • Abenteuer • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Edgar Wright • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Sein Name ist Baby, er fährt Autos und das ziemlich schnell. In diesem simplen Satz ist eigentlich schon fast alles zu diesem Film gesagt. Wieso also erhält er von mir dennoch 4 von 5 Punkten? Nun, Ansel Elgort, welcher hier Baby verkörpert, mochte ich schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr. Er mag zwar nicht ein Schauspieler sein, der viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen kann, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge, dass er immer etwas abwesend wirkt. Er ist in diesem Film ganz klar das Aushängeschild, der mit seiner Coolness während den Autofahrten glänzt. Baby ist der Fluchtauto-Fahrer der aktuellen Einbruchserie und wenn man ihm nur kurz zuschaut, weiss man auch direkt wieso. Mit einer Selbstverständlichkeit schafft er es, das Auto um die engste Kurve zu bewegen und der Polizei mit Leichtigkeit zu entkommen. Wie viel Geld die Räuber dabei erbeuten, oder wer dabei zu schaden kommt, das ist ihm eigentlich ziemlich egal. Die anderen Schauspieler sind zwar präsent, wie z.B. Kevin Spacey, Lily James oder Jamie Foxx, aber mehr über ihre Charaktere erfahren wir leider nicht, da ist alles viel zu oberflächlich. Edgar Wright, der bereits bei ‚Shaun of the Dead‘ und ‚Scott Pilgrimm gegen den Rest der Welt‘ für Regie und Drehbuch verantwortlich war, inszeniert mit Baby Driver einen rasanten Thriller mit einem gewissen Extra. Musikkomponist Steven Price, der bereits für Suicide Squad, Herz aus Stahl – Fury und Gravity die Musik beisteuerte, gilt hier ein ganz besonderes Augenmerk, oder besser gesagt Ohrenmerk. Denn was Price hier mit dem Filmsoundtrack und grossen Welthits anstellt ist echt bemerkenswert. Sie sind nicht nur Hintergrundmusik, nein, sie sind Teil des Filmes und werden so auf spektakuläre Weise in jede Szene mit integriert, das gibt dem ganzen noch etwas mehr Dynamik. Einige Verfolgungsjagden haben mich leider etwas an Fast & Furious erinnert, weshalb es nicht noch mehr Punkte gab. Trotz der eher flachen Story gab es einige sehr interessante Wendungen und ich fühlte mich durch die vollen 113 Minuten bestens unterhalten. Meiner Meinung nach ein echt packender Thriller.

Trailer:

© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group