Monat: Oktober 2018

A Star Is Born

A Star Is Born

2018 • MusikDramaRomanze • Warner Bros. Pictures • Regie: Bradley Cooper • FSK ab 12 Jahren • 136min

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Ally arbeitet als Kellnerin und singt ab und zu in der Bar um die Ecke. Als der Country-Sänger Jackson Maine aber auf der Durchfahrt in genau dieser Bar halt macht und Ally singen hört, kann er einfach nicht von ihr ablassen und so verbringen die beiden den Abend miteinander. Ally schreibt zwar selbst Songs, singt sie aber nicht, da ihr alle sagen sie habe nicht das Aussehen um ein Star zu werden. Das sieht Jackson aber ganz anders, und beschliesst, Ally zu einem seiner Konzerte einzuladen. Als Ally dem zustimmt und die beiden zusammen einen Song auf der Bühne singen, markiert dies den Anfang von Allys Karriere in der Musikbranche. Die beiden gehen gemeinsam auf Tour, zwischen ihnen entwickelt sich eine Romanze und Ally wird von einem Plattenlabel unter Vertrag genommen, welches Sie zu einem Star machen soll. Als Ally gerade dabei ist, in die höchsten Ränge der Musikerinnen und Musikern aufzusteigen, stellt Jacksons Alkohol- und Drogensucht nicht nur ihre Liebe und ihre Beziehung auf die Probe, sondern auch Allys gesamte Karriere.

Bradley Coopers „A Star Is Born“ ist nun nach dem Original von 1932 und den Remakes von 1937, 1954 und 1976 die fünfte Verfilmung der Liebesgeschichte zwischen einem langsam absinkenden und einem aufstrebenden Musik-Talent. Coopers Regiedebüt ist hier ganz klar hervorzuheben, er hat es geschafft eine bereits etliche Male erzählte Geschichte nicht altbacken, sondern modern, frisch und dennoch authentisch zu erzählen. Cooper präsentiert sich hier als ein wahrhaftes Multitalent, weil er nicht nur Regie führt, am Drehbuch mitarbeitete und die Hauptrolle übernimmt, sondern auch noch selbst singt und an vielen Songs eigens mit geschrieben hat. Dass er sich als seine Partnerin ausgerechnet Lady Gaga ausgewählt hat, hat viele bei der Bekanntgabe des Drehbeginns des Films überrascht, ist doch Gaga nicht wirklich als zurückhaltende Musikerin bekannt, welche sie hier jetzt aber darstellen soll. Ich muss sagen, ohne dass ich als Gaga-Fan zu voreingenommen bin, war ich absolut positiv überrascht von Lady Gagas Schauspielkünsten, kannte man sich doch bis jetzt nur aus der Horror-Serie „American Horror Story“, in der sie einen Vampir spielte. Es ist erfrischend sie auch mal ohne Makeup zu sehen und sie einfach als ganz normale Frau anzuerkennen. Die Sängerin, welche selbst Jazz studierte, ist als musikalische Komponente natürlich eine Wucht. Dass Lady Gaga tatsächlich singen kann, wird nach diesem Film wohl niemand mehr bezweifeln und dass sie nicht ganz auf der Höhe mit Cooper, Sam Elliott und den anderen Schauspielern mithalten kann, was z.B. die Mimik betrifft, ist absolut verständlich und meiner Meinung nach nicht nachteilig für den Film, da Gagas Rolle „Ally“ eigentlich auf genau sowas ausgelegt ist. Die Kameraeinstellungen von Matthew Libatique („Mother!“, „Black Swan„) erschaffen eine wunderbare Atmosphäre für den Film, der auch einfach mal nur eine Landschaft, eine Grossaufnahme oder Alkohol- und Drogenmissbrauch auf die Zuschauer wirken lässt. Zugegeben, ein paar Sequenzen ziehen sich dabei in die Länge, was leider etwas schade ist. Alles in allem ist „A Star Is Born“ aber ein wunderbarer Film über Liebe und Ruhm im Showbusiness. Die Zusammenarbeit der beiden Hauptdarsteller ist grossartig und die vorkommenden Songs, welche sowohl Cooper und Gaga zusammen als auch alleine singen, passen absolut stimmig zur Story dazu.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Die Unglaublichen 2

Die Unglaublichen 2

2018 • AnimationAbenteuer • FamilieKomödie • Disney Pixar • Regie: Brad Bird • FSK ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 4 von 5 Punkten

Die Superhelden-Familie Parr hat es nach ihrem ersten Abenteuer nicht leicht, denn nach mehreren missglückten, oder besser aus Sicht von Politiker missglückten Rettungstaten, wird es Superhelden verboten, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Dem Drang wieder als Superheld Menschen zu retten und Katastrophen zu verhindern, möchte eigentlich am liebsten Bob aka Mr. Incredible nachgehen. Aber eine reiche Investoren Familie, die Superhelden wieder in der Gesellschaft beliebt machen und das Gesetz zum Verbot kippen will, sieht in Helen aka Elastigirl das bessere Aushängeschild für ihre Kampagne. Somit bleibt Bob nichts anderes übrig, als auf die Kinder Violetta, Dash und Jack-Jack aufzupassen und zu Hause den Haushalt zu schmeissen. Als sowohl Helens als auch Bobs Aufgaben unlösbar scheinen, muss sich die Familie ihrer bisher grössten Herausforderung stellen. Bob muss die Kindererziehung in den Griff kriegen und Helen bekommt es mit dem Bösewicht Screenslaver zu tun.

Die Unglaublichen 2 setzt genau da an, wo der erste Film aus dem Jahr 2004 aufgehört hat und überspielt die 14 Jahre, die es gedauert hat, einen zweiten Teil zu drehen, mit Leichtigkeit. Es ist schön zu sehen, dass Pixar am Animationsstil festgehalten hat und ihn nicht durch bessere Techniken ersetzt hat. Während wir nun, ganz im Gegensatz zum Original genau den umgekehrten Rollen von Helen und Bob folgen, bekommen auch die Kinder hier deutlich mehr Zeit auf der Leinwand, um sich zu entfalten und ihren Charakter zu zeigen. Natürlich ist hier das Baby Jack-Jack der komplette Mittelpunkt und stielt den anderen Familienmitgliedern komplett die Show, meiner Meinung nach vielleicht zum Teil ein bisschen zu viel. Dennoch funktionieren die Gags hervorragend, die Chemie zwischen den Persönlichkeiten ist absolut stimmig. Die Fortsetzung des mittlerweile beinahe schon zum Kult gewordenen Erstlings lässt mich nicht nur mit Helen und Bob mitfühlen, sondern auch mit dem gesamten Rest der Familie. Die Geschichte der verbotenen Superhelden, die durch wunderbare Heldentaten wieder legalisiert werden sollen, ist, wie soll ich es sagen, okay. Mein Problem war, dass ich das Ende schon länger erahnen konnte und es somit keinen grossen Wow-Effekt mehr gab. Da stellt sich dann für mich doch die Frage, ob dies nun eine Fortsetzung für die Kinder ist, die den Film vor 14 Jahren gesehen und lieben gelernt haben, oder ob der Film doch eher für die Kinder der heutigen Generation gedacht war. Für erstere war mir der Plot zu durchschaubar, leider. Für letztere hingegen ist es ein wunderbarer Kinderfilm mit allem, was für die Kleinen wichtig ist. Und trotzdem habe auch ich mich wunderbar unterhalten gefühlt, denn die Dialoge sind stimmig, die Atmosphäre des Films ist locker und fröhlich, die Publikumslieblinge Frozone und Edna Mode sind wieder mit von der Partie und all die kleinen Details, die ich hier als „negativ“ aufgeführt habe, konnte ich doch noch irgendwie etwas beiseite legen, denn Disneys „Die Unglaublichen 2“ ist ja in erster Linie ein Kinderfilm – und dafür war er echt super.

Trailer:

© Bild & Trailer: Disney Pixar