Monat: August 2017

Der Dunkle Turm

Der Dunkle Turm

2017 • Horror • Science-Fiction • Action • Western • Fantasy • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Nikolaj Arcel • Bewertung: 3 von 5 Punkten

Aus Bestseller-Author und Horror-König Stephen Kings achtteiliger Fantasy-Saga „Der Dunkle Turm“ wurde nun ein Film produziert und dies mit positiven und negativen Folgen. Kings Reihe dreht sich um einen dunklen Turm, welcher verschiedene Welten und Zeiten zusammenhält und vor der Dunkelheit, welche immer mehr das Universum in sich aufnimmt, beschützt. Es scheint auf einen ewigen Kampf von Gut gegen Böse hinauszulaufen, wobei mit Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club | Interstellar) als Mann in Schwarz und Idris Elba (Star Trek Beyond | Pacific Rim) als Revolvermann Roland meiner Meinung nach gute Darsteller gefunden wurden. Auch Newcomer Tom Taylor zeigt sich als Teenager Jake Chambers als eine solide Wahl. Das Problem des Films ist mehr, dass er keinen roten Faden besitzt. Man wechselt so schnell zwischen Handlungsorten und Charakteren, welche man alle noch nicht kennt, hin und her, so dass man keine Zeit hat, sich zurecht zu finden und zu orientieren. Dies macht die Story sehr schwierig und das schwächt den Film leider sehr ab. Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel versuchte hier zu sehr, viel Geschichte auf unter 100 Minuten zu drücken. Sprich, eine Buchreihe, die mittlerweile acht Teile beinhaltet, kann man nicht in einen Film reinquetschen. Also man kann, aber dann passiert, was mir und vielen anderen Zuschauern geschehen ist, nämlich dass man sich in einer bestehenden Welt vorfindet, die zwar interessant wirkt, aber zu fremd ist. Es fehlen viele Hintergrundinformationen zu Geschehnissen, Charakteren und vielem mehr. So geht die Geschichte leider nicht gross auf die Protagonisten ein, was sie kalt und unnahbar wirken lässt. Wie man es von einem Horror-Science-Fiction Spektakel im heutigen Kino gewohnt ist, ist der Film aber optisch eine Augenweide und die Effekte wirken realistisch und sind gut animiert. ‚Der Dunkle Turm‘ ist einer der wenigen Filmen der letzten Jahre, bei dem ich mir eine Aufteilung und Fortsetzung der Geschichte gewünscht hätte, das wäre der Story deutlich zu gute gekommen und hätte den Zuschauern mehr Zeit gegeben, sich in den verschiedenen Welten zurecht zu finden.

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© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Emoji – Der Film

Emoji – Der Film

2017 • Animation • Abenteuer • Komödie • Familie • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Anthony Leondis • FSK: Ab 0 Jahren freigegeben • Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

Ein Film über Emojis. Ja, ihr lest richtig, ich habe mir „Emoji – Der Film“ angesehen und ich habe selbst Mitleid mit mir. Aber wir fangen mal etwas objektiver an. Hollywood macht sich mittlerweile daran, alles, aber auch alles zu Geld machen zu wollen, heute noch mehr als vor ein paar Jahren. Die nächste grosse Idee: Ein Film, in dem das Emoji Gene (dt. Stimme: Tim Oliver Schultz) sein bestimmtes Aussehen nicht annehmen kann und von der Chefin der Emojis, Smiler (Dt. Stimme: Anja Kling) , verstossen wird und sich seinen Platz in der Welt des Smartphones sucht. Er trifft auf High Five (dt. Stimme: Christoph Maria Herbst), der aus den Favoriten-Emojis rausgeflogen ist und macht sich mit ihm auf die Suche nach Jailbreak (dt. Stimme: Joyce Ilg), um sich umprogrammieren zu lassen, damit er seine Aufgabe als „Meh“-Emoji voll und ganz einnehmen kann. Randnotiz: Ich empfinde das Emoji weniger als „Meh“, als als „Ugh“, weshalb ich die ersten 30 Minuten des Films damit verbracht habe mir zu überlegen, welches Emoji mit „Meh“ eigentlich gemeint werden soll. Es ist leider, egal wie objektiv ich darauf schaue, nicht wirklich eine tolle Story. Gut, die Animationen sind optisch ansprechend gelungen, aber das war es dann auch schon so ziemlich mit dem Lob. Die Geschichte ergibt von Anfang an leider keinen Sinn, und es wird von Minute zu Minute schlimmer. Während den knapp 90 Minuten konnte ich ganze 15 Mal lächeln, 3 Mal sogar kichern. Korrekt, ich habe tatsächlich mitgezählt. Aber wisst ihr, was das traurige ist? Der gesamte Kinosaal, welcher hauptsächlich von Familien mit Kindern gefüllt war, reagierte ziemlich ähnlich wie ich. So wirklich zum Lachen gebracht hat keiner der Gags jemanden, und nach einer gewissen Zeit sassen alle Zuschauer irgendwie abwesend und gelangweilt in ihren Sitzen. Das Problem? Niemand konnte mit den Charakteren und der Story so richtig etwas anfangen, wie sollten sie auch? Es geht hier ja schliesslich um Emojis und die altbackene Geschichte um jemanden, der sich nicht zugehörig fühlt und seinen Platz in der Welt findet.

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© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Bullyparade – Der Film

Bullyparade – Der Film

2017 • Komödie • Warner Bros. Pictures • Regie: Michael Bully Herbig • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben • Bewertung: 3,75 von 5 Punkten

Michael Bully Herbig und seine Freunde Christian Tramitz und Rick Kavanian wollen es nochmal wissen und bringen die fast schon legendäre Sketch-Comedy-Show bullyparade auf die grosse Kinoleinwand. Mit dabei sind alle wichtigen und mittlerweile zu Kult gewordenen Figuren wie die Blutsbrüder Abahachi und Old Shatterhand, die Weltall-Crew Spucki, Captain Kork und Schrotti, das Traumpaar Sissi und Kaiser Franz mit dem Feldmarschall und vielen, vielen mehr. Nun, wie bringt man all diese verschiedenen Charaktere denn in eine Geschichte rein? Die ganz einfache Antwort: Gar nicht. Der gesamte Film wird in verschiedene kleine Geschichten unterteilt, welche alle jeweils eine eigene Story vorweisen. Wobei, von richtigen Stories kann man hier (leider) nicht reden. Als die bullyparade noch von wenigen Minuten langen Sketchen, wenn nicht sogar kürzer, geprägt wurde, waren die Handlungen darin noch relativ egal, denn mit dem Humor wurde alles erzählt und es brauchte keine grosse Story. Aber diese kleinen Filmchen hier, welche sich zusammen doch auf stolze 100 Minuten belaufen, sind, und das muss ich als grosser Fan von Bully zugeben, geschichtlicher Schwachsinn. Nun, lassen wir also diese Tatsache auf uns wirken, wird klar, mit was „Bullyparade – Der Film“ hier punkten kann – und das sind, wie bereits in der Vergangenheit, die funktionierenden Gags und zwar praktisch am Laufmeter. Klar, es ist nicht die Neuerfindung des deutschen Kino-Humors, aber er funktioniert auch nach gut 15 Jahren immer noch hervorragend, finde ich jedenfalls. Und da man als Zuschauer praktisch nur darauf wartet, die nächsten Figuren zu sehen, macht das den Film doch noch irgendwie etwas spannend. Wie bereits bei den Vorgängern „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ und „Der Schuh des Manitu“ werden Auch hier die Outtakes schon fast zu einem Teil des Films. Ich muss zugeben, ich war kurz davor meine Blase nicht mehr unter Kontrolle zu halten und war mit meinen Lachanfällen schon fast die grössere Attraktion im Kinosaal als der Film selbst. Abschliessend gibt es zu sagen, dass „Bullyparade – Der Film“ keine herausragende Komödie ist. Aber für Fans der alten Comedyshow und des typischen Bully-Humors, bietet er gute Unterhaltung.

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© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures

Baby Driver

Baby Driver

2017 • Action • Krimi • Thriller • Abenteuer • Sony Pictures Entertainment Group • Regie: Edgar Wright • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben • Bewertung: 4,25 von 5 Punkten

Sein Name ist Baby, er fährt Autos und das ziemlich schnell. In diesem simplen Satz ist eigentlich schon fast alles zu diesem Film gesagt. Wieso also erhält er von mir dennoch 4 von 5 Punkten? Nun, Ansel Elgort, welcher hier Baby verkörpert, mochte ich schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr. Er mag zwar nicht ein Schauspieler sein, der viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen kann, aber hier passt es wie die Faust aufs Auge, dass er immer etwas abwesend wirkt. Er ist in diesem Film ganz klar das Aushängeschild, der mit seiner Coolness während den Autofahrten glänzt. Baby ist der Fluchtauto-Fahrer der aktuellen Einbruchserie und wenn man ihm nur kurz zuschaut, weiss man auch direkt wieso. Mit einer Selbstverständlichkeit schafft er es, das Auto um die engste Kurve zu bewegen und der Polizei mit Leichtigkeit zu entkommen. Wie viel Geld die Räuber dabei erbeuten, oder wer dabei zu schaden kommt, das ist ihm eigentlich ziemlich egal. Die anderen Schauspieler sind zwar präsent, wie z.B. Kevin Spacey, Lily James oder Jamie Foxx, aber mehr über ihre Charaktere erfahren wir leider nicht, da ist alles viel zu oberflächlich. Edgar Wright, der bereits bei ‚Shaun of the Dead‘ und ‚Scott Pilgrimm gegen den Rest der Welt‘ für Regie und Drehbuch verantwortlich war, inszeniert mit Baby Driver einen rasanten Thriller mit einem gewissen Extra. Musikkomponist Steven Price, der bereits für Suicide Squad, Herz aus Stahl – Fury und Gravity die Musik beisteuerte, gilt hier ein ganz besonderes Augenmerk, oder besser gesagt Ohrenmerk. Denn was Price hier mit dem Filmsoundtrack und grossen Welthits anstellt ist echt bemerkenswert. Sie sind nicht nur Hintergrundmusik, nein, sie sind Teil des Filmes und werden so auf spektakuläre Weise in jede Szene mit integriert, das gibt dem ganzen noch etwas mehr Dynamik. Einige Verfolgungsjagden haben mich leider etwas an Fast & Furious erinnert, weshalb es nicht noch mehr Punkte gab. Trotz der eher flachen Story gab es einige sehr interessante Wendungen und ich fühlte mich durch die vollen 113 Minuten bestens unterhalten. Meiner Meinung nach ein echt packender Thriller.

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© Bild & Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Dunkirk

Dunkirk

2017 • Drama • Action • Krieg • Historie • Warner Bros. Pictures • Regie: Christopher Nolan • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben •  Bewertung: 4,75 von 5 Punkten

400’000 Armeeangehörige der Alliierten sitzen während dem zweiten Weltkrieg in der französischen Hafenstadt Dünkirchen fest, umzingelt von der deutschen Armee warten sie auf die Evakuierung durch Schiffe aus Grossbritannien. Hier seht ihr – wieder einmal – bereits die inkonsequenz der Namensgebung solcher Filme. Während auf französisch der Film mit „Dunkerque“ den original Namen der Hafenstadt bekommen hat, welche auf Englisch „Dunkirk“ heisst, verstehe ich nicht, wieso man ihn im deutschsprachigen Raum nicht „Dünkirchen“ nennt, dies würde deutlich mehr Sinn ergeben. Aber genug davon. Christopher Nolan, Regisseur der „The Dark Knight“-Trilogie, Interstellar und Inception, inszeniert mit ‚Dunkirk‘ ein packendes Kriegsdrama. Die Zuschauer begleiten verschiedene Orte, Soldaten und Zivilisten, welche bei der Schlacht um Dünkirchen irgendwie mitwirkten. Nolan verzichtet in dieser Historie auf die aktuell grössten Namen Hollywoods, dies ist aber definitiv kein Negativpunkt. Die Darsteller wie Fionn Whitehead, Mark Rylance, Kenneth Branagh, Tom Hardy oder – zu meiner Verwunderung – auch Ex-One Direction Star Harry Styles zeigen absolute Höchstleistungen in Mimik und Gestik. Viele Unterhaltungen zwischen den Charakteren gibt es in diesem Film jedoch nicht wirklich, braucht es aber auch nicht. Denn die düstere und absolut beklemmende Stimmung werden alleine schon durch die Musik des Hollywood-Stars Hans Zimmer und die Ohrenbetäubenden Schüsse, Raketen und Bomben eindrücklich aufrechterhalten, sodass ich nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte im Kino zu sitzen und dies ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Gefühle, wenn man ins Kino geht. Dunkirk braucht nicht unmengen an Kunstblut oder explizite Gewaltdarstellung, wie man es sich von anderen Kriegsfilmen gewohnt ist. Damit kann auf eine FSK-16 Freigabe verzichtet werden und der Film auf FSK-12 gebracht werden. Dies ist nicht – wie von einigen Kritikern angedeutet – ein Negativpunkt, sondern für mich ein klarer Pluspunkt. So sieht man, dass der zweite Weltkrieg zwar blutig war, aber es um viel mehr ging. Die Männer kehrten nicht nur mit blutenden Wunden zurück, sondern auch mit Traumas, und grossen psychischen Problemen.

Trailer:

© Bild & Trailer: Warner Bros. Pictures