Girl on the Train

ThrillerDrama von 2016 aus dem Hause Constantin Film.

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Regie: Tate Taylor

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Video-Filmcheck:

Story & Analyse:

Rachel Watson (Emily Blunt) ist geschieden, Alkoholikerin und fährt jeden Tag mit dem Zug nach Manhattan zur Arbeit. Dabei fährt sie immer an ihrem ehemaligen Haus vorbei und an dem Haus, in dem sie gerne gelebt hätte. Mittlerweile lebt aber in ihrem ehemaligen Haus ihr Exmann Tom (Justin Theroux) mit seiner neuen Frau Anna (Rebecca Ferguson) und ihrem gemeinsamen Kind. Und in ihrem Traumhaus lebt ein Paar, welches sie als die perfekte Liebe ansieht. Jeden Tag sieht sie die beiden Häuser. Doch dann sieht sie vom Zug aus etwas beängstigendes und das nächste voran sie sich erinnern kann, sind die blauen Flecken und Verletzungen an ihrem Körper und der schreckliche Kater, mit dem sie am nächsten Morgen aufwacht. Daraufhin geht die Meldung durch die Nachrichten, dass Megan (Haley Bennett), die Frau aus ihrem Traumhaus, welche die in ihren Augen perfekte Beziehung geführt hat, vermisst wird. Rachel macht sich danach auf die Suche nicht nur nach der vermissten Frau, sondern auch nach ihren Erinnerungen. Ein Gefühl sagt ihr, dass etwas schreckliches in dieser Nacht geschehen sein muss und sie will um jeden Preis herausfinden, was das war.

The Girl on the Train startet ruhig, sehr ruhig sogar. Der Beginn des Films besteht hauptsächlich aus Rachel, welche in dem Zug fährt und von der wir Gedanken (oder Monologe?) aus dem Off hören. Eine eigenwillige Art einen Film zu eröffnen. Dies zieht sich lange hin, für einige Zuschauer wohl zu lange, denn das Getuschel hie und da im Kinosaal war nicht zu überhören. Aber wer sich auf den Film einlässt, wie ich das gemacht habe, entdeckt einen sehr emotionalen und tiefgründigen Start eines Thrillers, der mit seinen Zuschauern noch Achterbahn fahren wird. Ich habe mich schnell auf die spezielle, fast schon künstlerische Art dieses Dramas eingestellt und war augenblicklich in der Geschichte drin.

Auf Humor muss der Zuschauer aber dennoch nicht verzichten, auch wenn dieser hier etwas dezenter platziert ist und nicht durch blöde Sprüche, sondern durch kluge Dialoge zustande kommt. Einen roten Faden sucht man in der Storyline übrigens vergeblich, denn habe selbst ich nicht gefunden. Girl on the Train versteht es nämlich, mit diversen Handlungssprüngen in die Vergangenheit und Ortswechseln die Zuschauer echt zu fordern und sie somit an die Leinwand regelrecht fest zu kleben. Denn wer nicht aufmerksam der Handlung folgt, gerät definitiv ins Straucheln und kommt so etwas vom geniessen eines Dramas zum dramamässigen Suchen nach dem Sinn der Story. Lassen wir die Geschichtssprünge mal aussen vor ist zu erwähnen, dass der Film bis etwa in die Häfte bzw. zwei Drittel nicht viel her gibt leider. Klar gibt es einige fesselnde Szenen, aber viel Spannung vermag der Film bis dahin nicht aufbauen. Bis dann die Finalszenen näher rücken und der Spannungsbogen gespannt wird, und gespannt wird, und gespannt wird bis der Zuschauer sich voller Schreck die Hände vors Gesicht schlägt.

Grosses Lob von mir an das Kamerateam, welches in meinen Augen einen hervorragenden Job gemacht hat und die Szenen perfekt aufgenommen hat, mit den Tiefen und Nähen der Landschaft und der Schauspieler förmlich gespielt hat. Emily Blunt (The Huntsman & the Ice Queen | Into The Woods | Der Teufel trägt Prada) als Rachel Watson ist in meinen Augen eine absolute Traumbesetzung. Sie hat es geschafft die Emotionen ihres Charakters punkt genau wiederzuspiegeln und trotzdem für den Zuschauer etwas undurchsichtig zu bleiben, eine bemerkenswerte Leistung. Haley Bennett (Mitten ins Herz | Marley & Ich | The Hole) verkörpert Megan zwar überzeugend, dennoch liess mich der Gedanke nicht los, dass sie so wirkte als ob sie diese Rolle mehr nerve als dass sie Spass daran hatte, Megan zu spielen. Rebecca Ferguson (Drowning Ghost | Hercules | Mission Impossible: 5) schafft es Anna korrekt darzustellen, war mir persönlich aber zu leblos, mit zu wenig Gefühl und Ausdruck im Gesicht, was etwas schade war. Justin Theroux (Wanderlust | Miami Vice | American Psycho) als Tom Watson und Luke Evans (Kampf der Titanen | Die drei Musketiere | Der Hobbit) als Scott, Megans Mann, hingegen schaffen er ihre Charaktere aufleben zu lassen, sei das mit Liebenswürdigkeit oder Boshaftigkeit, ich habe ihnen die Rollen abgekauft. Regisseur Tate Taylor, welcher sich bereits für das Drama „The Help“ verantwortlich zeichnete, schafft es auch hier wieder ein Drama zu inszenieren, welches als Thriller getarnt und mit einer doch etwas schwierigen Story dennoch zu unterhalten weiss.

Seid gewarnt! Ich empfehle euch, wenn möglich, den Trailer NICHT anzusehen, falls ihr euch den Film anschauen wollt. Es werden meiner Meinung nach zu viele Szenen gezeigt, die die Handlung des Films zumindest andeuten können! Wer ihn trotzdem sehen möchte, für den habe ich ihn unten verlinkt.

Fazit: Girl on the Train braucht einige Zeit bis Spannung aufgebaut wird, aber die knappen 113 Minuten wurden fast schon künstlerisch inszeniert und wer sich darauf einlässt erlebt einen Thriller, den es so wohl kein zweites Mal geben wird.

Bewertung: 8.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Constantin Film

Findet Dorie

AnimationAbenteuerKomödieFamilie von 2016 aus dem Hause Disney Pixar.

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Regie: Andrew Stanton und Angus MacLane

FSK: Ab 0 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Paletten-Doktorfisch Dorie (Anke Engelke (eng. Orig.: Ellen DeGeneres)) lebt nun seit einem Jahr zusammen mit Clownfisch Nemo (Vicco Clarén (engl. Orig.: )) und dessen Vater Marlin (Christian Tramitz (eng. Orig.: Albert Brooks)). Sie schlaf-schwimmt aber immer häufiger, bis sie sich eines Tages an etwas erinnert, was in ihr eine grosse Wunde wieder aufreisst. Denn sie kann sich plötzlich wieder an ihre Eltern erinnern, nur wieso sie nicht mehr bei ihnen ist und wo sie genau sind, daran hat sie keine Erinnerung mehr. Aber sie hat fortan nur noch ein Ziel: Herauszufinden, wo ihre Eltern sind und diese wieder zu finden. Da ihre Vergesslichkeit aber dabei keine grosse Hilfe ist, verschwindet Dorie plötzlich und so machen sich Marlin und Nemo ein weiteres Mal auf in die grosse Welt des Oceans um einige bekannte Gesichter wiederzutreffen, aber auch um neue Freunde zu gewinnen, die ihnen dabei helfen, Dorie zu finden.

Nach dem riesigen Erfolg von Findet Nemo aus dem Jahr 2003 hüllte sich Pixar lange in Schweigen, ob sie eine Fortsetzung des Meeres-Abenteuers machen wollen oder nicht. Ellen DeGeneres, Sprecherin von Dorie in der Englischen Originalversion, durfte 2013, zehn Jahre nach dem ersten Teil, die Fortsetzung in ihrer „The Ellen DeGeneres Show“ ankündigen, allerdings mussten sich die Fans des Films noch bis 2016 gedulden, bis der Film endlich in die Kinos kam. Und nun ist er da, lange erwartet, viel erhofft und fast vier Monate später als in den USA. Da lief Findet Dorie nämlich schon Anfangs Juni an, in unseren Kinos aber erst Ende September, was ich bis heute immer noch nicht verstehe. Aber genug davon, wenigstens muss ich mich nicht über den Titel beschweren, da blieben die deutschen Verleiher zum Glück direkt an „Finding Dory“ dran.

Zum Film. Findet Dorie startet in den Kinos mit einem kleinen Kurzfilm, wie wir das von Pixar auch gewohnt sind. Hier haben uns die Macher mit „Piper“ einen Animations-Wunderhit präsentiert. Die Animationsart, Farben, Umsetzung, sowie auch die Geschichte war grandios, einfach nur wunderschön zum anschauen. Danach startet der Film selbst. Der Film spielt zwar ein Jahr nach den Geschehnissen aus Findet Nemo, bringt aber gleich zu Beginn eine gute Frage auf: Wieso war damals Dorie, als Marlin seinen Sohn Nemo suchte, alleine unterwegs? Diese Frage und auch die Vergangenheit rund um Dorie werden nach und nach aufgedeckt. Diese Verwicklung der Fortsetzung und des Originalfilms fand ich eine super Idee und benötigt ein grosses Lob an die Macher. Man vesetzt sich gleich wieder in dieses Ozean-Feeling mit allen alten Charakteren, die gleich zu Beginn wieder ihren Auftritt haben und es fühlt sich an wie nach Hause kommen. Die Geschichte verfolgt gleichzeitig Dorie auf ihrem Weg zu ihren Eltern, als auch den von Marlin und Nemo, die sie suchen. Dasselbe Prinzip kennen wir bereits von Findet Nemo, mich hat es nicht gestört dass Pixar dies beibehalten hat, im Gegenteil, es fühlte sich sogar richtig an. Die neuen Charaktere, vorallem der Oktopus Hank (Roland Hemmo (eng. Orig.: Ed O’Neill)) sprechen die Zuschauer an indem sie nicht nur optisch schön gemacht sind, sondern auch charakterlich hervorragend zu den bereits bestehenden Figuren passen. Einiges an der Story ist zwar vorausschaubar, dennoch schafft es Pixar wieder einmal, einige Drehungen einzuschreiben, die das ganze noch einmal spannender machen und vieles von einer neuen Sichtweise darstellen.

Ich bin Pixar dankbar, dass sie an dem Animationsstil des ersten Teils festgehalten haben und nicht „realistischer“ wurden, das hätte das gesamte Bild des Filmes verfälscht denn so bleibt alles vertraut. Nachdem schon Findet Nemo mit offenen Fragen zum Umgang der Menschen mit der Tierwelt und dem Ökosystem aufwartete, spitzen sich diese Anschuldigungen in Findet Dorie noch mehr zu. Man hört und sieht Verunreinigungen des Meeres und da sich ein grosser Teil des Films an Land abspielt, nicht mehr in den Weiten des Ozeans wie der erste Teil, liegt auch ein gewisser Fokus auf den Menschen an sich. Der Film wurde auch als etwas diskriminierend angesehen. Diese Bezeichnung kann ich zwar irgendwie verstehen, aber nicht befürworten. Denn im Zusammenhang mit dem Film finde ich diese Szenen absolut passend.

Findet Dorie lässt sich nicht als eigenständiger Film ansehen. Man muss praktisch den ersten Film sehen vorher, oder ihn wenigstens noch gut in Erinnerung haben, denn die Regisseure Andrew Stanton , der bereits bei Findet Nemo auf dem Regiestuhl sass und Angus MacLane haben die beiden Filme sehr intelligent und einzigartig verbunden. Ich empfehle euch, falls ihr euch einen Trailer ansehen wollt, nicht mehr als den Teaser, den ich unten eingefügt habe, anzuschauen. Dann habt ihr am Film definitiv noch mehr Spass, vertraut mir!

Fazit: Findet Dorie ist in allen Punkten eine gelungene Fortsetzung des Kassenschlagers von 2003 mit viel Witz, einer Menge Charme, ernsten Szenen und ganz kleinem Kurzzeitgedächtnis.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Disney Pixar

Sausage Party – Es geht um die Wurst

AnimationKomödie von 2016 aus dem Hause der Sony Pictures Entertainment Group.

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Regie: Conrad Vernon und Greg Tiernan

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Bewertung: 6.5 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Sony Pictures Entertainment Group

Bad Moms

Komödie von 2016 aus dem Hause der Tobis Film GmbH.

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Regie: Scott Moore und Jon Lucas

FSK: Ab 12 Jahren freigegeben.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Tobis Film GmbH

The Purge 3: Election Year

ThrillerHorrorActionScience-Fiction von 2016 aus dem Hause der Universal Pictures.

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Regie:  James DeMonaco

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.

Story & Analyse:

Im Sinne der „neuen Gründerväter“ veranstalten die USA einmal jährlich die Purge – die Säuberung – und legalisieren in diesen zwölf Stunden alle Straftaten, inklusive Mord, um die Verbrechen an den restlichen Tagen im Jahr zu verkleinern. Aber die Bevölkerung ist gespalten. Die einen sehen in der Purge die einzige Möglichkeit, die USA zu erhalten, die anderen appellieren an den gesunden Menschenverstand und die Tatsache, dass mehrheitlich die sozial schwachen Menschen getötet werden. Zu den Gegnern der Purge zählt auch die Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Nach einer Regeländerung für die Purge-Nacht ist auch ihr Leben in Gefahr und so muss ihr Sicherheitschef Leo Barnes (Frank Grillo) alles daran setzen, Charlie sicher duch diese Purge zu bringen.

Nachdem 2013 der Originalfilm The Purge – Die Säuberung in die Kinos kam, setzen uns die Macher hier bereits den dritten Teil vor die Nase. Die Grundidee ist die gleiche wie schon zu Beginn, orientiert sich aber mehr m zweiten Teil The Purge 2 – Anarchy, denn man verbringt viel Zeit auf den grossen und weiten Strassen. Wie im Titel schon angedeutet, geht es hier um das Wahljahr, sprich die Amerikaner werden dieses Jahr einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin wählen. Inwiefern die Hersteller hier gewollt oder eben nicht auf das Wahljahr 2016 mit den echten Konkurrenten Donald Trump und Hillary Clinton anspielen, weiss ich leider nicht. Aber das mal aussen vor.

Die Geschichte ist nichts wirklich überzeugendes, vieles ist viel zu vorhersehbar und einige Handlungen sind schon fast langweilig geworden, da sie nun schon zum dritten Mal gezeigt werden. Dennoch schafft es der Film aber auch, einige Szenen wirklich gut zu verpacken und etwas überraschend rüber zu bringen. Dagegen stehen aber dann wieder die schon fast lächerlichen Logikfehler. Ein total in Licherketten getauchtes Auto z.B. sieht wirklich super genial aus, da frage ich mich dann aber, wie wollen die in dem Auto denn überhaupt etwas gesehen haben? Sowie sich die Präsidentschaftskandidatin Roan dazu entschliesst, in ihrem Haus zu bleiben während der Purge, um „Nähe“ zum Volk zu demonstrieren, dann aber ihr Haus in einen Superbunker verwandelt wird.

Wieder mit von der Partie ist Frank Grillo (Zero Dark Thirty | Gangster Squad | Captain America 3: Civil War) als Leo Barns, der seinen Job wieer ziemlich gut und überzeugend macht. Elizabeth Mitchell (Santa Clause 2 | Lost (Serie) | Running Scared) als Charlie Roan hingegen wirkt auf mich sehr unpersönlich, richtig abwesend und überhaupt nicht in ihrer Rolle. Schade, das hat dem Film leider etwas Potenzial gekostet. Die restlichen Schauspieler wie Betty Gabriel  (Beyond Skyline) als Laney Rucker, Mykelti Williamson (Species II | Lucky#Slevin | Final Destination 4) als Joe Dixon oder Joseph Julian Soria (Crank 2 | High School | Max) als Marcos machen ihre Arbeit da schon etwas besser und bringen auch mal ein paar Gefühle auf die Leinwand.

Als Regisseur ist, wie bereits bei den beiden Vorgängern, wieder James DeMonaco im Spiel, was man irgendwie durch den Film durch spürt, wenn man die anderen Teile kennt. Denn es scheint fast so, als würde DeMonaco, welcher auch alle drei Drehbücher geschrieben bzw. mitgeschrieben hat, nichts mehr einfallen. Es wirkt alles schon mal gesehen und das macht einen Film nichts gerade sehr attraktiv. Dennoch muss ich anerkennend sagen, dass, trotz der vielen Negativpunkte, ich mich durchaus unterhalten gefühlt habe (auch wenn ich dafür ein Auge zudrücken musste) und der Film teilweise echt spannend wurde. Dass man einen erfolgreichen Horrorfilm nicht ewig weiterziehen kann, wissen wir aber spätestens seit SAW III bis VII alle. Dass es trotzdem versucht wird, steht leider nur für die Geldgier der grossen Filmunternehmen.

Fazit: Horror-Thriller mit durchsichtiger Story und zu abwesender Hauptdarstellerin, der der schlechteste Teil der Reihe ist, aber irgendwie trotzdem unterhaltend.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Trailer:

© Bild und Trailer: Universal Pictures